Bad Vilbel & Karben

Arbeiten fürs Freibad-Kino

In wenigen Tagen geht es wieder los: Das Bad Vilbeler Open-Air-Kino im Freibad geht in die 27. Runde. Obwohl das Team um Dennis DiRienzo eingespielt ist, gibt es jedes Jahr neue Herausforderungen.
22. Juli 2019, 14:00 Uhr
Niklas Mag
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Dennis DiRienzo kann es kaum noch erwarten: In dieser Woche startet das Open-Air-Kino im Bad Vilbeler Freibad. Doch bevor aus dem kargen Gerüst eine Leinwand werden kann, kommt noch viel Arbeit auf ihn zu. (Fotos: Mag)

D ennis DiRienzo plaudert aus dem Nähkästchen: »Der Bad Vilbeler Bauunternehmer Werner Schmitt war 1994 hier im Kino. Damals hatte ich die Leute noch gebeten, Bänke von zuhause mitzubringen«, erklärt er seinem Aufbauteam. »Er hat dann gesagt, dass er uns 200 Stühle kauft, wenn die Stadt das auch tut. Und das hat sich über einige Jahre wiederholt.«

Hinter DiRienzo hängt eine Kamera an einer Wäscheleine. Verbunden sind diese beiden Gegenstände über ein kompliziert aussehendes Konstrukt aus Zahnrädern und Lego-Steinen: »Wir wollen in diesem Jahr den Aufbau in Zeitraffer aufnehmen«, sagt der Leiter des Kinos Alte Mühle. Die Lego-Technic-Apparatur hat sich Erik Goldenstein ausgedacht. Von einem selbstgebastelten Motor angetrieben, bewegt sich die Kamera in fünfeinhalb Stunden genau 9,50 Meter weit entlang der Wäscheleine und nimmt dabei alle 13 Sekunden ein Bild auf. Das spätere Zeitraffervideo soll durch die Bewegung eine spannende Dynamik erhalten.

Videos von den Vorstellungen

»Das fertige Video zeigen wir vor den Vorstellungen«, sagt DiRienzo. Ein meterhohes Gerüst für die Leinwand wird gerade von einer Fachfirma aufgebaut. 16 Meter Höhe und zehn Meter Breite misst es. »Es ist das 27. Open-Air-Kino hier im Freibad, und trotzdem gibt es immer wieder Probleme, mit denen man nicht rechnet«, weiß DiRienzo.

Beispielsweise haben im vergangenen Jahr Anwohner in einem bestimmten Haus die basslastigen Filme extrem stark wahrgenommen. »Die sind zwar glühende Fans des Open-Air-Kinos, haben aber ein Neugeborenes. Wir haben uns dann angeschaut, warum das nur in diesem einen Haus alles so laut zu hören ist, nebenan aber nicht.« Zur Sicherheit gibt es nun ein neues Tonkonzept.

Neues Sound-Konzept

»Bisher hatten wir zwei große Bassboxen unter der Leinwand. Ab diesem Jahr setzen wir auf besser verteilte Boxen, die etwas kleiner sind.« Das habe alles in allem einige Tausend Euro verschlungen, doch die Qualität des Sounds werde verbessert und zudem hoffe er, dass die Familie nicht weiter in einem Schallkegel wohnen muss.

An Wochenende waren 25 Helfer im Freibad im Einsatz. Das Gerüst musste mit 18 Behältern mit jeweils 200 Liter Wasser beschwert werden, die Buden müssen stehen, wenn es am Dienstag los geht und die Technik muss reibungslos funktionieren. »Es ist ein unglaublicher Aufwand, und ich glaube, jede Abteilung der Stadt ist involviert«, überlegt Dennis DiRienzo.

»Kurzfristig ist uns außerdem Thai Garden als Caterer abgesprungen«, bedauert er. »Ich habe in der Frankfurter Straße mein Leid geklagt und habe Jochen Lukarsch getroffen«, sagt DiRienzo. Der Metzgermeister betreibt seit einigen Wochen mit Gian Carlo Pöschko Benites, dem Inhaber des Cafés »Apfelkern und Kolibri«, einen Foodtruck in der Frankfurter Straße. »Die werden jetzt zusammen den Stand übernehmen. Und neben Fleisch auch vegetarische und vegane Gerichte anbieten«, sagt DiRienzo. Das Kino könne in seinen 27 Jahren einen Besucherdurchschnitt von 700 Gästen pro Abend aufweisen. »Besonders freue ich mich in diesem Jahr auf Bohemian Rhapsody«, verrät er. »Ich wollte unbedingt, dass dieser Film dabei ist, denn in der Alten Mühle gab es immer wieder Szenenapplaus. In der Atmosphäre des Open-Air-Kinos wird das nochmal ein ganz besonderes Erlebnis für jeden.«

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