02. August 2011, 17:25 Uhr

Ermittler finden über 1000 Kinderpornos auf Computer

Bad Vilbel (khn). Wegen des Besitzes von 1360 Bildern und 75 Filmen mit kinderpornografischem Inhalt ist ein 51-jähriger Vilbeler zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt worden. Außerdem muss er 1200 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen, beschloss jetzt eine Richterin am Amtsgericht Frankfurt.
02. August 2011, 17:25 Uhr
(Foto: dpa/Symbolbild)

Eine weitere Auflage: Der Mann muss seine Psychotherapie fortsetzen, die er im März auf Empfehlung seines Anwalts begonnen und nach 17 Sitzungen beendet hatte.

Unter den Dateien, die Ermittler nach Angaben eines Sprechers des Amtsgerichts bei einer Hausdurchsuchung im Mai des vergangenen Jahres auf dem Computer des Angeklagten sicherstellt hatten, fanden sich Aufnahmen von Jungen und Mädchen ab sechs Jahren, die missbraucht und vergewaltigt wurden.

Der dreifache Vater hatte bei der Verhandlung am Montag angegeben, aufgrund von erheblichen Problemen mit seiner Ehefrau, mit der er zu der damaligen Zeit noch zusammengelebt hatte, mit dem Runterladen angefangen zu haben.

Er habe sich von seiner Familie zurückgezogen und sei in eine virtuelle Welt geflohen, gab der Quellenstädter zu Protokoll. So sei er auf einschlägigen Internetseiten gelandet und habe von diversen Tauschbörsen zahlreichen Bilder und Filme runtergeladen.

Dabei habe er im Laufe der Zeit den Überblick verloren - und deshalb nur noch die Bilder und Filme mit Kindern gelöscht, wenn sie ihm aufgefallen seien. Irgendwann habe er mit dem Sammeln aufgehört - nachdem er einen Artikel in einer Zeitung zum Thema Kinderpornografie gelesen habe, erklärte der Vilbeler vor Gericht.

Erwischt worden war der 51-Jährige von seinem Sohn. Der wollte bei einem Besuch an dem Computer spielen und hatte dabei die Dateien entdeckt. Er erzählte seiner Mutter davon, die wiederum ihren nun getrennt lebenden Ehemann bei der Polizei anzeigte.

Wegen der guten Sozialprognose hatte der Anwalt des Beschuldigten plädiert, die Bewährungsstrafe auf drei Monate zu begrenzen. Der Grund: Damit tauche sie nicht als Eintrag im Führungszeugnis auf. Dem gab die Richterin nicht statt. Sie schloss sich vielmehr der Forderung der Staatsanwältin an.

Für den 51-Jährigen spreche, dass er geständig gewesen, nicht vorbestraft sei und eine Therapie begonnen habe, urteilte die Richterin. Gegen ihn wertete das Gericht jedoch die große Anzahl an Dateien, die die Ermittler auf seinem Rechner gefunden hatten - sowie die geringe Einsicht des 51-jährigen Angeklagten.



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