20. Oktober 2019, 06:00 Uhr

Naturschützer besorgt

25 Bäume sollen Radweg am Bad Vilbeler Niddaufer weichen

Claus Metz ist in Sorge. Er hat sich die Pläne zum Radwegeausbau zwischen Bad Vilbel, Dortelweil und Gronau genau angesehen: 25 Baumfällungen sind geplant. Die Gelbwespen befürchten, dass es bei dieser Zahl nicht bleiben wird.
20. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Anke Ebel und Claus Metz fixieren die Plakate mit der Aufschrift »Kettensägenmassaker! Nein zur Rodung der Bäume am Niddaufer« an den Bäumen. Die beiden Gelbwespen befürchten, dass die Stadt dort mehr Baumstümpfe zurücklässt, als angenommen. (Foto: Niklas Mag)

Claus Metz, seine Frau Anke Ebel und Werner Jacobi haben an alles gedacht. Mit kleinen Reißzwecken fixieren sie ein Plakat an einem der großen Bäume an der Nidda in Dortelweil. Die drei Mitglieder der Bürgerinitiative »Gelbwespen« haben sich an der Stelle getroffen, an der die Verlängerung der Königsberger Straße auf den Niddaradweg trifft. Sie setzen sich für den Erhalt von Bäumen ein.

Heute geht es ihnen um das rund 1200 Meter lange Teilstück zwischen dem Bahnübergang Rosengarten und der Bordirski-Brücke, die zum Dortelweiler Sportplatz führt. »Mir hat eine Pressemitteilung der CDU Sorgen bereitet«, erläutert Claus Metz, während er das schrill-gelbe Plakat an dem großen Baum befestigt. »Dort heißt es, dass ›einige Bäume‹ im Zuge des Radwegeausbaus gefällt werden müssten. Dabei würde es sich vorwiegend um junge Birken handeln.. Doch damit streue die Stadt nur Sand in die Augen der Bürger. Denn wer sich am Nidda-Ufer umschaut, wird wenige junge Birken sehen, was den Eindruck erwecke, dass nicht viele Bäume dem neuen Radweg und den zugehörigen Sitzgelegenheiten weichen müssen. »Ich habe mir die Pläne für dieses Teilstück aber genauer angeschaut und ich finde, dass 25 Bäume nicht als ›ein paar‹ zu bezeichnen sind«, sagt Metz.

Grün am Ufer muss weichen

Er rollt den Plan des Teilstücks auf einer Parkbank aus und weist auf verschiedene gelbe Markierungen, in denen beschrieben ist, wie viele Bäume und aus welchem Grunde die Bäume gefällt werden. »Oftmals steht kein Grund dabei«, sagt Claus Metz und zeigt auf den Plan. Der Radweg entlang der Nidda soll deutlich verbreitert werden, das ist bereits seit längerem bekannt. Drei Meter solle der Weg zukünftig breit sein, damit Fahrradfahrer und Spaziergänger sich nicht in die Quere kommen.

Nördlich der Kreuzung zwischen Niddaradweg und Königsberger Straße werden künftig sogar zwei verschiedene Wege entlang der Nidda und den Kleingärten auf der anderen Seite, bestehen. Die 1,5 Meter breite Brücke, die vom Niddaradweg zum Sportplatz führt, allgemein bekannt als Bodirsky-Steg, soll durch eine größere ersetzt werden. »Dafür muss ein größerer Wendekreis geschaffen werden, damit man auf die Brücke fahren kann«, weiß Claus Metz. »Und dafür muss das gesamte Grün auf dieser Seite des Ufers weg.« Dass einige Bäume entlang des Ufers nicht mehr gesund wären und deshalb im Zuge des Radwegeausbaus abgeholzt werden sollen, könne er verstehen. »Doch ich bin mir da nicht sicher, ob wirklich alle Bäume, die markiert sind, weg müssen oder ob da großzügiger ausgewählt wurde«, meint er.

Begehung erwünscht

Werner Jacobi ist mit den Gelbwespen eher in der Kernstadt aktiv, doch auch er betrachtet die Dortelweiler Pläne misstrauisch: »Ich sehe das ziemlich kritisch. Ich habe die Sorgen, dass es hier in dieser Allee dann plötzlich aussieht, wie im Tabernaemontanus-Weg in der Kernstadt«, sagt er. Dort sind seit einigen Wochen sämtliche Bäume verschwunden.

»Das waren letztendlich doch mehr Baumstümpfe, als ursprünglich geplant gewesen ist«, erinnert sich Jacobi. »Vielleicht legt die Stadt da andere Maßstäbe an, was Bäume sind und was nicht.« Claus Metz formuliert sein Ziel: »Mir wäre eine weitere Begehung dieser Stelle wichtig. Mit entsprechenden Fachleuten, damit man genau schauen kann, ob die Bäume wirklich alle unbedingt verschwinden müssen.«

In den Plänen sieht die Stadt neben der Fällung auch die Neupflanzung von 20 Bäumen vor. Doch diese könnten die alten großen Bäume nicht ersetzen, sind sich die Gelbwespen sicher. Schließlich seien die Bäume derzeitig auch wichtige Schattenspender für die Bänke, die entlang des Weges gebaut werden sollen.

Abriss im Oktober?

Die Kosten für den Radwegeausbau belaufen sich laut der CDU auf etwa 1,5 Millionen Euro. Mehr als ein Drittel entfallen allerdings auf den Bau der Brücke zum Sportplatz. Die Bordirsky-Brücke könnte noch im Oktober abgerissen werden. Die neue Brücke soll 27 Meter lang und vier Meter breit sein.

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