03. September 2021, 21:56 Uhr

Vieles an der Zukunft ist offen

03. September 2021, 21:56 Uhr
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Von Nina Reichhardt
»Wir sind so dankbar für diese großartige Unterstützung«, heißt es von den Familienmitgliedern.

Wie geht es den Hochwasseropfern Breitel, Koch und Gasper aus dem Arhtal? Das ist eine Frage, die nur sehr schwer zu beantworten ist. Zunächst einmal war der Homberger Hans Breitel junior und seine Familie in Altenahr (Ortsteil Altenburg) überwältigt von der Spendenbereitschaft in seiner Heimatstadt Homberg und im Vogelsbergkreis. Durch diese finanziellen Hilfen sei die Zukunft der Familien wenigsten ein bisschen gesichert. Kerstin Koch (Tochter von Hans) versicherte: »Wir sind so dankbar für diese großartige Unterstützung. Jeder Cent kommt an und wird gerecht verteilt.«

Der Ortsteil Altenburg der Großgemeinde Altenburg, in dem seine Familie zeit ihres Lebens angesiedelt ist, wurde von der Hochwasserkatastrophe sehr stark betroffen. Alle drei Häuser der Familien, das gesamte Hab und Gut sowie der Sanitärbetrieb seines Schwiegersohnes wurden zerstört (die Alsfelder Allgemeine berichtete).

In Ferienwohnung untergebracht

Da werden andere Dinge ganz klein, obwohl sie für die Betroffenen große Ereignisse sind: Die kleine Mia (Enkelin von Hans Breitel jun.) wurde in dieser Woche eingeschult. Sämtliches Schulzubehör war mit viel Liebe ausgesucht worden und wurde durch die schlammigen Fluten zerstört.

Die Familie Breitel ist schon immer dem Rennsport verbunden. Hans Breitel senior war der Lokalmadator des Grasbahnrennens in Homberg (Ohm). Hans Breitel junior ist in seine Fußstapfen getreten und fährt Motocross-Rennen. Außerdem ist er Rennkommentator und Dj. Nur diesem Bekanntheitsgrad hat es Hans Breitel jun. zu verdanken, dass viele Rennkollegen, Freunde und Verwandte nicht nur finanziell halfen, sondern mit schwerem Gerät und viel Arbeitskraft nach Altenburg kamen. So konnte nur durch privaten Einsatz innerhalb kurzer Zeit der angeschwemmte Schutt entfernt und die Häuser vom Schlamm entfernt werden.

Alle drei Familien sind mittlerweile in möblierten Ferienwohnungen vorrübergehend untergebracht worden. Das Haus ist im Erdgeschoss unbewohnbar, so dass die Ferienwohnungen zurzeit nicht vermietet werden können und als Notunterkunft bereitgestellt werden. Die Bäckerei Gasper (Schwager von Hans) war zur Hälfte eingestürzt und wurde bereits abgerissen. Hier bleiben nur noch die Erinnerungen und die Tatsache, dass man den Einsturz überlebt hat. Die Häuser von Birgitt Breitel und Kerstin Koch geb. Breitel müssen zunächst entkernt werden, das heißt Innen- und Außenputz entfernen, Estrich rausstemmen, sämtliche Strom- und Wasserleitungen herausnehmen. Erst wenn das Haus im Rohbau steht, kann entschieden werden, ob es wieder aufgebaut werden kann.

Sanitärbetrieb arbeitet wieder

Der Sanitärbetrieb des Schwiegersohnes von Hans konnte eine Halle mieten und nach kurzer Anlaufzeit wieder seinen Betrieb aufnehmen. Gerade Sanitärbetrieben werden im Hochwassergebiet dringend zum Wiederaufbau von Frisch- und Abwasser bzw. Heizungsanlagen benötigt.

Da die Häuser in der ersten bzw. zweiten Reihe stehen, müssen aber zunächst die Fragen des zukünftigen Hochwasserschutzes sowie der Ausweisung von neuen Bauplätzen geklärt werden. Es wird demnach noch eine lange Zeit dauern, bis Zukunftslösungen entwickelt werden können.



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