15. März 2021, 21:31 Uhr

»Standards werden nicht abgesenkt«

15. März 2021, 21:31 Uhr
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Aus der Redaktion

Die Verabschiedung des regionalen Nahverkehrsplans im Gebiet des Zweckverbandes Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) war die wichtigste Beschlussfassung der ZOV-Verbandsversammlung in der zu Ende gehenden Legislaturperiode, so CDU-Fraktionsvorsitzender Ulrich Künz. Die Fraktion habe sich mit ihrer Forderung, trotz der schwierigen kommunalen Haushaltslage die Standards für das Mindestangebot in den ländlichen Gebieten nicht abzusenken, durchgesetzt.

Im neuen Nahverkehrsplan wurden die Mindestanforderungen an die Verbindungs- und Bedienqualität an allen Verkehrstagen um mindestens zwei Fahrtenpaare erhöht. Somit könnten auch im ländlichen Raum Verdichtungen in den nachfragestärkeren Zeiten vorgenommen werden.

Mit der Forderung auf weitere erhebliche Verbesserungen bei den für die Region so wichtigen Regionallinien durch den RMV im Zusammenwirken mit dem ZOV werde man eine deutliche Ausweitung des Zugangebotes auf den Nebenstrecken in Wetterau und Vogelsberg erreichen.

Die CDU spricht sich auch für die weitere Verfolgung des Ausbaus von Main-Weser-Bahn (eigene Gleise für die S 6) und Niddertalbahn sowie die Reaktivierungsvorhaben Horlofftal-und Lumdatalbahn sowie die Erstellung einer Machbarkeitsstudie für die Ohmtalbahn aus. Eine Überplanung des Fahrplanangebotes auf der Vogelsbergbahn wird ebenfalls unterstützt. Auch abseits der Schienen erwartet die CDU Verbesserungen: Einrichtung von Schnellbusverkehren. In jüngster Zeit wandelte sich Alsfeld zu einem Knotenpunkt im Regionalverkehr: so docken hier an die Vogelsbergbahn Gießen-Fulda die Linien nach Treysa und Bad-Hersfeld sowie ab Dezember 2021 sogar nach Marburg (über Kirtorf-Stadtallendorf-Kirchhain) an. Weitere Linien seien zur Prüfung anzumelden.

Ein besonderes Augenmerk habe man bei der Beschlussfassung über den Nahverkehrsplan auf die Herstellung der Barrierefreiheit im ÖPNV gelegt. Weitere Schwerpunktthemen des neuen Nahverkehrsplans waren das Mobilitätsangebot für Senioren und die Suche nach alternativen Antriebsarten der rund 230 Busse, die im Verbandsgebiet verkehren. Für die CDU war es weiter wichtig, festzuschreiben, dass die im lokalen Verkehr in Oberhessen eingesetzten Dieselbusse perspektivisch durch Fahrzeuge mit umweltfreundlichen Antriebssysteme (Brennstoffzellenantrieb) ersetzt werden.

Mobilitätskette

Mit der Verabschiedung des Nahverkehrsplans 2020 habe die Verbandsversammlung den Rahmen und die Basis für die Fortsetzung der guten Entwicklung des ÖPNV in der Wetterau, im Vogelsbergkreis und im Landkreis Gießen geschaffen und neue Impulse für die enormen Herausforderungen gesetzt, vor denen der ÖPNV in den kommenden Jahren stehen wird. Insbesondere das Spannungsfeld zwischen dem prosperierenden Ballungsraum mit starkem Fahrgastwachstum und den ländlich geprägten Gebieten gelte es, in den kommenden Jahren vernünftig mit Nutzen und Nachhaltigkeit auszutarieren.

Dies schließe mit ein, so die CDU, auf den Ebenen von Bund, Land und kommunalen Gebietskörperschaften eine ausreichende und dauerhaft tragfähige Finanzierungskulisse zu entwickeln und durch eine nahtlose Vernetzung von Bus, Bahn, Auto, Taxi und Fahrrad zu einer Mobilitätskette gerade die ländlichen Räume im Verbandsgebiet besser anzubinden und Verkehrsangebote weiter auszuweiten.



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