14. Dezember 2010, 19:22 Uhr

Weihnachtsmarkt in der Wasserburg zieht zahlreiche Besucher an

Bad Vilbel (dit). »Der Glühwein und die Plätzchen schmecken wunderbar. Die Musik ist ausgezeichnet«, sagte Ulrike Wiedemann. Irene und Giselher Förstl, Margarete Gentner und Ursula Goldberg pflichteten ihr bei. An einem Stehtisch vor der weihnachtlich geschmückten Hütte des Partnerschaftsvereins Moulins-Bad Vilbel sprachen sie den dort gebotenen Köstlichkeiten zu und verfolgten das Bühnenprogramm des Weihnachtsmarkts in die Wasserburg.
14. Dezember 2010, 19:22 Uhr
Das Blasorchester Massenheim spielt stimmungsvolle Weisen. (Foto: Ditscher)

Die Darbietung des Blasorchesters Massenheim, das unter Leitung von Peter Lüttig stimmungsvolle Lieder spielte, gefiel der Gruppe, die am Samstagnachmittag zum Markt gekommen war, sehr gut. »Der Chor ›Vil-belCanto‹ hat hervorragend gesungen. Leider waren wegen des schlechten Wetters zu wenig Gäste da«, ergänzte Ursula Goldberg und unterstrich unter Zustimmung der Umstehenden: »Der ganze Weihnachtsmarkt mit seiner stimmungsvollen Kulisse ist eine Bereicherung für Bad Vilbel.« Giselher Förstl fügte an: »Es ist hier angenehm familiär.«

Englische Scones beim Partnerschaftsverein

Fröhlich ging’s am benachbarten Stand des Partnerschaftsvereins Glossop-Bad Vilbel zu. Vorsitzender Jochen Wilbert berichtete: »Trotz des schlechten Wetters ist das Interesse unglaublich groß. Zahlreiche Gäste erkundigten sich nach unserem Programm für 2011. Wir haben viele neue Kontakte geknüpft. « Erstmals bewirteten die Mitglieder des Partnerschaftsvereins, die auch Gäste aus der englischen Partnerstadt anlässlich des Weihnachtsmarktes in Bad Vilbel willkommen heißen konnten, Besucherinnen und Besucher mit selbstgebackenen Scones. Diese fanden schnell ihre Abnehmer.

Beim Bummel durch das anheimelnde »Weihnachtsstädtchen«, das am dritten Adventswochenende in der und um die Wasserburg errichtet war, gab es vieles zu sehen, zu riechen und zu schmecken. Vereine, Privatleute und Gewerbetreibende boten kulinarische Genüsse und vielerlei Waren. Hier ein Querschnitt: Der Duft von frisch gebackenen Kartoffelpuffern lag in der Luft. In einer großen Pfanne wurden Champignons gebraten. Der Kernstadtfeuerwehr reichte heißen Orangensaft. Bei der Stadtkapelle, deren Schüler- und Hauptorchester den Weihnachtsmarkt musikalisch bereicherten, gab’s Frikadellen, außerdem wurden Jahreskonzert-CDs veräußert. Silberschmuck blinkte am Stand von Dieter Müller. Pullover und Schals in Designer-Naturstrickmode hielt Bettina Kreutz bereit. Angeboten wurden unter anderem auch Schaffelle, Bienenwachskerzen, Kräuterbonbons, Fingerpüppchen aus Peru und vieles mehr.

Reger Andrang herrschte am Stand von Liane und Uli Kempe. Dort zogen Räuchermännchen, Krippenfiguren, Schwibbögen und weitere Holzkunstwerke aus dem Erzgebirge die Blicke der Flanierenden an. Manche der filigranen Figuren wechselte den Besitzer. Über den Zuspruch zeigten sich die Standbetreiber erfreut. »Die Schnitzereien sind nach wie vor gefragt«, sagte Uli Kempe und kündigte an, dass am vierten Advent erstmals eine Weihnachtsausstellung mit Handwerkskunst in der Stadthalle Friedberg stattfinde. »Circa 45 Aussteller vom Bürstenmacher über Glasbläser und Korbmacher bis zur Porzellanmalerin sind dabei«, kündigte der Initiator an.

Glasbläser zeigt sein Können

Reges Interesse galt der Glasbläserkunst von Joachim Hörnig. »Wir freuen uns, dass wir die alte Tradition, die wir in Lauscha in Thüringen pflegen, hier im Rhein-Main-Gebiet zeigen dürfen«, sagte er und demonstrierte, wie aus Rohglasröhren über heißer Flamme kunstvolle Kugeln und Vögel entstehen. Dabei erzählte er manche Geschichte und erklärte den Unterschied zwischen Glasmachern und Glasbläsern. »Glasmacher stellten früher in Hütten bei großer Hitze Hohlglasrohre her. Einer blies eine Glaskugel, ein zweiter zog daraus ein bis zu 40 Meter langes Rohr. Bei ihrer anstrengenden Arbeit tranken sie viel Bier.« Der Gerstensaft habe den durch die schweißtreibende Tätigkeit ausgelösten Mineralien- und Flüssigkeitsverlust ausgleichen sollen. »Glasbläser stellen aus den Glasrohren verschiedenste Hohl-Figuren her«, so Hörnig und scherzte: »Allerdings trinken wir Glasbläser nicht so viel Bier, sondern Mineralwasser.« Obwohl letzteres ein Markenzeichen von Bad Vilbel ist, verwunderte es nicht, dass bei der regnerischen und kalten Witterung Glühwein in unterschiedlichen Variationen das beliebteste Getränk auf dem Weihnachtsmarkt war. Dazu wurden heiße Maronen, Zwiebelkuchen und andere deftige Speisen verzehrt. Kinder fanden Gefallen an Lebkuchen und Zuckerwatte. Sie drehten vergnügt Runden auf einem nostalgischen Karussell.

Gut angenommen wurde auch das abwechslungsreiche Rahmenprogramm. Zahlreiche kleine Gäste verfolgten das von der Theatergruppe des Waldorfkindergartens gespielte Märchen »Die sieben Raben« und nahmen den Märchenlesungen teil. Zauberer »Don Futschikato« alias Dr. Ing. Dieter Arnold aus Königstein begeisterte mit seiner Fingerfertigkeit, mit der er nicht nur sein Publikum verblüffte, sondern in Zusammenarbeit mit dem Rotary-Club auch für einen guten Zweck warb. Karitativ ausgerichtet war auch der Programmpunkt »Skilimates & der Zauber der Weihnacht« - Lieder zum Lauschen und Mitsingen. Durchgeführt wurde zum wiederholten Mal ein Nikolauslauf für Kinder und Erwachsene.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos