30. Juni 2022, 21:48 Uhr

SEK-Einsatz in Homberg

30. Juni 2022, 21:48 Uhr
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Von Joachim Legatis
Bei der Amtshilfe der Polizei für eine Gerichtsvollzieherin waren auch SEK-Kräfte eingebunden. FOTO: JOL

Großer Polizeieinsatz am Donnerstag in der Homberger Friedrichstraße. Anlass war die Zwangsvollstreckung gegen den Ex-Eigentümer eines Wohnhauses, der sich weigerte, eine Wohnung in dem Gebäude zu verlassen. Das Haus wurde bereits im November vergangenen Jahres verkauft, wie der Direktor des Amtsgerichts Alsfeld, Klaus Schwaderlapp auf Anfrage sagte.

Der Käufer hatte die Zwangsvollstreckung beantragt, weil der vorige Eigentümer das Gebäude noch immer nutzte. Nach eigenen Angaben wohnt der ehemalige Eigentümer bereits in Sachsen. Er wollte in der vergangenen Woche mithilfe eines Umzugsunternehmens seine Sachen aus der Wohnung holen. Das Unternehmen habe aber kurzfristig abgesagt. Er sei gesundheitlich nicht in der Lage, den Umzug alleine zu bewältigen.

Der Mann hat über seine Rechtsanwältin Widerspruch gegen die Zwangsvollstreckung eingelegt. Dieser wurde jedoch am Mittwoch vom zuständigen Rechtspfleger des Amtsgerichts Alsfeld abgelehnt. Daraufhin trat die Gerichtsvollzieherin in Aktion.

Die Anwältin des Ex-Eigentümers sagte auf Nachfrage, die Ablehnung sei noch nicht rechtskräftig. Denn es könnten noch Rechtsmittel beim Landgericht Gießen eingelegt werden. Schwaderlapp bestätigte, dass eine Beschwerde gegen den Ablehnungsbescheid möglich sei, das habe aber keine aufschiebende Wirkung, Die Zwangsvollstreckung könne weiterhin vollzogen werden. Um das Verfahren zu stoppen, müsste das Landgericht Gießen entscheiden. Er gab an, beim Amtsgericht Alsfeld sei keine Beschwerde bekannt.

Die Gerichtsvollzieherin hat die Polizei gebeten, sie bei der Zwangsvollstreckung zu unterstützen. Als der Ex-Eigentümer sich weigerte, die Wohnung zu verlassen, wurde schließlich ein Sondereinsatzkommando (SEK) herbeigeholt. Die Spezialkräfte wurden vorsorglich eingebunden, sie kamen nicht zum Einsatz, wie die Polizei mitteilte.

Die Friedrichstraße war über mehrere Stunden hinweg abgesperrt. Anwohner wollen erfahren haben, dass die Polizei es für möglich halte, der Mann halte sich mit Waffen in der Wohnung auf. Gegen Abend wurden die deshalb vorsorglich eingebundenen SEK-Kräfte wieder abgezogen, weil sie nicht benötigt wurden.



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