17. September 2008, 17:40 Uhr

Stadt will mehr Erzieherinnen einstellen

Bad Vilbel (süd). Die Stadt möchte den Betreuungsschlüssel für Kindergärten auf eigene Kosten erhöhen und deshalb pro Jahr rund 200000 Euro in die Hand nehmen. Laut Landesschlüssel sind 1,5 Erzieherinnen pro Gruppe als Orientierungsmaßstab vorgesehen. Diese Zahl habe die Quellenstadt bisher schon um 20 Prozent überschritten und möchte nun die Quote auf 25 Prozent erhöhen.
17. September 2008, 17:40 Uhr

Statt eineinhalb Erzieherinnen pro Gruppe seien es dann zwei. Das gaben gestern Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr, Erster Stadtrat Jörg Frank und Edith Lein als stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Soziale Sicherung bekannt. Der Bürgermeister will diesen Vorschlag in den Haushaltsplanentwurf für 2009 einarbeiten, die Entscheidung trifft das Stadtparlament.

Frank nannte am Beispiel von zwei Einrichtungen konkrete Zahlen. In der Kindertagesstätte »Zauberburg« in Dortelweil-West seien zurzeit 341 Wochenstunden für die Erzieherinnen vorgesehen. Nach der Erhöhung werden es 352. Laut Landesschlüssel seien jedoch nur 283 vorgesehen. Ähnlich sieht es in der Kita »Rasselbande« in Dortelweil-Alt aus. Hier gibt es bisher 430 Wochenstunden, 448 sollen es nach der Erhöhung sein, vorgeschrieben sind laut Landesgesetz nur 350. Anders als dort vorgesehen würden in der Quellenstadt zum Beispiel die Einrichtungsleiterinnen bereits freigestellt, in den größeren Einrichtungen mit einer bestimmten Stundenzahl auch die Stellvertreterinnen.

Sollte das Parlament die Gelder zur Verfügung stellen, würde das Personal in den Einrichtungen individuell aufgestockt, von fünf Stunden mehr in der kleinsten Kita bis hin zu 27 Stunden mehr in der größten Einrichtung in der Stadt.
»Wir wollen auf unsere bisherigen Angebote noch eins draufsetzen«, erklärte der Bürgermeister die »weitere Qualitätssteigerung«. Er habe zuvor Gespräche sowohl mit Elternvertretern als auch mit den Leiterinnen der Einrichtungen geführt. Die Erhöhung des Betreuungsschlüssels bedeute für die städtischen Kindergärten ein Mehr an Personalkosten von rund 120 000 Euro, hinzu kommen die freien und konfessionellen, sodass sich ein Betrag von etwa 200 000 Euro jährlich ergibt. Bisher gibt die Stadt rund 1,3 Millionen Euro für Personalkosten nur in den sieben städtischen Einrichtungen aus. Hinzu kommen zwei Elternvereine und sechs freie Träger. 1237 Mädchen und Jungen werden zurzeit in den verschiedenen Einrichtungen betreut.
»Niemand wird etwas dagegen haben«, glaubt Frank an breite Zustimmung der Stadtverordneten. Laut Stöhr ist zur Finanzierung dieser freiwilligen Leistung »im Moment keine Gebührenerhöhung geplant«.
Frank betonte, dass die Arbeit in den Einrichtungen immer schwieriger werde. Als Beispiel nannte er zusätzliche Dokumentationspflichten im Rahmen des »Bildungsplans 0 bis 10«: »Wir müssen da Schritt halten.«

»Wir wollen die Kinder da abholen, wo sie mit ihren Stärken und Schwächen stehen«, erläuterte Lein, wie das zusätzliche Personal eingesetzt werden soll – zum Beispiel zur individuellen und gezielten Förderung. Die sei personalintensiv. Man beobachte auch, dass Eltern immer weniger Zeit hätten und immer mehr familiäre Probleme in die Kitas getragen würden.

Für Stöhr ist die Botschaft seines Vorschlages klar: »Wir setzen hier Prioritäten.« Das Geld, das für die Kinderbetreuung ausgegeben werde, stehe für andere Dinge nicht zur Verfügung. Aber er sieht da kein Problem. Bad Vilbel brauche den Vergleich mit anderen Städten nicht zu scheuen, sei vielmehr »im Wetteraukreis und in der Region führend«, so der Rathauschef.

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