18. August 2015, 19:33 Uhr

60. Bezirkstierschau: Sambuca ist »Miss Bad Vilbel«

Bad Vilbel (ach). Gewaschen und gekämmt standen sie da – die Rinder, Pferde, Ziegen und Schafe der 60. Tierschau auf dem Bad Vilbeler Marktgelände. Und so, als wüssten sie, dass sie im Mittelpunkt stehen, ließen sich die Tiere bereitwillig streicheln und fotografieren. Viele Zuschauer säumten den Platz bei optimalem Wetter.
18. August 2015, 19:33 Uhr
Die Züchter und ihre Siegertiere mit der Prominenz aus Politik und Landwirtschaft.

Als Höhepunkt des Marktes bezeichnete der sichtlich begeisterte Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr die 60. Bezirkstierschau. Da dürfte er nicht Unrecht haben, denn Hunderte von Zuschauern warfen einen Blick auf die herausgeputzten Rinder, Pferde, Ponys, Schafe, Ziegen, Schweine sowie die Hasen und Hühner der Vilbeler Kleintierzüchter. Städter kamen mit Landbewohnern ins Gespräch. »So viele Tiere habe ich noch nie gesehen«, sagte eine Frau, als am Ende der Bewertungen nochmals alle Sieger auf die Rasenfläche gerufen wurden.

Bis es jedoch soweit war, lag ein ereignisreicher Morgen hinter den Züchtern. Für den 22-jährigen Assenheimer Landwirt Christopher Wyschka und seine Familie hatte die Schau schon am Vortrag begonnen, als die angemeldete Kuhfamilie vom groben Dreck gereinigt werden musste. Am Dienstag hieß es dann um 5 Uhr morgens aufstehen, die Kälbchen im Stall mit Milchpulver versorgen und bei den anderen 120 Kühen vorbeischauen. Dann ging es mit vier Kühen (Jersey und Rotes Höhenvieh), zwei Rindern und einem Bullen zur Tierschau. Dort erhielten die Vierbeiner dann unter dem Wasserschlauch den letzten Schliff, Füße und Klauen wurden gereinigt und die Tiere schön herausgeputzt.

Die Wyschkas sind schon zum 13. Mal dabei, weil es ihnen Spaß macht, ihre Tiere zu zeigen. Zu ihrer Kuhfamilie gehören Großmutter »Miri«, Mutter »Mirja« und ein acht Wochen altes Kälbchen noch ohne Namen; doch es soll auch einen mit M« beginnend bekommen, erklärt der Junglandwirt. Sorgen bereitet ihm der niedrige Milchpreis von 28 Cent, die er für einen Liter noch bekommt. Eine Kuh gibt etwa 35 Liter Milch pro Tag. Der heiße Sommer bewirke, dass der Milchviehbetrieb nur eine geringe Heumenge und Grassillage bekomme. Zukaufen müsse er allerdings nicht, denn der Betrieb verfüge über Wiesen an der Nidda.

Schwungvoll im Trab

Anders ist das bei der Familie Hess aus Lettgenbrunn im Spessart, deren Heuernte in diesem Jahr nicht ausreicht. »Die Kühe trinken bei über 30 Grad bis zu 120 Liter Wasser pro Tag. Ihre Wohlfühltemperatur liegt bei etwa 15 Grad, sie suchen den Schatten und mögen keinen Regen«, wie Markus Hess senior berichtet. »Unsere Kühe trinken das Vilbeler Wasser nicht, sie mögen nur das aus dem Spessart«, lacht Hess. Er hat seine Kühe am Euter und auf dem Kopf geschoren, damit die Wertungsrichter alle Vorzüge der Tiere erkennen können. Dann wurden sie gekämmt und mit Glanzspray eingerieben. Es gibt sogar ein Spray, mit dem kleine Hautblessuren verdeckt werden können. Der Aufwand hat sich gelohnt: Zwei erste und ein zweiter Preis waren der Lohn.

Auch für die gezeigten Pferde hatten die Wertungsrichter hörenswerte Beschreibungen wie markantes Gesicht, schöne Schulter, passendes Fundament, schwungvolle Bewegung im Trab. Direktvermarkter boten ihre Waren an. Gezeigt wurde artgerechte Schweine-Gruppentierhaltung. Die Ferkel hatten es den Zuschauern besonders angetan. Es gab Infos zu Urlaub auf hessischen Bauernhöfen und speziell zur Wetterau sowie zum regionalen Einkauf. Die Landesvereinigung Milch warb für die Milch/Käse-Straße. Für die erkrankte Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser aus dem hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz war Simone Sandt gekommen. Sie hob die Bedeutung der Tierschau als Bindeglied zwischen der ländlich geprägten Wetterau und der Metropolregion Rhein-Main hervor. Die Wetterau sei im Rahmen des »Hessischen Öko-Aktionsplanes« zu einer von drei »Öko-Modellregionen« ausgerufen worden. Zum Abschluss führte Björn Müller seine Schafe hütenden Border Collies vor, und der Sechserzug der Binding-Brauerei fuhr mit Rathauschef Stöhr als Beisitzer auf dem Kutschbock über den Platz.

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