06. Oktober 2022, 21:51 Uhr

Weniger Klamotten - aber fair produzierte

06. Oktober 2022, 21:51 Uhr
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Aus der Redaktion
Stadtrat Dietmar Köllner besuchte die Ausstellung im Weltladen über schlechte Arbeitsbedingungen bei der Schuhherstellung. Infos gaben Bärbel Spohr (re.) und Kerstin Dietrich. FOTO: PM

Im Weltladen war in den letzten Wochen die Ausstellung »Change your shoes« zu erleben. Auf sieben aussagekräftigen Roll-Ups gab es Infos darüber, unter welchen Bedingungen unsere Schuhe von Arbeiterinnen und Arbeitern in Asien und Osteuropa hergestellt werden. Das Team des Weltladens hat die Mitglieder des Magistrats dazu einzuladen, sich über die Realitäten in der Produktion von Schuhen zu informieren. Stadtrat Dietmar Köllner wurde von Kerstin Dietrich und Bärbel Spohr von der Bildungsgruppe des Weltladens in die Inhalte der Ausstellung eingeführt.

»Die Faire Woche bietet alljährlich einen besonderen Anlass, sich mit einem ausgewählten Thema auseinanderzusetzen«, erklärte Dietrich. Diesmal stand sie unter dem Motto »Fair steht dir #fairhandeln für Menschenrechte weltweit« und beschäftigte sich mit menschenwürdigen Arbeitsbedingungen. Inzwischen werde die Produktion von Textilien kritischer gesehen und es zeichnet sich langsam ein Wandel ab.

Leider »läuft die in ärmere Länder outgesourcte Schuhproduktion eher geräuschlos ab, obwohl die Herstellungsbedingungen für Arbeiterinnen und Arbeiter katastrophal sind«, führte Spohr aus. Sie hat Arbeiter gesehen, die barfuß in Eimern mit Gerblösung stehen, die Haut voller Ekzeme und das bis zu 60 Stunden in der Woche. Die Schuhproduktion ist nicht nur gesundheitsschädlich, »sondern auch von der Bezahlung und den anderen Arbeitsbedingungen her extrem unfair«, so Spohr.

Es entspann sich eine interessante Diskussion, in der Köllner sich Einsicht von allen Seiten wünschte: Zum einen seien zwar Händler und Konsumenten diejenigen, die durch ihre Kaufentscheidung Ja oder Nein sagten. Zum anderen könnten die Regierungen vor Ort Arbeitsschutzmaßnahmen installieren.

Wenn Ware nicht gekauft werde, weil sie unfair, unsozial und unter grässlichen Produktionsbedingungen hergestellt wurde, wird sie auch nicht mehr produziert. »Der Konsument, die Konsumentin, hat es in der Hand«, sagt Dietrich. Dazu kommt der Überfluss, in dem viele Menschen in Deutschland leben. »Wenn man weniger Kleidung und Schuhe kaufen würde, dann könnte man mit wenigen fair und ökologisch hergestellt Stücken sehr gut leben«, meinte Bärbel Spohr. Jedes fünfte Kleidungsstück werde gar nicht getragen. Köllner freut sich über das Engagement der Freiwilligen im Weltladen, die das städtische Leben bereichern, und er lobte das ausgewählte Sortiment.



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