01. September 2019, 19:17 Uhr

Beim Geburtstagslied singen alle mit

Der evangelische Kindergarten in Groß-Karben besteht seit 150 Jahren. Nun ist das Jubiläum mit einem bunten Fest gefeiert worden. Dabei wurde klar: Viele Leitmotive haben sich seither nicht verändert.
01. September 2019, 19:17 Uhr
Erster Kindergarten im Kreis Friedberg: Die Historische Aufnahme zeigt das Fuhr’schen Wirtshauses in der Bahnhofstraße.

Gegründet wurde er in einer Zeit, als man solche Einrichtungen noch als »Kleinkinderbewahranstalten« bezeichnete. Kinderpflegerinnen kamen von weit her, sprachen badische Mundart und trugen Schwesternkluft. 1869 kamen im Fuhr’schen Wirtshaus in der Bahnhofstraße die ersten Kinder zusammen. Damit hatte Groß-Karben den achten Kindergarten im Großherzogtum Hessen und den ersten im Kreis Friedberg geschaffen.

Bürgermeister Guido Rahn (CDU) brachte es auf den Punkt: »Da waren die Groß-Kärber ihrer Zeit wohl weit voraus.« Er versicherte, dass die Stadt Karben an der Seite aller Kindergärten stehe. Ein Festabend im Saal des Bürgerzentrums am Freitag war der Auftakt zum Jubiläumswochenende. Viele Kinder, zum Teil in bunten Kostümen, nahmen daran teil. Auf der Bühne führten sie unter Anleitung von Kita-Leiterin Mandy Schrodt und ihres Teams musikalisch die Geschichte der Arche Noah vor.

Im Refrain eines Liedes sangen alle zusammen »Im Kindergarten, da fangen alle mal als kleine Leute an« und stellten auch die Frage: »Wie nur die Zeit so schnell vergehen kann?« Diese Frage stellt sich auch Betreuerin Annette Roth. Als langjährige Mitarbeiterin hat sie viele kleine Gesichter kommen und gehen sehen. Jetzt freut sie sich, wenn sie ihre ehemaligen Schützlinge als Praktikantinnen in der Kita wiedertrifft. »Unser Kindergarten ist für die Kleinen und ihre Familien wie eine Arche«, sagte sie am Ende der Aufführung.

Die Frage nach der Zeit, genauer gesagt nach den vergangenen 150 Jahren, nahm auch Pfarrer Christian Krüger in seiner geschichtlichen Betrachtung auf. Dazu zitierte er den Kindergarten-Gründer, Pfarrer August Schüler, aus der Pfarrchronik. Es wurde schnell deutlich, dass sich die Leitmotive im Vergleich zu früher nicht geändert haben. Schon im 19. Jahrhundert seien beide Elternteile arbeiten gegangen, damit die Familie leben konnte, bemerkte Krüger. Damals wie heute hätten sie Geld für die Betreuung zahlen müssen. Einziger Unterschied: Waren es einstmals nur ein paar Kreuzer, so könnten es heutzutage mehrere hundert Euro im Monat sein.

Drei Leiterinnen hätten von der Dauer ihrer »Amtszeit« her zusammen über 100 Jahre gewirkt: Die erste Kindergärtnerin Schwester Margarethe Straßer (1869 - 1902), ihre Nachfolgerin Schwester Christine Jordan (1902 - 1941) und Elke Frank (1973 - 2008). »Ab 1972 wurden im Kindergarten Gottesdienste mit dem Pfarrer gefeiert«, führte Krüger weiter aus. »Die Institution ist frei für alle Konfessionen. Ein Kindergartenausschuss wurde gegründet, heute heißt das Elternbeirat.« Geldgeber seien schon immer Kirche, Gemeinde, Eltern und Spender gewesen, Träger die evangelische Kirchengemeinde.

Krüger schloss seinen Vortrag nicht, ohne auf notwendige Projekte für die Zukunft hinzuweisen. Dazu zählen die Erweiterung des Gebäudes in der Pestalozzistraße und der Ausbau des Betreuungsangebots für unter Dreijährige. Die Kooperation mit anderen Karbener Kitas soll ausgebaut werden.

Mit einem Grußwort der etwas anderen Art kam Isabella Kreith von der Musikschule Bad Vilbel und Karben. Für ihre Idee eines rockig-rhythmischen Kanons brauchte sie allerdings das Publikum, das sie in drei Blöcke aufteilte. Das Zusammenspiel klappte am Ende so gut, dass der Saal vom Klatschen und Fußstampfen zu beben schien. Die Botschaft war klar: Nach vorne geht der Blick, auf die nächsten 150 Jahre.

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