12. Juli 2013, 14:38 Uhr

Radverkehr: »Es gibt Defizite«

Bad Nauheim (bk). Die Bedingungen für Radfahrer können in Bad Nauheim deutlich verbessert werden. Dieser Ansicht ist der BUND-Ortsverband Friedberg/Bad Nauheim. Die Organisation schlägt unter anderem einen deutlich markierten Fahrradschutzstreifen vor, der vom Bahnhof über die Bahnhofsallee und die Ludwigstraße bis zur Parkstraße reicht.
12. Juli 2013, 14:38 Uhr
Genügend Platz haben Radfahrer in der Schwalheimer Straße. (Foto: nic)

In gleicher Weise könne die Verkehrssicherheit für Radfahrer in der Frankfurter Straße optimiert werden. Wie Jürgen Patscha, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung im Rathaus, erklärte, werde die Stadt die BUND-Vorschläge zum Teil im neuen Verkehrsentwicklungskonzept berücksichtigen. »Bezüglich der Radwege gibt es in Bad Nauheim Defizite«, sagte Patscha auf Anfrage.

Kürzlich sprachen die BUND-Mitglieder Dr. Reinhard Patrzich und Wilhelm Krawietz mit Bürgermeister Armin Häuser und Fachbereichsleiter Jürgen Patscha. Vorgestellt wurden Wünsche und Forderungen zur Verbesserung des Radverkehrs. »Jede Fahrt, die mit dem Rad statt mit dem Auto zurückgelegt wird, bringt erhebliche Vorteile und Ersparnisse für die Stadt. Das wirkt sich vor allem auf die Innenstadt aus. Es wird Platz gespart (Straßen und Parkplätze), Bad Nauheim muss weniger ins Straßennetz investieren. Die Innenstadt wird als Wohnort attraktiver«, erklärte Patrzich. Bei der Planung des Radwegenetzes müssen nach Ansicht des BUND die Bedürfnisse der unterschiedlichen Gruppen beachtet werden. Neulinge und Gelegenheitsradler bevorzugten Wege, die fern von großen Verkehrsachsen verlaufen. Alltagsradler nutzten – ähnlich wie Autofahrer – die schnellsten Verbindungen.

Solange Routen durch Nebenstraßen führen, reichten im Wesentlichen Geschwindigkeitsbegrenzung und Verkehrsberuhigung aus. In Bad Nauheim gebe es gute Beispiele: Fahrbahnteiler, Kreisel, Tempo-30-Zonen. Nach Ansicht des BUND kann und soll aber mehr getan werden. Hauptverkehrsader in der Kernstadt sei Park- und Ludwigstraße. Hier reiche Tempo 30 nicht aus. Die Umweltorganisation schlägt vor, einen schmalen Radschutzstreifen beidseits auf der Fahrbahn durchgängig auf Bahnhofsallee, Ludwig- und Parkstraße zu markieren. »Die Schutzstreifen in der Schwalheimer Straße zeigen, wie es geht: mehr Sicherheit für Radfahrer bei gemeinsamer Nutzung der Fahrbahn«, betonte der BUND. Auf diese Art könnte die Verkehrssicherheit für Radfahrer auch auf der Frankfurter Straße verbessert werden, und zwar durchgängig von Nieder-Mörlen bis Eleonorenring.

Generell sei zu prüfen, wo das Radfahren entgegen der Einbahnrichtung ermöglicht werden kann. Patrzich und Krawietz empfehlen, an den Einmündungen der Einbahnstraße durch einen angedeuteten Radschutzstreifen auf die besondere Verkehrsführung hinzuweisen. Der Hauptradweg von Nieder-Mörlen in die Kernstadt, der nach dem großen Parkplatz durch die Küchler- und Rittershausstraße geführt wird, sollte nach Ansicht des BUND in diesen Straßen lediglich entgegen der Fahrtrichtung des Autoverkehrs als Radweg ausgewiesen werden.

Die BUND-Vertreter übergaben Häuser und Patscha einen umfangreichen Empfehlungskatalog. Unter anderem wird vorgeschlagen, den Radverkehr in der Zanderstraße und im Eleonorenring auf der Fahrbahn zu führen, da dort Tempo 30 gilt. In der Zanderstraße soll der bisherige Radfahrstreifen an der Usa mit dem Schild »Fußweg, Radfahrer frei« versehen werden. Für die Eisenbahnunterführung in der Benekestraße würde sich der BUND wünschen, dass die Bedarfsampel (Richtung Rotdorn-/Frankfurter Straße) den Tunnel künftig auch für Radfahrer freigeben kann. Die Frankfurter Landstraße sollte einen Radfahrstreifen erhalten, der bis Friedberg reicht. Radfahren entgegen der Einbahnrichtung müsste laut BUND in folgenden Straßen erlaubt sein: Rotdornstraße, Luisenstraße (zwischen Schiller- und Lindenstraße), Ernst-Moritz-Arndt-Straße, Mittelstraße (Höhe Marktplatz) und Karlstraße (Richtung Friedrich-Ebert-Platz).

»Einbahnstraßen-Öffnung ein Thema«

Nach Aussage von Fachbereichsleiter Patscha ist die Stadt dankbar für die BUND-Vorschläge, die im Verkehrsentwicklungskonzept zum Teil Berücksichtigung finden könnten. Ein Gutachten zur Verkehrssituation und »erste grobe Vorschläge« werden laut Patscha in der ersten Sitzung des Bauausschusses nach den Ferien vorgestellt. »Klar ist, dass motorisierter und Radverkehr gleichberechtigt sein müssen. In Bad Nauheim ist der Anteil des Radverkehrs geringer als in vergleichbaren Städten. Bei uns gibt es Defizite«, sagte der Fachbereichsleiter. Neben mehr markierten Radschutzstreifen sei die Öffnung von Einbahnstraßen ein Thema. Dabei sei eine Einzelfallprüfung erforderlich.

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