30. März 2010, 17:42 Uhr

Drei Generationen erinnern sich an ihre Konfirmation

Bad Vilbel (cf). »Konfirmation damals und heute« war Thema des musikalischen Erzählcafés am Sonntagnachmittag im Gemeindesaal der Christuskirche. Bei Tee, Kaffee und selbstgebackenen Kuchen schilderten drei Konfirmanden aus Bad Vilbel ihre Erlebnisse rund um die Konfirmation.
30. März 2010, 17:42 Uhr
Diskutieren über die Konfirmationszeit: (v.l.) Irene Hartmann, Mitglied des Kirchenvorstandes, Ludwig Seybold, Anja Seybold, Lena Diemerling und Pfarrerin Ulrike Mey. (Foto: Fauerbach)

Die Moderatorinnen Pfarrerin Ulrike Mey und Irene Hartmann, Mitglied des Kirchenvorstandes, hießen 23 Besucher und das mehrfach preisgekrönte Gitarrenduo Patrick Wolf und Patrick Zottmann willkommen. Beide wurden wie Lena Diemerling 2009 in der Christuskirche von Pfarrer Dr. Klaus Neumeier konfirmiert. Anja Seybold und ihr Vater Ludwig Seybold kramten ebenfalls in ihren Erinnerungen über die Bestätigung ihres Taufbekenntnisses. Anja Seybold wurde 1991 von Pfarrer Hans Siebert in der Christuskirche gesegnet, ihr Vater gehörte zu den Konfirmanden des Jahrgangs 1956 von Pfarrer Karl Michel im Südbezirk. Seine Konfirmation fand in der Auferstehungskirche statt.

Da alle drei verschiedenen Jahrgängen angehören, waren die Unterschiede in der Vorbereitungszeit sowie bei Konfirmation, Feier und Geschenken groß. »Unsere Konfirmation war stark durch die Zeit geprägt. Pfarrer Michel war für die 36 Jungen und 13 Mädchen unseres Jahrgangs eine Respektsperson. Das sieht man auch auf unserem Gruppenfoto vor der alten Trauerhalle«, sagte Ludwig Seybold. Und fügte hinzu: »Die Vorstellung war ein Alptraum, die Konfirmation die Kür. « Für die Prüfung an der Vorstellung mussten die Konfirmanden richtig büffeln und viel auswendig lernen. Die zehn Gebote, das Vaterunser, das Glaubensbekenntnis, Psalme, das doppelte Gebot der Liebe sowie der »Kleine Katechismus« von Martin Luther gehörten zum Pensum. Verfolgt wurde das Frage- und Antwortspiel der Prüfung nicht nur von Eltern, Paten, Verwandten und Nachbarn, sondern auch von Klassenkameraden und Schulfreunden, was die Aufregung und Angst der Prüflinge nochmals steigerte.

Auch Tochter Anja Seybold war bei ihrer Vorstellung aufgeregt, wie sie sich erinnerte. Vorbereitet wurden sie und Lena Diemerling in ihrer Konfirmandenzeit und in Freizeiten. Bei Anja Seybold wurde jedoch nicht mehr streng das Erlernte abgefragt, sondern die acht Mädchen und neun Jungen konnten sich zu den Fragen von Pfarrer Siebert melden. Lena Diemerling gestaltete mit ihrer Gruppe den Gottesdienst selbst, arbeitete mit anderen das Thema »Predigt« aus. »Bei unserer Vorstellung hatten wir ganz viel Wahlfreiheit. Ich fand die drei Jahre Konfirmandenunterricht lang, aber gut. Ich würde nichts ändern, wenn ich könnte.«

»Bei uns riss der Kontakt zur Kirche nach der Konfirmation ab. Wir wurden von Eltern und Gesellschaft ins Erwachsenenleben geschleust. Für viele begann bereits eine Woche nach der Konfirmation ihre Lehrzeit«, erinnerte sich Ludwig Seybold. Ein Nachbar habe ihn vom Tag der Konfirmation an nur noch mit »Herr Seybold« angesprochen und nicht mehr wie zuvor geduzt. Für seine Tochter Anja war diese Zeit dagegen ein Teil ihrer Schulzeit. Die Bindung zur Gemeinde wurde durch Jugendarbeit, Freizeiten, Gruppen- und Konfirmationswochenenden aufgebaut und gestärkt.

Für alle aufregend war auch der Kauf der Kleider und Anzüge. Die Farbe Schwarz dominierte vor allem bei den Anzügen der Jungen neben Blau und Anthrazit. »Bei den Jungen zeigten die Maiglöckchengestecke am Revers nach oben, bei den Mädchen nach unten«, erzählte Ludwig Seybold. Nicht eingebunden war er in die Vorbereitung der »seriösen Familienfeier« mit Pfarrer und Kirchenvorstand zu Hause. Tochter Anja erinnerte sich an eine nette Feier im Familien- und Freundeskreis. Lena Diemerling krönte den Tag nach dem Kaffeetrinken zu Hause mit einem Abendessen beim Griechen. Ludwig Seybold bekam Geld für ein Fahrrad geschenkt, das er heute noch besitzt und mit ins Erzählcafé brachte. Auch die beiden Konfirmandinnen freuten sich über Geld- und Schmuckgeschenke, und Lena Diemerling zusätzlich noch über eine Reise nach Rom.

Angeregt durch die Schilderungen des Trios wurden auch bei den Besuchern viele Erinnerungen wach, und es entstand ein lebhaftes Gespräch. Gemeinsam gesungene Lieder und mehrere von den beiden Gitarristen gespielte Stücke rundeten das Erzählcafé ab.

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