20. August 2014, 12:18 Uhr

Tausende Besucher bei der 59. Bezirkstierschau

Bad Vilbel (pe). Zur 59. Bezirkstierschau sind am Marktdienstag wieder Tausende aus nah und fern geströmt. Viele Familien haben sich die Kühe, Rinder, Pferde, Schafe, Ziegen und Schweine angeschaut und sind anschließend über den Vergnügungsmarkt und den Krammarkt geschlendert.
20. August 2014, 12:18 Uhr
Immer einen Familienausflug wert ist die Tierprämienschau beim Bad Vilbeler Markt. (pe)

Es herrscht ein riesiges Stimmengewirr auf der Freifläche neben dem Festplatz, aus den Lautsprechern tönen Erläuterungen, Bewertungen und Grußworte. Jung und Alt schlendern über den Platz, die Kinder schauen entzückt und streicheln die Kühe, die in Gattern auf ihren Auftritt warten.

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Einmal im Jahr bietet sich dieses Bild bei der Bezirkstierschau im Rahmen des Bad Vilbeler Marktes. Zum 59. Mal hat die Stadt die Bevölkerung aus nah und fern zu dieser Begegnung zwischen Erzeugern und Verbrauchern eingeladen. Und dann ist Feiertag in Bad Vilbel. Kaum ein Geschäft hat geöffnet, die Verwaltung ist ganz zu, es arbeiten nur die Notdienste und diejenigen, die direkt mit dem Markt zu tun haben.

Menschen und Fahrzeugströme bewegen sich schon früh an diesem Dienstagmorgen in Richtung Vilbel. Noch am Abend und in der Nacht zuvor hatten Mitarbeiter des städtischen Bauhofes das Gelände präpariert: Starkregen hatte das Geläuf am Montagabend tief und die Anfahrtswege zu den Parkplätzen total matschig gemacht. »Wir haben gestern Abend tatsächlich überlegt, ob die Tierschau überhaupt stattfinden kann«, sagt Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr gegenüber der WZ. Später, kurz vor Ende der Veranstaltung, wird er die Männer um die beiden Marktmeister Klaus Zeller und Carsten Feik loben, dass sie das Gelände mit Kies und Sand haben präparieren lassen. »Wir wollten diese Traditionsveranstaltung auf jeden Fall stattfinden lassen«, betont das Stadtoberhaupt.

»Wahnsinnsbesuch«

Welch ein Glück, denn das Wetter, das sich am Abend zuvor von seiner schlechten Seite gezeigt hatte, hat an diesem Vormittag mit Züchtern und Besuchern ein Einsehen. Die Sonne taucht den Platz an der Heinrich-Heine-Straße in schönstes Licht, und so können die Züchter sowie deren Helfer ihre Tiere zur Prämierung bestens präsentieren. An den Absperrungen stehen die Menschen dicht an dicht: Es ist tierisch voll bei diesem sonnigen Auftrieb. Der Bürgermeister mag zwar nicht von Rekordbesuch sprechen, »aber wir haben einen Wahnsinnsbesuch«. Das ist gut für die Züchter, denn sie sind teilweise von weit her angereist, um ihre Züchtungen drei Stunden den kritischen Augen der Richter und Tausenden Interessierten zu präsentrieren: unter anderem aus Borken, dem Vogelsberg, Linsengericht und Hüttenberg. Das Gros stammt aus dem Wetteraukreis und Mittelhessen: aus Bad Nauheim, Friedberg, Ortenberg, Altenstadt, Niddatal, Hungen, Laubach und Nidda.

