31. August 2019, 12:00 Uhr

Neuer Radweg

Auch ohne Auto schnell am Ziel

Ein bisschen mehr Bewegung im Alltag - und einfach zu sammelnde Klima-Pluspunkte: Mit dem neuen Radweg zwischen Burg-Gräfenrode und Ilbenstadt eröffnen sich neue Optionen. Ein persönlicher Erfahrungsbericht unserer Mitarbeiterin.
31. August 2019, 12:00 Uhr
JKÖ
Alternative zum Auto: Jana Kötter auf dem neuen Radweg zwischen Burg-Gräfenrode und Ilbenstadt. (Foto: privat)

G emütlich trete ich in die Pedale. Ich spüre, wie mir die Sonne auf die Nase scheint, mich der Fahrtwind gleichzeitig angenehm kühlt, sich auf meinem Gesicht ein Lächeln formt. Kurzum: Ich bin glücklich - und das nicht nur, weil ich mit den fehlenden Einkäufen für die neue Woche den letzten Punkt auf meiner To-Do-Liste abgehakt habe. Zwei Brötchen fürs Frühstück, ein frischer Salat, die Ananas, die noch für den geplanten Obstsalat fehlt: Oft sind es kleine - oder gar beim großen Wocheneinkauf vergessene - Dinge, für die ich als Roggauerin in den Supermarkt fahre.

Heute schwinge ich mich dafür nicht wie gewohnt ins Auto. Ich habe mich bewusst entschieden, das Rad aus der Garage zu holen und den neuen Radweg entlang der Landesstraße 3351 nach Ilbenstadt auszuprobieren. Seit wenigen Wochen verläuft der neue Weg auf der Ostseite der Straße. Für mich bedeutet der Radweg im Alltag eine neue Option: Denn für Erledigungen per Rad habe ich mich bislang nach Karben orientiert. Mal schnell zur Sparkasse oder beim Discounter noch die letzten Besorgungen erledigen, das geht nun tatsächlich in Minutenschnelle. Denn: Nach Ilbenstadt sind es gerade einmal rund eineinhalb Kilometer, bis nach Karben - je nach gewählter Einkaufsmöglichkeit - ist es mindestens die dreifache Strecke. Auch das ist machbar - im Zweifelsfall aber doch eher eine Zeitfrage (oder ein Einwand des inneren Schweinehunds), die letztlich das Auto gewinnen lässt.

Für mich bedeutet der Radweg aber auch eine neue Option, mit ganz wenig Aufwand einen kleinen Beitrag für unsere Umwelt zu leisten. Getreu dem Motto »Kleinvieh macht auch Mist« zählt schließlich jeder Kilometer, den wir das Auto stehen lassen. Und seien wir mal ehrlich: Die Anbindung mit dem Stadtbus, der alle Teile Karbens für nur einen Euro pro Fahrt verbindet, ist nicht schlecht. Doch gerade im hektischen Alltag habe ich - wie viele andere - dann doch das Gefühl, aufgrund der festen Abfahrts- und Wartezeiten Flexibilität einzubüßen. Das Rad ist da eine gute Alternative - nun sogar in zwei Richtungen. Denn der neue Weg schließt eine wichtige Lücke im regionalen Radwegenetz. Sowohl nördlich von Ilbenstadt wie auch südlich von Burg-Gräfenrode gibt es bereits entsprechende Radwege neben den Landstraßen oder ganz in deren Nähe.

Willkommener Lückenschluss

Nach Karben zu radeln etwa gehört für mich und viele Bekannte bereits fest zum Alltag. Auch bei Wochenendausflügen profitiere ich von diesem Lückenschluss: Mit meinem Freund fahre ich regelmäßig Rad. Doch bei den Touren nach Florstadt oder gar nach Schotten gestalteten sich die finalen Meter des Rückwegs oft als unbequemster Teil der Tour. Hier hatten wir bislang nur die Wahl zwischen dem Radweg entlang der Nidda - zugegebenermaßen deutlich idyllischer als die neue Strecke, aber eben auch deutlich länger. Und der Feldweg hoch nach Burg-Gräfenrode kann sich nach einem langen Tag auf dem Rad anfühlen wie ein Alpenpass.

Die Alternative führte bislang dann doch über die Landstraße. Und das ist bei der Enge der Straße, auf der sich viele Autofahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, wahrlich kein schönes Erlebnis. A propos radeln auf der Straße: Wünschenswert wäre, dass alle Radfahrer den Radweg nun auch nutzen. Doch leider wissen scheinbar noch nicht alle Fahrer von der neuen Option: Allein während meiner Einkaufstour werde ich Zeugin eines lauten Hupkonzerts, weil ein Radler den neuen Weg einfach ignoriert und während des Feierabendverkehrs auf der Landesstraße fährt.

Radweg ist 2,5 Meter breit

Dabei bietet der 2,5 Meter breite Radweg mit seinem frischen Asphalt nicht nur einen tollen Untergrund, sondern auch allerhand Platz zum Überholen von langsameren Fahrern. Mir ist klar, dass der Schwung aufs Rad nicht immer praktikabel ist. Den Wocheneinkauf einer vierköpfigen Familie inklusive Getränke und Toilettenpapier etwa erledigt man natürlich nicht »eben mal so«.

Und gerade, wenn es jetzt im Herbst wieder ungemütlicher wird und Regenjacke oder Licht gefragt sind, wird die Verlockung, doch wieder das Auto statt des Rads aus der Garage zu fahren, wieder größer. Wichtig ist aber, die neue Option im Hinterkopf zu haben und, wann immer es Zeit und Lust hergeben, mal auszuprobieren. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es lohnt sich.

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