14. Oktober 2015, 17:33 Uhr

BI-Appell: Therme vorerst weiterbetreiben

Bad Nauheim (bk/pm). Eine schnelle Entscheidung in Sachen Therme-Neubau möchte die FW/UWG-Fraktion bei der Stadtverordnetensitzung herbeiführen, die heute Abend (19.30 Uhr, Trinkkuranlage) ansteht. Die BI appelliert, die alte Therme vorerst weiterzubetreiben.
14. Oktober 2015, 17:33 Uhr
Was wird aus der Therme? Diese Frage bleibt das kommunalpolitische Thema Nummer eins. (Foto: Nicole Merz)

Statt eine Vorentwurfsplanung für zwei Neubau-Varianten in Auftrag zu geben, wie das CDU, SPD und 3 B offenbar wollen, sprechen sich die Freien Wähler dafür aus, die Errichtung eines neuen Thermalbads am alten Standort (ohne Anbindung an den Sprudelhof) zu beschließen. Auch die Bürgerinitiative für eine Sanierung der Therme hat sich erneut zu Wort gemeldet. Sie appelliert an die Parlamentarier, für einen FDP-Antrag zu stimmen, der einen Weiterbetrieb der alten Therme über das Jahresende hinaus vorsieht.

Nach Ansicht von BI-Sprecher Dieter Heier könnte das Thermalbad über den 31. Dezember hinaus geöffnet bleiben. Die Argumente der Stadtverwaltung, technische Probleme unter anderem mit dem Säurelager für die Wasseraufbereitung machten eine Schließung unumgänglich, seien nicht stichhaltig. Heier bezieht sich auf ein Gespräch mit der zuständigen Sachbearbeiterin im Regierungspräsidium. Unter gewissen Voraussetzungen sei sie bereit, einen Weiterbetrieb des Säurelagers zu genehmigen.

»CDU uneinsichtig«

Die zentrale Forderung der BI, das bestehende Thermalbad zu sanieren, spielt bei der Sitzung heute Abend keine Rolle mehr, deshalb strebt die Initiative ein Bürgerbegehren an (WZ vom Samstag). Nach Auffassung der BI sind vor allem die Christdemokraten in dieser Frage »uneinsichtig« und zerstritten mit Bürgemeister Armin Häuser (CDU), der sich für eine Sanierung ausspreche.

Auf Kosten des Steuerzahlers seien in den vergangenen Monaten und Jahren bereits Hunderttausende von Euro für Gutachten ausgegeben worden. »Jetzt soll eine neue Anlage als ›Ankerlösung» her. Die dabei entstehenden Kosten, die die Verschuldung der Stadt um zusätzliche Millionen steigen lassen würden, spielen dabei wohl nur eine untergeordnete Rolle«, erklärt BI-Sprecher Heier. Entscheide sich die Mehrheit für die »Ankerlösung« (Neubau einer Therme plus Anbindung ans Badehaus 2) würden die Bürger wieder durch Steuererhöhungen zur Kasse gebeten.

Erstaunt ist die BI darüber, welche wichtige Rolle plötzlich die kleine 3 B-Fraktion spiele. Heier zufolge hat diese Gruppierung vor Monaten noch in Frage gestellt, ob Bad Nauheim überhaupt eine Therme benötige. Jetzt habe sich 3 B plötzlich zur »Führungsfraktion« in Sachen Neubau aufgeschwungen. Vorbild sei dabei das »kleine Provinzbad Bad Endbach«. Die SPD schließe sich offenbar dem Standpunkt von CDU und 3 B an.

»Die kleine FDP-Fraktion ist wohl die einzige, die auf den Bürger hört und uns von der Bürgerinitiative Therme hinsichtlich einer kostengünstigen Sanierung unterstützt«, erklärt Dieter Heier. Die BI habe weit über 3000 Bürgerstimmen für die Instandsetzung der Therme gesammelt. »Darüber hinaus enthält die Planung der BI eine Konzeption für die nächsten 30 bis 40 Jahre, wie die sanierte und modernisierte Therme in einem nächsten Bauabschnitt mit einem Wellnesshotel unter Anbindung des ehemaligen Windflügelturms sowie des früheren Balneologischen Instituts ergänzt werden kann.« Auch die teilweise Nutzung des Badehauses 2 für Sauna und Wellness (bei Erhaltung des TAF) sei Bestandteil der Vorschläge. Zudem möchte die BI auf den Bau einer Tiefgarage verzichten und dadurch die Ausgaben um 2,5 Millionen Euro verringern. Stattdessen soll der vorhandene Parkplatz »optimiert » werden, um 25 weitere Stellplätze zu schaffen.

Sanierung als »Wundertüte«

»Wir müssen jetzt eine Entscheidung treffen und nicht wieder bereits verworfene Ideen zum x-ten Mal prüfen«, fordert Markus Philipp, Fraktionsvorsitzender der FW/UWG. Ein Neubau der Therme sei die beste Entscheidung für Bad Nauheim. Die Mehrkosten, die ein Neubau im Vergleich zum Sanierungsvorschlag des Magistrats verursachten, sind nach Auffassung der Freien Wähler durch den »erheblichen Mehrwert« eines neuen Thermalbads absolut gerechtfertigt. »Bei der Sanierung nach dem Konzept des Magistrats ist geplant, das Therapiebecken zuzuschütten und die alten, über 40 Jahre alten Fliesen im Bad zu belassen«, erklärt Pressesprecher Markus Theis. Eine Sanierung sei immer eine »Wundertüte«. Auf die Überraschungen, die bei den Arbeiten zum Vorschein kommen würden, könne man gerne verzichten.

Die sogenannte Ankerlösung verzögert das Neubau-Projekt nach Ansicht der UWG nur noch mehr. Die Gründe, die vor drei Jahren zur Ablehnung dieses Konzepts geführt hätten, existierten weiterhin. Besser sei es deshalb, den Neubau am alten Standort als sinnvollste und wirtschaftlichste Lösung sofort zu beschließen. Eine Sanierung wäre nach Ansicht der Freien Wähler kein zukunftsweisendes Modell. Fraktionschef Philipp: »Die anderen Fraktionen müssen sich entscheiden und sollten nicht versuchen, sich mithilfe neuer Prüfungen über den Wahltermin im März zu retten.«

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