20. August 2021, 21:36 Uhr

Verwerten statt vergammeln

20. August 2021, 21:36 Uhr
Das gelbe Band zeigt: An diesem Baum darf man sich bedienen und pflücken. FOTO: PM

Viel heimisches Obst vergammelt jährlich an den Bäumen. Obst, das nicht geerntet wird oder nicht geerntet werden kann. Stattdessen kaufen viele Menschen ihr Obst in den Supermärkten. Dabei wird in Kauf genommen, dass die Anbaubedingungen in den produzierenden Regionen nicht hinterfragt werden können. Aus verschiedenen Gründen kommt es dazu, dass Bäume nicht mehr wie früher abgeerntet werden können.

Entweder kann aus Altersgründen durch die Besitzer eine Ernte nicht mehr erfolgen oder die Verwertung der Ernte ist mit viel Aufwand, aber wenig Bedarf für den eigenen Haushalt verbunden. Bäume der Gemeinde werden an den Wegrändern oft aus Unkenntnis der Besitzverhältnisse und durch mangelnde Information nicht geerntet.

Die Mücker Bürger haben sich in der Gemeinde mit den Obst- und Gartenbauvereinen und mit Bürgern ausgetauscht und die Idee in die Tat umgesetzt. »Vielen Menschen soll die Gelegenheit gegeben werden, heimisches Obst zu verwerten und so auch wieder in Kontakt mit den Obst- und Gartenbauvereinen zu kommen«, so Barbara Binder.

Wie in vielen Orten jetzt öfter zu bemerken, können mit einem gelben Band gekennzeichnete Obstbäume mit Beginn der Erntezeit geerntet werden. Auf Initiative der Mücker Bürger (MüBü) wurde die Aktion »Gelbes Band« nun in der Gemeinde gestartet. Die Idee ist nicht neu, aber der Plan ist einfach: die Bäume, die abgeerntet werden dürfen, werden durch die Eigentümer mit einem gelben Band und einem Informationsflyer gekennzeichnet und sind damit zur Ernte freigegeben.

Eine Haftung für etwaige Unfälle oder Schäden ist sowohl durch die Eigentümer als auch die jeweils erntenden Personen ausgeschlossen. Man handelt auf eigenes Risiko. Die Grundstücke nach der Ernte ordentlich zu hinterlassen, versteht sich grundsätzlich von selbst. »Die Ortsvorsteher und Ortsvorsteherinnen geben die gelben Bänder an jene Baumbesitzer, die Bäume für die Aktion zur Verfügung stellen möchten, gerne aus oder vermitteln zu unseren Ansprechpartnern vor Ort«, teilt Jennifer Schomber, Ortsvorsteherin in Groß-Eichen und Fraktionsvorsitzende der MüBü, mit. Ansonsten erhält man auch Informationen auf der Website der MüBü oder unter deren Info-Adresse.

»Gerade für Familien kann es ein schönes Ereignis sein, mit den Kindern gemeinsam die Früchte vom Baum in der Nähe des Wohnortes zu ernten und dann zu Hause entsprechend zu verarbeiten«, so der Vorschlag von Jan Bellof, der auch Mitglied des Obst- und Gartenbauvereines Atzenhain ist. Rainer Orth von den MüBü und Mitglied im Obst- und Gartenbauverein Groß-Eichen hat noch ein weiteres Angebot: »Wer sich für die Obstsorten oder den Obstbaumschnitt sowie alles rund um die Pflege der heimischen Obstbäume interessiert, ist bei den Vereinen herzlich willkommen.« Vielleicht ergebe sich auch tieferes Interesse und die Vereine erhalten wieder mehr Zuspruch.

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