22. März 2021, 21:50 Uhr

Weiterer Schritt hin zur Neuen Mitte

Es ist ein Experiment, das in anderen Landgemeinden mit viel Interesse beäugt wird. Die Stadt Kirtorf und eine private Projektgesellschaft gestalten mit Millionenaufwand und hoher Landesförderung eine moderne Ortsmitte. Arztpraxen, Läden und Wohnungen sollen dort entstehen. Nun regelte das Stadtparlament die Zusammenarbeit bei der Vermietung von drei städtischen Gebäuden.
22. März 2021, 21:50 Uhr
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Von Joachim Legatis
Die Häuser Neustädter Straße 3 und 7 (die beiden sanierungsreifen Häuser hinten rechts) werden von der Stadt für die Neue Mitte saniert. In der dazwischen liegenden Lücke entsteht Haus Nummer 5 neu. FOTOS: JOL

Auch ein großer Wurf erfordert kleine Schritte, um ihn vorzubereiten. Das merken Magistrat und Stadtverordnete in Kirtorf gerade bei dem Vorzeigeprojekt der Kommune, der »Neuen Mitte«. Nach der gründlichen Umgestaltung des Oberen Marktplatzes sollte eigentlich die Neuordnung des Bereichs zwischen Rathaus und tegut-Markt schon in der Umsetzung sein.

Dort werden drei Häuser an der Neustädter Straße zu einem modernen Ensemble umgebaut und im hinteren Bereich entsteht ein komplett neues Med-Zentrum mit Arztpraxen und Dienstleistungen aus dem Gesundheitsbereich. Dafür haben die Vertreter der Stadt erfolgreich Millionen vom Land heraus verhandelt. Nun kam man dem Baubeginn wieder einen Schritt näher.

In der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ging einstimmig der Beschluss zu den Folgekosten für drei Häuser an der Neustädter Straße durch. Das ist eine Voraussetzung für den Erhalt von Fördermitteln. Insgesamt schießt das Land Hessen stattliche 2,45 Millionen Euro zu, wie Bürgermeister Andreas Fey erfreut mitteilte. »Mit der Kirtorfer Mitte schaffen wir etwas, um das uns andere Gemeinden beneiden.«

Eine Bedingung des Landes ist allerdings, dass die genaue Kostenaufteilung geklärt ist. Denn das medizinische Zentrum mit Arztpraxen und Geschäften rund um die Gesundheit wird von einer privaten Projektgesellschaft errichtet. Die Stadt Kirtorf hat wegen der besseren Förderung die Sanierung der Häuser Neustädter Straße 3 und 7 übernommen, das Haus Nummer 5 war so marode, dass es durch einen Neubau ersetzt wird.

Die drei Baumaßnahmen kosten die Kommune stattliche 3,6 Millionen Euro, wie Fey am Rande der Sitzung mitteilte. In einem Vertrag wird nun geregelt, dass die Stadt die Sanierungskosten übernimmt, während sich die Projektgesellschaft um Vermietung und Verwaltung auch der städtischen Immobilien kümmert.

Insgesamt soll die Kernstadt deutlich aufgewertet werden. So erhalten die Ärzte moderne Praxisräume, was es leichter macht, sie überhaupt für eine Tätigkeit zu gewinnen. Denn der Trend geht hin zur Gemeinschaftspraxis, wie sie bereits erfolgreich von den fünf Ärzten der Praxis Ohm-Felda geführt wird. Apotheke, Sanitätsgeschäft und therapeutische Praxen sollen im Med-Zentrum »Kirtorfer Höfe« angesiedelt werden.

Der Neubau ist zugleich ein Lückenschluss vom unteren Marktplatz hin zum tegut-Markt, der über eine neue Brücke leichter erreichbar wird. Das Ganze bringt mehr Publikum in die Mitte der Kernstadt, was den Betrieb eines Cafés als neuem Treffpunkt rentabler werden lässt.

Bauplätze vergeben

Das Leben in der Großgemeinde wird auch hierdurch attraktiver, da sind die Kommunalpolitiker in Kirtorf zuversichtlich. Die Zahlen geben ihnen recht. So vermeldete Bürgermeister Fey in der Stadtverordnetensitzung, dass bereits alle 18 Bauplätze im Neubaugebiet vergeben oder reserviert sind. Meist sind es junge Paare, die in der Kernstadt bauen wollen. »Wir haben Perspektive in Kirtorf«, freut sich Fey.

Dem schließt sich der Vorsitzende der stärksten Fraktion von FW und CDU an, Ralf Völzing. Er hofft auf Aufschwung durch eine klare Aufwertung der Infrastruktur. Dabei nennt Völzing neben Glasfaseranschlüssen und den Kirtorfer Höfen auch den Anschluss an die Autobahn A 49.



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