13. Januar 2009, 20:10 Uhr

Was hinter den Kulissen einer Wahl passiert

Bad Vilbel/Karben (koe). Was vor einer Wahl wie der bevorstehenden Landtagswahl am Sonntag alles zu tun ist, welche Probleme es geben kann und was hinter den Kulissen vor sich geht, erklärten Gemeindewahlleiter Walter Lassek und seine Stellvertreterin Elke Bär aus der Quellenstadt. Susanne Schubert von der Karbener Stadtverwaltung erläutert die Zahlen für die Nachbarstadt.
13. Januar 2009, 20:10 Uhr
Gemeindewahlleiter Walter Lassek (r.) bespricht sich mit seiner Stellvertreterin Elke Bär und klärt letzte Details zur Landtagswahl am kommenden Sonntag. (Foto: Köhnkow)

Bad Vilbel/Karben (koe). Was vor einer Wahl wie der bevorstehenden Landtagswahl am Sonntag alles zu tun ist, welche Probleme es geben kann und was hinter den Kulissen vor sich geht, erklärten Gemeindewahlleiter Walter Lassek und seine Stellvertreterin Elke Bär aus der Quellenstadt. Susanne Schubert von der Karbener Stadtverwaltung erläutert die Zahlen für die Nachbarstadt.

Viele Bürgerinnen und Bürger hätten Schwierigkeiten mit der Briefwahl. Bisher haben zwar 1888 Personen Anträge auf Briefwahl gestellt, die Tücken zeigten sich aber am Wahltag. »Die Unterlagen kommen nicht richtig ausgefüllt oder in falscher Form zu uns«, sagte Lassek. Es fehlen die Unterschrift oder der Stimmzettel ist im falschen Umschlag. »So sind die Stimmen ungültig. Sie werden sofort aussortier«, erklärte Bär. Denn ist der Stimmzettel im falschen Umschlag, wird ersichtlich, wer wie abgestimmt hat: »Das widerspricht dem Prinzip der geheimen Wahl«, ergänzte Lassek.

Unterlagen persönlich holen

Wer jetzt noch Briefwahl beantragen möchte, holt sich die Unterlagen am besten im Bürgerbüro in der Parkstraße ab. Geht der Antrag heute erst per Post zu Lassek und seinen Mitarbeitern, wird es bis Sonntag eng. Dann könne er nicht mehr garantieren, dass die Unterlagen rechtzeitig beim Wähler sind. Abgeholt werden können die Stimmzettel am heutigen Mittwoch zwischen 7 und 15.30 Uhr, am Donnerstag zwischen 7 und 18.30 Uhr, am Freitag von 7 bis 13 Uhr und am Samstag von 10 bis 12 Uhr. Das nutzen bisher einige Quellenstädter. »Etwa 50 kommen jeden Tag dazu ins Bürgerbüro«, schätzte Bär.

Die Wahlunterlagen bekomme man auch noch am Sonntag von 8 bis 15 Uhr. Das eigne sich besonders für Wähler, die plötzlich krank werden und selber nicht in ihr nahegelegenen Wahllokal gehen können. »Mit einer schriftlichen Vollmacht kann man jemanden beauftragen, den Stimmzettel abzuholen.« Allerdings muss dieser spätestens bis 18 Uhr wider ins Bürgerbüro gebracht werden. Dann endet die Frist und die Auszählung beginnt. »Vorher dürfen wir nicht zählen«, so Bär.

Dafür stehen insgesamt 263 Wahlhelfer zur Verfügung. Aufgrund des sehr kurzen Wahlkampfes habe man auf »bewährte Helfer der vergangenen Jahre« zurückgegriffen, sagte Lassek. Diese wurden auch extra geschult, wie sie sich bei schwierigen Fragen oder Probleme verhalten sollen.

Einige Bürger kommen nämlich ins Wahllokal, ohne eine entsprechende Benachrichtigung erhalten zu haben. Damit stehen sie auch nicht im Wählerverzeichnis: »Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Umzug oder noch kein dreimonatiger Wohnsitz im Wahlkreis«, sagte Lassek. Wenn ein Wähler sehr stur sei und lange mit den Wahlhelfern diskutiere, helfe oft ein Anruf im Rathaus: »Wir erklären schnell und sachlich, was die Gründe sind. Im Wahllokal muss es schließlich voran gehen«, meinte Bär. Viele der insgesamt 27 Wahllokale sind seit Jahren barrierefrei. Nur das DRK-Heim im Bezirk 4 und 5, das Kurhaus im Bezirk 11 und die ehemalige Verwaltungsaußenstelle in Gronau im Bezirk 20 sind es nicht. »Gehbehinderte können vorab einen Antrag stellen, in einem anderen Wahllokal wählen zu gehen oder sie können dies vorab im Bürgerbüro tun«, erklärte Lassek.

Spezielle Vorrichtungen für Blinde

Auch Menschen mit einer Sehbehinderung können selbstständig wählen gehen. Der Stimmzettel hat daher oben rechts ein Loch. Dort wird eine spezielle Schablone des Blindenbundes eingehakt. Dann ist der Aufdruck in Brailleschrift zu ertasten.

Insgesamt gibt es in Bad Vilbel 22 594 Wahlberechtigte. Die Zahlen sei im vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Da seien es 22 538 Personen gewesen.

Dass aufgrund der politischen Situation in Hessen weniger Menschen zur Wahl gehen, konnten Lassek und Bär bisher nicht beobachten: »Wahlmüdigkeit oder ein absoluter Run ist nicht erkennbar«, sagten sie. Die Wahlbeteiligung lag im vergangenen Jahr bei rund 71 Prozent. »Ein normaler Wert für eine Landtagswahl«, meinte Bär.

13 Wahlbezirke in Karben

Für den Gemeindewahlleiter und seine Stellvertreterin wird es am Sonntag ein langer Arbeitstag werden. »Ab 7 Uhr sind wir im Rathaus, wenn es gut läuft, sollte es bis 21.30 Uhr geschafft sein«, meinten beide.

Karben hat derzeit 15 993 Wahlberechtigte, davon sind 1342 Briefwähler, erklärte Pressesprecherin Susanne Schubert. Die Wahlbeteiligung im vergangenen Jahr lag bei 70,9 Prozent. In insgesamt 13 Wahlbezirken und ebenso vielen Wahllokalen können die Bürger ihre Stimme abgeben.

Auch hier gilt: Wer am Sonntag aus schwerwiegenden Gründen erkrankt oder verhindert ist, kann sich die Unterlagen gegen Vollmacht von 8 bis 15 Uhr abholen lassen. Vorab können Interessierte zur den Öffnungszeiten des Bürgerbüros wählen.

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