Sie treten mit ihren gezüchteten Tieren in verschiedenen Klassen an, beinahe verwirrend für die Laien, wie viele unterschiedliche Kategorien es gibt. Und dennoch: Wer aufmerkam hinhört, kann einiges lernen. Etwa, worauf es bei den Züchtungen ankommt, was bewertet wird und vor allem: Welche Rasse gerade durch einen der drei Parcours geführt wird. Es werden viele Infos gegeben durch die Zuchtleiter beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen Kassel. Sie erläutern etwa, was ein Rheinisch-Deutsches Kaltblut von einem Süddeutschen Kaltblut unterscheidet, woher die Shetland-Ponys kommen, was Welsh-Pferde sind, die verschiedenen Rinderrassen wie Deutsche Holsteins, Schwarz- und Rotbunte oder Jersey-Rinder. Pferde und Rinder sind in klarer Überzahl, aber viel Aufmerksamkeit erheischen auch die anderen Tiere: So etwa die Schweine von Alfred und Karsten Quirin aus Frankfurt-Harheim, die Ziegen der Florstäder Züchterin Birgit Kurschat, die Schafe der Züchter Rosel Seibert (Lich), Thomas und Björn Müller (Münzenberg) und Thorsten Petith (Bad Homburg).

Mutiger Züchternachwuchs

Andrang herrscht ebenso beim Züchternachwuchs: Beim Kälbervorführwettbewerb präsentiert sich der Züchternachwuchs den zahlreichen Augenpaaren der Besucher und der Richter schon ganz mutig. In vier Altersklassen treten die Jungzüchter an, die mit ihren Eltern und Großeltern recht weite Anfahrtswege hinter sich gebracht haben. Der Ausstellerkatalog verrät das Ziel dieses Wettbewerbs: »Gerade die Zuschauer sollen hier von der sorgsamen und verantwortungsvollen Betreuung der Tiere in unseren Züchterbetrieben überzeugt werden.« Der Applaus bei der Siegerehrung durch die hessische Milchkönigin Svenja Löw verrät, dass das gelungen zu sein scheint.

Bei so vielen tierischen Eindrücken von den Vierbeinern hat es die zweibeinige Prominenz an diesem Tag schwer: Bundestagsabgeordneter Oswin Veith spricht von einem »guten Querschnitt der landwirtschaftlichen Nutztiere«, Stöhr von einer »einzigartigen Schau in der Region«, und der Vizepräsident des hessischen Bauernverbandes, Armin Müller, zieht ein Fazit, bevor den erfolgreichen Züchtern Medaillen umgehängt und Pokale überreicht werden: »Erzeuger und Verbraucher rücken hier eng zusammen.«

Münzen und Medaillen

Folgende Züchter haben Münzen und Medaillen gewonnen:

Preismünze in Bronze des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen für Rinder: Geisel GbR (Bruchköbel), ADR-Medaille in Silber: Christian Allendörfer (Wehrheim), Ehrenpokal des Regierungspräsidenten: Erwin und Markus Hess (Jossgrund), diese Kuh ist zugleich zur »Miss Bad Vilbel« gekürt worden; Goldmedaille der Stadt Bad Vilbel und »Eutersiegerin«: »Grenadine« von Züchter Martin Klarmann (Altenstadt); Goldmedaille der Stadt in der Kategorie »Siegerkuh jung«: »Alt Kamin« von Christian Allendörfer.

Preisverleihung bei den Pferden: Siegerstute ist »Fleur de Lis« von Horst Hofmann aus Bad Nauheim, wofür es die bronzene Preismünze des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen für Pferde gab. Eine weitere Münze in Bronze für Kleinpferde/Ponys ging an »Horstzichts Sterre« von Norbert Langer (Bruchköbel); die Goldmedaille der Stadt Bad Vilbel an Reservesiegerstute »Rieke« von Silke Jäger-Nagelschmidt (Ortenberg); eine weitere Goldmedaille der Stadt an Christian Reuhl (Maintal) für »Liska«. Bei den Schafen und Ziegen erhielten Goldmedaillen der Stadt: Thorsten Petith (Ober-Erlenbach) für seine Schafe »Suffolk« und Rosel Seibert (Muschenheim) für ihre Kamerunschafe. Eine Preismünze in Bronze ging an Björn Müller (Münzenberg) für seine »Blackface«-Schafe.

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