05. Mai 2021, 21:51 Uhr

»Solidarität ist Zukunft«

05. Mai 2021, 21:51 Uhr
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Aus der Redaktion
Der DGB-Kreisvorstand im Klostergarten in Alsfeld, die Mitglieder appellieren an mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft. FOTO: PM

Alsfeld (pm). In der Woche vor dem 1. Mai hatte sich der Kreisvorstand des DGB Vogelsberg entschlossen, die traditionelle Kundgebung abzusagen. »Das tut uns allen sehr leid, wir freuen uns nächstes Jahr umso mehr darauf, alle gemeinsam wieder auf dem Alsfelder Marktplatz unseren Tag der Arbeit zu feiern«, berichtet Ingo Schwalm, DGB-Kreisvorsitzender. »Der Gesundheitsschutz der Kolleginnen und Kollegen ging auch dieses Jahr vor«, begründet Schwalm die Absage.

Ganz auf ein Zusammentreffen mit Abstand haben die Mitglieder des Kreisvorstandes dennoch nicht verzichtet. »Auch wenn wir dieses Jahr nicht mit vielen zusammen sind, sind wir nicht verschwunden. Wir kämpfen weiter an der Seite der Kolleginnen und Kollegen«, ergänzt er. Die Hauptrede hätte Renate Wapenhensch, Bundesfrauensekretärin der IG BAU, am 1. Mai in Alsfeld halten sollen. Sie weist in ihrer Rede unter anderem darauf hin: »Die weitere Spaltung der Gesellschaft können wir nur gemeinsam verhindern. Wenn nicht jeder nur an sich denkt, sondern wenn wir füreinander einstehen, andere Meinungen akzeptieren und uns damit auseinandersetzen. Nur so werden wir unsere Demokratie stärken. Wenn Solidarität für uns kein Fremdwort ist, sondern gelebter Alltag.«

Stand halten gegen Querdenker

Ganz im Sinne der von ihr geforderten Solidarität bleibe der DGB stabil gegen jene, die am rechten Rand, im Lager von Verschwörungstheoretikern und sogenannten Querdenkern mobil machten gegen das demokratische System und die Anstrengungen zur Eindämmung der Pandemie, ergänzt Anna Boulnois, DGB-Organisationssekretärin. »Dieses Handeln ist unsolidarisch gegenüber all jenen Menschen, die sich einschränken, um die Gesundheit der anderen zu schützen und auch gegenüber denen, die sich täglich aufopfern, um »den Laden am Laufen zu halten. Ihnen gehört unsere Solidarität«, betont Boulnois.

Solidarität in einer Krise zu leben heiße auch, stärker miteinander zu sein und sensibler auf Ungleichheiten zu schauen. In dieser Krise seien andere systemrelevant als vorher. Es seien die Berufe, die sich um Grundbedürfnisse und das Leid der Menschen kümmerten. Es seien die Berufe, in denen hauptsächlich Frauen arbeiteten. Die Krise habe die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern wie unter einem Brennglas hervortreten lassen«, heißt es in der Rede von Wapenhensch weiter.

»Viele Frauen haben gezwungenermaßen neben ihrer Erwerbsarbeit viel mehr Aufgaben in der Familie übernommen. Wir erleben gerade einen zunehmenden Rückfall in alte Geschlechterrollen. Solidarisch ist, wenn Frauen und Männer dieselbe Chancen in Arbeitswelt und Gesellschaft haben - und in Familien dieselbe Verantwortung für Sorge- und Erziehungsarbeit übernehmen«, fordert Wapenhensch. »Deshalb muss bei der Krisenbewältigung die Überwindung dieser Benachteiligungen ganz oben auf der Agenda stehen«, ergänzt Boulnois.

»Neben diesen Themen ist eine solidarische Zukunft für uns nur mit guten Löhnen für gute Arbeit, einer familien- entlastenden Betreuungs- und Erziehungsinfrastruktur, einer Rente, die auch nach der Erwerbstätigkeit ein gutes Le- ben garantiert und einer diskriminierungsfreien Arbeitswelt und Gesellschaft neben vielen weiteren Aspekten zu erreichen. Dafür stehen und kämpfen wir Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter mit und ohne Pandemie«, betont DGB-Kreisvorsitzender Ingo Schwalm.



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