01. September 2022, 21:27 Uhr

Warmwasser erst mal abgestellt

01. September 2022, 21:27 Uhr
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Aus der Redaktion
Die Stadt Homberg will Energie und Geld einsparen. Zu diesem Zweck hat der Magistrat einen Maßnahmenkatalog für die kommenden Monate beschlossen. FOTO: DPA

Der Magistrat der Stadt Homberg hat dieser Tage weitere Maßnahmen zur Einsparung von Energiemengen beschlossen. Dabei beruft er sich auf die Empfehlungen der Landesregierung und des Städte- und Gemeindebundes. Die Heizungs- und Warmwassersysteme in den Gemeinschaftshäusern, der Sporthalle Nieder-Ofleiden und in der Verwaltung (Rathaus und Verwaltungsliegenschaften, Bauhof, Kläranlage, Familienzentrum) werden sofort beziehungsweise zum schnellstmöglichen Zeitpunkt bis zum regulären Beginn der Heizperiode abgeschaltet.

Ausnahme bildete aus hygienischen Gründen, Aspekten der Arbeitssicherheit und der Personalfürsorge eine warme Waschmöglichkeit für Bauhof, Kläranlage, Bauamt und Ordnungsamt. »Das Betreiben von selbst mitgebrachten, stromverbrauchenden Geräten zur zusätzlichen Beheizung der Büros und Aufenthaltsräume wird in diesem Zusammenhang untersagt.«

In der Regel wird die Zeit zwischen dem 1. Oktober und dem 30. April als Heizperiode definiert. Ab Beginn der Heizperiode würden die Heizungssysteme mit begrenzten Raumtemperaturen wieder in Betrieb genommen, so der Magistrat weiter. Die maximale Raumtemperatur werde in den Gemeinschaftshäusern und der Stadthalle auf 19 Grad und in der Verwaltung auf 20 Grad, in der Sporthalle auf 16 Grad festgelegt. Inwieweit die Warmwassersysteme wieder in Betrieb genommen werden, werde im Oktober entschieden. Die Spülung der Leitungen zur Sicherstellung der hygienischen Standards wird gewährleistet.In allen Verwaltungsgebäuden werde zusätzlich zu den oben beschriebenen Maßnahmen eine automatische Nacht- und Wochenendabsenkung eingeführt. In den Gemeinschaftshäusern und in der Sporthalle werden die Heizungssysteme nachts und an den Wochenenden ebenfalls je nach Nutzung heruntergefahren. »Nicht genutzte Räume werden nicht beheizt.«

Liegenschaften wie etwa das Museum werden gemäß der technisch- und hygienisch notwendigen Maßstäbe beheizt (zur Prävention von Schimmel und von Schäden an Exponaten).

Kitas und Museum nicht betrofen

Mit Blick auf die Gemeinschaftshäuser werde in Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten ein Energieeffizienzkonzept mit dem Ziel erarbeitet, einen Teil der Gebäude während der Energiekrise aus der Nutzung zu nehmen, heißt es in der Verlautbarung der Stadt weiter. Die Kindertagesstätten und die Feuerwehrgerätehäuser sind von diesen Maßnahmen nicht betroffen, soweit betriebliche Belange berührt sind. Das Schwimmbad wurde bereits zum 1. September geschlossen. Die städtischen Brunnen werden abgeschaltet.

Objektbeleuchtung und Bodenleuchten werden abgeschaltet. Die städtische Straßenbeleuchtung werde dort, wo es technisch möglich ist, bereits auf Halblast gefahren. Einsparungen seien bei den Schaltzeiten noch möglich. Daher wird ab sofort folgendermaßen geschaltet: Dämmerung bis 22.30 Uhr und 5 Uhr bis Sonnenaufgang.

Straßenbeleuchtung auf Halblast

»Wir möchten ausdrücklich hervorheben, dass es im ersten Schritt um die Einsparung von Energiemengen und im zweiten um die von Finanzmitteln geht,« so der Magistrat weiter. Gleichwohl sei auch angesichts der zu erwartenden weiteren Entwicklung der Preise »die finanzielle Seite der Maßnahmen nicht unbedeutend«.

Beispielsweise liege der Stadt eine Preisprognose für Stromverträge für die städtische Wasserversorgung, Kläranlage Nieder-Ofleiden und das Schwimmbad vor. Die Prognose wurde auf Basis der aktuellen Börsennotierungen und bereits bekannter Veränderungen, wie beispielsweise dem Wegfall der EEG-Umlage, erstellt. Hierin wird in etwa eine Verfünffachung des Preises allein für diesen Bereich vorausgesagt, und zwar von den diesjährigen Nettokosten von rund 156 000 Euro auf etwa 608 000 Euro im Jahr 2023.

Die gegenwärtige Herausforderung liege damit »klar und eindeutig darin, die benötigten Energiemengen landesweit zu reduzieren, um den absehbar möglichen und wahrscheinlichen Mangellagen und auch den explodierenden Kosten entgegenzuwirken«. Die genannten Maßnahmen sind in diesem Sinne wirksam, geeignet und angemessen, um das beabsichtigte Ziel zu erreichen.



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