29. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Musikpreisträger

Christoph Klüh erhält Deutschen Rock- und Pop-Preis

Der Bad Vilbeler Musikproduzent hat gleich in drei Kategorien den Deutschen Pop- und Rock-Preis gewonnen. Dafür hat er ein Jahr lang an den Liedern auf der CD »Lullaby Lounge« gefeilt.
29. Dezember 2017, 16:00 Uhr
Freude bei der Preisverleihung: Christoph Klüh wird für seine aktuelle CD »Lullaby Lounge« mit dem Deutschen Rock- und Pop-Preis ausgezeichnet. (Fotos: Klüh/pv)

Sanft und hell erklingt die Melodie von »Weißt du, wie viel Sternlein stehen?«. Sie ist eingebettet in einen warmen Klangteppich. Modern und elektronisch kommt das bekannte Abendlied auf der CD »Lullaby Lounge« von Christoph Klüh daher. Den Stil seines ungewöhnlichen Albums beschreibt er als »Chillout Lounge«. Weitere traditionelle Schlaflieder wie »Guten Abend, gute Nacht« oder »Clair de lune« von Claude Debussy haben im neuen Gewand ihren Weg auf die CD gefunden. »Ich wollte ganz moderne, zeitgemäße Instrumentalversionen von bekannten Abendliedern arrangieren, die entspannend, warm, rund und organisch sind«, erzählt der Bad Vilbeler Musikproduzent.

Auch einige Eigenkompositionen sind auf seinem vierten Studioalbum zu finden, für das Klüh in gleich drei Kategorien mit dem Deutschen Rock- und Pop-Preis 2017 ausgezeichnet wurde: Bestes New-Age-Album, bester New-Age-Song und bestes Instrumentalalbum. Klüh betont: »Das ist eine unheimliche Anerkennung und Wertschätzung der eigenen Arbeit, über die ich mich riesig freue.«

Kleine Kinder als Testhörer

»Meiner Frau und mir ist aufgefallen, dass es kaum spezielle Entspannungsmusik für Kinder gibt, die sie abends vor dem Schlafengehen hören können«, berichtet Klüh. Etwa ein Jahr lang feilte der Musiker an den Liedern für das Album. »Wenn ein Song am Entstehen war, habe ich ihn immer wieder an Freunde mit kleinen Kindern zum Testhören geschickt.« Nicht nur auf die Rückmeldung der jungen Hörer habe er sich verlassen, auch wissenschaftliche Erkenntnisse haben die Lieder geprägt. »Ich habe mich darüber informiert, welche Frequenzen ein Baby im Mutterleib hört. Dann habe ich diese Frequenzkurven am Mischpult nachgebaut«, erklärt Klüh. Herausgekommen sind warme Klangfarben, die beim Zuhören Wohlbehagen wecken. Besonders die Suche nach den passenden Klängen aus einer Vielzahl an programmierten Sounds sei eine Herausforderung gewesen: »Diese Art von Musik lebt vom Klang.« Wellenrauschen, Regentropfen und sogar originaler Flugzeug-Sprechfunkverkehr haben es in den Eigenkompositionen auf das Album geschafft. »Ein Freund von mir ist Pilot, er konnte das organisieren.«

Bester New-Age Song

Der Funkverkehr prägt den Titel »Night flight Lullaby«, der als bester New-Age-Song ausgezeichnet wurde. »Darin wollte ich eine Nachtflug-Atmosphäre erschaffen, die Erinnerungen an die Serie »Space Night« weckt.« Ursprünglich sei die CD hauptsächlich für Babys, Kleinkinder und Schwangere gedacht gewesen. Doch bald habe er gemerkt, dass die Stücke auch Erwachsenen gefallen, erzählt Klüh. »Man kann das Album in allen Altersklassen hören. Wir hören das selbst hin und wieder vor dem Einschlafen«, verrät er. Nicht nur in Deutschland, auch in Mexiko hat der Musiker bereits Abnehmer gefunden. Die Kontakte dafür hat seine Ehefrau hergestellt, die Mexikanerin ist.

»Nightflight Lullaby« ist zu 99,5 Prozent eine Eigenproduktion«, betont Klüh. Schließlich hat er sich zu Hause sein eigenes Studio eingerichtet. »Morgens bin ich manchmal schon vor dem Frühstück zwei Stunden im Studio, weil mir nachts etwas eingefallen ist.«

Produzieren ist Multitasking

Viele Bad Vilbeler kennen Klüh eher als Live-Musiker an seiner elektronischen Wersi-Orgel. Das Produzieren hat er erst mit der Zeit für sich entdeckt. »Produzent ist eine Multitasking-Aufgabe. Man ist alles in einer Person: Techniker, Arrangeur, Tontechniker, Orchesterchef. Das deckt genau das ab, was ich kann und gerne mache.« Bereits seit er neun Jahre alt war, wusste Klüh, dass er Musiker werden möchte: »Das ist der verrückteste Job der Welt, aber auch der schönste. Ich würde keinen anderen haben wollen.«

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