04. November 2019, 05:00 Uhr

Einkaufszentrum

Brunnencenter soll attraktiver werden

Während seitens der Bad Vilbeler Kommunalpolitik noch mit dem Wegzug von Geschäften gehadert wird, blickt man bei den Verantwortlichen des Dortelweiler Einkaufszentrums und der Stadt nach vorne. Denn es wird sich einiges ändern am Dortelweiler Platz.
04. November 2019, 05:00 Uhr
So wie auf dieser Animation soll das Dortelweiler Brunnencenter einmal aussehen. Die Modernisierung hat begonnen und soll nach und nach fortgesetzt werden. Außerdem wollen die Eigentümer neue Mieter anwerben, um die Kundenfrequenz zu erhöhen. (Skizze: DWS)

D as Einkaufszentrum an der Friedberger Straße in Dortelweil ist immer mal wieder für Gesprächsstoff gut. Vor allem seit der Schlecker-Pleite und dem Auszug eines Spielwarengeschäftes wurde für dieses Zentrum das Aus prophezeit. Eingetreten ist das nicht, obwohl der Schlecker-Eckladen noch leer steht. Im Gegenteil: Das Brunnencenter soll zu neuer Blüte geführt werden.

Als wir uns am späten Vormittag mit der neuen Center-Managerin Janna Frunder treffen, ist einiges los. Die Bänke vor dem erst kürzlich eröffneten Tedi-Markt sind besetzt, fast voll ist auch das italienische Eiscafé. Der Lebensmittelmarkt ist gut frequentiert, ein paar Meter weiter lassen sich Frauen die Fingernägel modellieren, und gegenüber gehen etliche zum Schuhekaufen.

Die Center-Managerin freut das besonders. Sie habe in den vergangenen Tagen mit einigen Mietern gesprochen, die der Darstellung widersprechen, dass sich im Center nichts tue. So etwa Rüdiger Engelhardt, Vorstandsmitglied der Werbegemeinschaft. Er verweise auf den neuen Mieter, der in die 740 Quadratmeter großen Räume des ehemaligen Bekleidungsgeschäftes Vögele gezogen ist. Er werde die Frequenz im Center erhöhen, sind sich die Verantwortlichen sicher. »Das Brunnen-center befindet sich auf einem guten Weg. Dortelweil ist und bleibt ein Einkaufsstandort«, betont Frunder. Weil man Tedi mit seinem Bastelbedarf und Geschenkartikeln als neuen Mieter habe, kämen jetzt viele Schüler aus der benachbarten Europäischen Schule. »Die bringen auch ihre Eltern mit, die dann hier gleich die Lebensmittel einkaufen.«

Mehr Platz zum Flanieren

Frunder verspricht, dass das Einkaufszentrum optisch attraktiver werde. Ein wenig davon könne man schon an der Fassade des neuen Mieters sehen. Dort sind sowohl die Rohre als auch die Lochbleche an der Wand verschwunden, alles ist in einem dunklen Grau gehalten. »So soll das gesamte Center werden«, zeigt die Managerin mit einer ausladenden Handbewegung zu den anderen Geschäften. Der Eigentümer, ein Immobilienfonds der Deutschen Bank, hat für das Einkaufszentrum eine Präsentation erarbeiten lassen, mit der eine Frankfurter Agentur bei potenziellen Vermietern wirbt.

»Die ersten Neuerungen können Sie doch schon sehen, wenn Sie in die Tiefgarage fahren«, betont die Mangerin. In der Tat: Die ehemaligen Schranken, die jahrelang hochstanden, sind abgebaut worden, in einem Teil der Wände sind gerade Musterfarben aufgetragen worden. »Die ganze Tiefgarage soll heller und freundlicher werden.« Dazu gehörten auch neue Lampen. 300 Stellplätze sollen den Kunden und Besuchern weiterhin zur Verfügung stehen. Zahlen muss man für das Parken schon seit vielen Jahren nichts.

Eine Veränderung gibt es auch im Innern. Dort sind viele der Aufsteller mit Werbung verschwunden, denn zum Flanieren soll mehr Platz sein. »Außerdem sollen die Geschäfte besser wahrgenommen werden.« Mit weiteren potenziellen Mietern sei man im Gespräch. »Wir wollen eine größere Vielfalt erreichen«, sagt Frunder, die seit April als Center-Managerin eingesetzt ist. So wolle man auch diejenigen ansprechen, die in der Nähe arbeiten und mittags etwas essen oder sich ein belegtes Brötchen holen wollen. Man sei in Gesprächen mit allen derzeitigen Mietern wegen der Veränderungen.

Was den Weggang von Geschäften angeht, seien die Mietverträge ausgelaufen. Auch Stadtrat Klaus Minkel findet das einen normalen Vorgang. Die Mietverträge seien damals für 20 Jahre abgeschlossen worden. Wenn es jetzt Wechsel gebe, sei das völlig normal. Dass ein Geschäft einmal wegziehe, weil in Karben die Mieten günstiger sei, sei gleichfalls normal. Aber das Center werde keineswegs sterben, im Gegenteil, sagt auch Minkel. Der Eigentümer plane in der Mitte des Centers einen Loungebereich, und es sollen frequenzstärkere Betriebe angesiedelt werden. Der Nahversorger bleibe erhalten, werde sogar noch ausgebaut. Zudem werde ein Schwerpunkt auf Gesundheit und Pflege liegen.

Minkel weiß auch, dass die Eigentümer eine größere Öffnung zum Dortelweiler Platz hin planen. Hier überlege man seitens der Stadt schon, ob der Platz nicht umgestaltet werden könnte. Idee sei, die Parkplätze alle in eine Reihe an die Seite zu verlegen und das optisch trennende Gebüsch zwischen Parkplatz und Zentrum und dem Sport- und Kulturforum wegzunehmen. Der Platz könne - beispielsweise mit einer Skulptur - ansprechender gestaltet werden.

Dass die Stadt am Erhalt des Zentrums ein Interesse hat, hatte Stadtsprecher Yannick Schwander bereits im vergangenen Jahr deutlich gemacht. Anlass war ein Treffen zwischen Vertretern der Stadt und des Eigentümers. »Das Center ist mit dem Kultur- und Sportforum der verbindende Ort in Dortelweil«, sagt der Stadtsprecher. Auch die Stadt sei daran interessiert, dass dieser Ort erhalten und attraktiv bleibe. Das Einkaufszentrum sei zwar in privater Hand, die Stadt könne dennoch Ideen beisteuern, was sich verbessern lasse. (Foto: pe)

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