02. Juni 2009, 16:40 Uhr

»Da kommt italienische Partystimmung auf«

Alsfeld/Ulrichstein (pm). Wenn Paul Momberger aus Ulrichstein aufspielt, dann ist entweder Gott oder der Tod im Spiel, wie der 36-Jährige augenzwinkernd anmerkt. »Die Posaune ist ein unglaubliches All-round-Instrument«, wirbt er in Sachen musikalischer Betätigung.
02. Juni 2009, 16:40 Uhr
Der in Ulrichstein wohnende Musiker Paul Momberger im Einsatz mit dem Ensemble der Neuen Philharmonie Frankfurt. (Foto: pm)

Alsfeld/Ulrichstein (pm). Wenn Paul Momberger aus Ulrichstein aufspielt, dann ist entweder Gott oder der Tod im Spiel, wie der 36-Jährige augenzwinkernd anmerkt. »Die Posaune ist ein unglaubliches All-round-Instrument«, wirbt er in Sachen musikalischer Betätigung. »Sie kann hart klingen, aber auch sehr weich wie die Töne eines Waldhorns.« Am kommenden Samstag, dem 6. Juni, spielt Paul Momberger in der Alsfelder Hessenhalle inmitten der 60-köpfigen »Neuen Philharmonie Frankfurt« die Bassposaune. Auf Einladung der OVAG und der Sparkasse Oberhessen treten Sinfoniker, Solisten und Rockband auf zu dem Crossover-Konzert »Mafia - Die Rückkehr des Belcanto«.

»Wenn die Stimmung so gut wird wie vor einem Jahr bei ‘Absolutely British’, dürfen wir uns alle wieder auf ein tolles Konzerterlebnis freuen«, schwärmt der Vogelsberger Musikant. »Der erste Teil des Konzerts«, weiß Momberger, »ist eine großartige Mischung aus Filmmusiken von Ennio Morricone und Stücken von Puccini. Mit dem Erzähler und seiner skurrilen Geschichte zwischendrin, ist das fast schon eine richtig kleine, äußerst unterhaltsame Oper.«

Mit Verve geht es dann in den zweiten Teil von »Mafia«. »Wir eröffnen mit dem ‘Sommer’ aus Vivaldis ‘Vier Jahreszeiten’ - unterstützt mit elektrischer Gitarre und Geige. Dieses Arrangement ist rockig, andererseits jedoch ebenso romantisch.« Die folgenden, federleichten Stücke von Film-Komponist Nino Rota wie etwa aus »La Dolce Vita« oder »La Strada« seinen genau die richtige Überleitung zum italienischen Rock- und Pop-Finale. »Die Lieder, die wir dann spielen, kennt wirklich ein jeder. Da kommt hundertprozentig italienische Partystimmung auf.«

Paul Momberger führt ein Leben zwischen Musik und unternehmerischer Betätigung. »Im Prinzip bin ich Arbeitsloser - und fühle mich sehr wohl dabei«, lacht er. Immerhin erlaube ihm diese selbst gewählte Form des Broterwerbs eine gewisse Freiheit, beispielsweise immer wieder -und dies international - bei Konzertproduktionen einzusteigen.

Momberger studierte einst in Frankfurt an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Posaune und Klavier, mit dem Ziel Orchester- musiker zu werden, legte ein Auslandssemester in Göteborg ein, schloss 2001 das Studium ab. Aber: »Nein, Orchestermusiker ist nichts für mich. Das erfüllte mich eben nicht ganz, immer nur ausschließlich in der letzten Rei- he zu sitzen.« Er beschritt Wege fern von konventionellen Biographien. Er lernte das Dirigieren, vermittelte Reisebusse nach Syrien, erlernte das Handwerk des Jägers, trainierte Steuerberater und Werbefachleute in Sachen Arbeitsmethodik, schreibt mu- sikalische Arrangements, kehrte 2003 nach Ulrichstein zurück, unterrichtet an der Städtischen Musikschule in Lauterbach. Und dann sind da natürlich immer häufiger die Ausflüge in die große Orchesterwelt. Als Dirigent stand er der Neuen Philharmonie Frankfurt (der er seit deren Gründung angehört) vor, bei deren Tourneen mit Stars wie Nena, Chris de Burgh und Robin Gibb (Bee Gees). Mit diesem wiederum begab er sich auf Konzertreisen bis nach Südostasien und Südamerika. »Das ist schon faszinierend: Da triffst du ein und hast gerade mal drei Stunden Zeit mit einem dir fremden Orchester den Abend einzustudieren. « Besonders reizvoll findet er das Wechselspiel zwischen dirigieren und Posaune blasen. Wenn Paul Momberger wieder mal aufspielt zwischen »Gott und Tod«. So wie jetzt bei »Mafia« in Alsfeld. »Ich freue mich besonders, dass es zum zweiten Mal im Vogelsberg solch eine Produktion zu hören gibt, und viele meiner Freunde und Schüler nun die Möglichkeit erhalten, so etwas mitzuerleben.« Karten für das Konzert gibt es für 24, 26 und Euro bei der Sparkasse Oberhessen in Alsfeld, in der Buchhandlung Am Markt 2000 (Alsfeld) sowie telefonisch bei der OVAG unter der Rufnummer 0 60 31/ 82 11 13

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