01. November 2021, 22:02 Uhr

Vorhang auf für Innovationen

01. November 2021, 22:02 Uhr
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Aus der Redaktion
Die IHK Gießen-Friedberg hat drei Unternehmen ausgezeichnet, darunter eines aus Mücke und eines aus Lauterbach. FOTO: I: DIEDOLPH

Mit dem Unternehmenspreis würdigt die IHK Gießen-Friedberg jedes Jahr Menschen und Firmen, die sich durch ihr Engagement für eine starke wirtschaftliche Zukunft der heimischen Region einsetzen. Üblicherweise findet die festliche Verleihung im Rahmen des IHK-Jahresempfangs in der Gießener Kongresshalle statt. Da dieser coronabedingt ausfallen musste, erhielten die Preisträger ihre Auszeichnung in diesem Jahr virtuell auf der Bühne des Gießener Stadttheaters. Ausgezeichnet wurden neben der Sylphen GmbH & Co. KG aus Gießen gleich zwei Unternehmen aus dem Vogelsbergkreis. Ihren Sitz haben diese in Mücke und Lauterbach.

Von Mücke in die Arktis und Antarktis

»Wir sind immer wieder begeistert, was Familienunternehmen in unserem Kammerbezirk leisten«, betonte IHK-Präsident Rainer Schwarz in seiner Laudatio auf MK-Versuchsanlagen und Laborbedarf e.K. in Mücke. Reinräume aus dem Vogelsberg, eingebaut in Containern, durchqueren mit dem Forschungsschiff Polarstern die Arktis und Antarktis und sichern die Reinheit der gesammelten Wasserproben, erklärte er das Alleinstellungsmerkmal des innovativen Unternehmens.

1988 als Einmann-Betrieb von Michael Keil gegründet, zählt das Unternehmen mittlerweile rund 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist einer der größten Arbeitgeber im Vogelsberg.

Die von MK Versuchsanlagen entwickelten Reinräume bieten eine vollständig metallfreie Arbeitsumgebung, damit entnommene Proben im Labor nicht kontaminiert werden.

Als zweites Standbein hat das Unternehmen Handschuh-Prüfsysteme für die Pharmaindustrie entwickelt, die es ermöglichen, innerhalb von nur einer Stunde rund 100 Handschuhe direkt in der Produktion auf Beschädigungen zu prüfen. Dank eigener Software- und Elektronikentwicklung kommt MK Versuchsanlagen auf eine Produktionstiefe von bis zu 95 Prozent und ist damit nach eigenen Angaben Weltmarktführer in diesem Segment.

Um den Innovationsgrad stets hochzuhalten, arbeitet MK Versuchsanlagen mit den regionalen Hochschulen zusammen. Aktuell baut das Unternehmen seinen Standort in Mücke aus. Auf weiteren 2000 Quadratmetern entstehen neue Verwaltungs- und Produktionsräume. Stellvertretend für alle anderen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde die Dienstälteste Gertraud Volz als Repräsentantin geehrt.

Marketing aus Lauterbach

»Obwohl Sie im Veranstaltungsbereich tätig sind, haben Sie es geschafft, die schwierigen Zeiten der Pandemie zu überstehen. Durch die Vielfältigkeit Ihres Angebotes ist es Ihnen gelungen, Alternativen zu finden«, lobte Jens Ihle, Geschäftsführer Regionalmanagement Mittelhessen GmbH, die »zweikopf Agentur« aus Lauterbach, die ebenfalls ausgezeichnet wurde.

2016 von Jeremias Rockel und Bastian Fugmann im Nebenerwerb gegründet, hat sich das Unternehmen schnell zu einer festen Größe in der Kreisstadt und darüber hinaus entwickelt. Der gelernte Veranstaltungskaufmann Rockel und der Mediengestalter Fugmann bieten vom klassischen Corporate Design und Branding bis hin zur kompletten Kampagne inklusive Fotoshooting und Webdesign das gesamte Kreativ- und Erlebnismarketing aus einer Hand.

Im Januar 2019 wagten die beiden Jungunternehmer den Schritt in die Selbstständigkeit und erwarben ein Jahr später ein Fachwerkhaus im Herzen der Stadt. Mittlerweile zählt das Team der »zweikopf Agentur« neun Köpfe.

Seit September 2020 befindet sich im Erdgeschoss der Agentur die Bar »zweibar Lauterbach«, im Juli 2021 kam die eigenständige Filmproduktionsfirma zk Film hinzu. Aufgefallen ist die Agentur auch durch das Foto-Kalenderprojekt »Lauterbach mal anders« sowie als Initiator des ersten Lauterbacher Autokinos.

Grund zur Freude hatte auch Maren Schrödl, die als Repräsentantin des Jahres ausgezeichnet wurde. Sie hat das »zweikopf«-Team fast von Beginn an begleitet und bereits als Auszubildende große Aufgaben übernommen.

Virtuelle Verleihung

Die Verleihung konnte unter www.ihk-preis.de verfolgt werden. Die Zuschauer wurden dort von IHK-Präsident Rainer Schwarz auf der Bühne des Gießener Stadttheaters begrüßt. Weiterhin hob die Hessische Landesjustizministerin Eva Kühne-Hörmann als Schirmherrin des IHK-Unternehmenspreises die Bedeutung der Auszeichnung hervor. Es sei gerade für kleine und mittlere Unternehmen wichtig, in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden.

Rund 50 000 Unternehmen haben ihren Sitz im Bezirk der IHK Gießen-Friedberg. Von diesen arbeiten etwa 1800 ehrenamtlich in den IHK-Gremien mit.



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