07. November 2018, 10:47 Uhr

SSV Heilsberg

Bad Vilbeler Vereinsriese ruft nach Hilfe

Ein Bad Vilbeler Riese schwankt: Der SSV Heilsberg ist angeschlagen. Die Verantwortlichen plagen Sorgen, weil dem Sportverein die Helfer ausgehen. Dabei stehen wichtige Aufgaben an.
07. November 2018, 10:47 Uhr
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Aus der Redaktion
Wie kann man den SSV Heilsberg wieder in die Spur bringen? Das fragen sich Manfred Koester, Toni Keller und Manfred Borchardt. Sie haben dafür eine Arbeitsgruppe gebildet und hoffen auf Anregungen. (Foto: Niklas Mag)

Manfred Koester, Toni Keller und Manfred Borchardt wirken angespannt. Es ist zu spüren, dass sie mit ihrem SSV Heilsberg eine harte Zeit durchgemacht haben – und dass diese immer noch nicht vorbei ist. Seit Kurzem haben sie einen neuen Job: Das Trio gehört zu einer fünfköpfigen Arbeitsgruppe, die den SSV zukunftsfähig aufstellen will. Denn: Dem mehr als 1000 Mitglieder starken Bad Vilbeler Sportverein fehlt es an entscheidenden Positionen an Personal.

Koester, Keller und Borchardt engagieren sich selbst seit vielen Jahren ehrenamtlich. Koester leitet die Tischtennisabteilung, Keller ist Jugendwart und Borchardt verantwortet die Pressearbeit. Sie haben sich entscheiden, im Gespräch mit dieser Zeitung öffentlich zu sagen, was dem SSV Heilsberg zu schaffen macht. Es ist ein Hilferuf an alle Vereinsmitglieder.

 

Chaos in Vereinsbürokratie

Das Größte Problem ist das Chaos in der Vereinsbürokratie. Personell habe es in der Verwaltungsarbeit einen »Engpass« gegeben, Rechnungen und Briefe blieben immer öfter liegen – »und eines führte zum anderen«, sagt Manfred Koester vielsagend. Will heißen: Der SSV bekam Ärger von oben.

»Die Zeit hat uns einfach überholt und der Verein hat verschlafen, darauf zu reagieren.« Ein Beispiel ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Das Gesetz macht es Institutionen und Vereinen seit Mai 2018 schwerer, Fotos und Videos ohne Erlaubnis – und damit ohne Verwaltungsaufwand – zu veröffentlichen.

Bis vor Kurzem wurden Trainer noch mit Fotos auf der SSV-Webseite vorgestellt, auch Bilder von Sport-Events und Vereins-Gruppen waren zu sehen. Nun hat Manfred Borchardt diese vorsorglich von der Seite entfernt, denn für die gesetzeskonforme Umsetzung der DSGVO fehlt den weniger gewordenen Ehrenamtlichen schlicht Zeit und Kraft.

Die Vereinsarbeit wird durch einen nicht funktionsfähigen Vorstand erschwert. Nach den vergangenen Vorstandswahlen – in denen der langjährige Vereinsvorsitzende Klaus Peter Schulz nach 31 Jahren nicht mehr antrat – habe ein Vorstand amtiert, der den Aufgaben nicht gewachsen gewesen sei. Koester, Keller und Borchardt beklagen, dass überhaupt nur ein Bruchteil der Mitglieder gekommen sei. Recht schnell trat in der Folge der damals neue Erste Vorsitzende wieder zurück – das hinterließ eine Lücke.

 

Strukturen neu ordnen

Jetzt soll sich aber alles ändern: Während der Mitgliederversammlung am 30. November soll dann neu gewählt werden. Zudem soll der Vorstand bei den Mitgliedern beantragen, dass Geld freigemacht wird, um sich Hilfe von außen zu holen. Das Geld würde an den Landesportbund fließen, welcher auf Bitte des Vereins bereits eine Analyse zu den Problemen in der Verwaltung geliefert hat.

»Der Landesportbund würde dann dem Vorstand und der Arbeitsgruppe helfen, die Strukturen neu zu ordnen«, erklärt Borchardt. Klar sei, dass das nicht über Nacht gehe. Es werde ein langfristiger Prozess, doch man tue alles dafür, um den Verein wieder in die Spur finden zu lassen.



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