13. September 2019, 20:23 Uhr

Bedarf an Betreuungsplätzen wächst

Anders als noch vor fünf Jahren prognostiziert, steigt auch in Nidderau die Zahl der Kinder. Womit der Bedarf an Betreuungsplätzen wächst. Geplant sind ein Neubau in Heldenbergen und ein Erweiterungsbau in Eichen. Damit befasste sich jetzt der Jugend- und Sozialausschuss.
13. September 2019, 20:23 Uhr
Nachbarschaft: Die neue Kita wird durch einen Spielplatz getrennt von der bestehenden Kita Allee-Mitte entstehen. Fotos: Jürgen W. Niehoff

Die neuen Zahlen aus dem Entwicklungs- und Bedarfsplan für Kinderbetreuungseinrichtungen, die von der Verwaltung den städtischen Gremien Anfang des Jahres präsentiert wurden, waren eindeutig: Vor allem in den Stadtteilen Heldenbergen und Eichen gibt es, was die Anzahl der Betreuungsplätze für Kinder zwischen einem und sechs Jahren betrifft, spätestens ab 2021 dringenden Handlungsbedarf. Als dann im Frühjahr bekannt wurde, dass das bisherige Förderprogramm zum Bau von Kitas zum 30. September 2019 auslaufen beziehungsweise umgestellt werden soll von der reinen Bau- auf eine Qualitätsfinanzierung, war im Rathaus Eile geboten.

Hohe Kosten

Es dauerte dann aber noch bis zum Mai, bis auch die politischen Gremien der Verwaltung grünes Licht gaben, und zwar für einen zweigruppigen Erweiterungsbau in Eichen und einen fünfgruppigen Neubau in Heldenbergen. In diesen Tagen wurden nun die Vorentwürfe den einzelnen Ausschüssen präsentiert. Erst dem Bauausschuss, der wegen der zu erwartenden hohen Kosten sich in beiden Fällen lediglich für eine Überarbeitung und eine etwas abgespecktere Variante aussprach. Dem Jugend- und Sozialausschuss ging es dagegen jetzt weniger um die Kosten als vielmehr um das pädagogische Konzept.

Dafür wurde das Raumangebot der vorliegenden Entwürfe genau unter die Lupe genommen. Der Anbau in Eichen war schnell abgehandelt, denn dort diktiert das geringe Platzangebot die Aufteilung der Räume. In Absprache mit der Kita-Leitung, dem Elternbeirat und der Jugendbehörde des Main-Kinzig-Kreises wurde ein zweistöckiger Anbau für zwei Gruppen zu je 25 Kindern konzipiert. Darüber hinaus soll die Kita noch einen Zusatzraum für Kinder unter drei Jahren erhalten, das sogenannte Nest. Weil in den Nidderauer Kitas die Kinder in offenen Gruppen betreut werden, jedes Kind also morgens selbst bestimmen kann, in welche Gruppe es an diesem Tage geht, sollen auch die bestehenden Räume zum Teil umgebaut werden.

Ein Problem vor allem für die Eltern ist die Freifläche außerhalb. Weil der Anbau einen Teil dieser als Spielplatz genutzten Fläche in Anspruch nimmt, müssen die Grundstücksgrenzen zulasten der daneben liegenden Nidderhalle verschoben werden. Diesem Konzept stimmten alle Ausschussmitglieder einstimmig zu.

Optisch auflockern

Etwas problematischer ist es mit den Plänen für den Kita-Neubau in Heldenbergen. Der soll direkt neben der schon bestehenden ebenfalls fünfgruppigen Einrichtung Allee-Mitte nun eine weitere fünfgruppige Einrichtung für weitere 125 Kinder entstehen. Da ausreichend Platz zur Verfügung steht, wird vom Architektenbüro ein langgezogenes Gebäude auf rund 1300 Quadratmeter Grundfläche vorgeschlagen. Auch hier sollen die Kinder nach dem offenen Konzept der Stadt betreut werden. Um das große Gebäude nicht wie einen Betonklotz wirken zu lassen, haben die Architekten zwar eine längliche Form gewählt, die einzelnen Gruppenräume dabei jedoch leicht versetzt und asymmetrisch angeordnet. Obwohl dies erkennbar der optischen Auflockerung dient, wurde dies gerade bemängelt. »Zu viele Kanten, zu viele Ecken. Das ist energetisch gar nicht mehr in den Griff zu bekommen«, lehnten vor allem die Grünen den Entwurf ab. Das Gebäude solle neu konzipiert werden und dabei möglicherweise eine Überbauung mit Wohnungen erhalten. Auch wurde beanstandet, dass keine drei Varianten vorgelegt würden und die Beratungen unter erhöhtem Zeitdruck stehen würden.

Doch weil es um sehr viel Geld geht, im Falle der Kita Eichen beträgt die Förderung möglicherweise bis zu 500 000 Euro und im Falle Kita-Heldenbergen bis zu 1,5 Millionen Euro, und die Anträge in Form von baureifen Entwürfen bis zum 30. September eingereicht sein müssen, wurde der Beschlussvorschlag der Verwaltung in leicht abgeänderter Form dann doch bei einer Gegenstimme angenommen. Gewünscht wird vom Ausschuss, dass der Vorentwurf noch einmal auf eine kompaktere und platzsparender Bauweise hin überarbeitet werden soll - falls dafür noch Zeit bleibt.

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