27. Oktober 2019, 19:56 Uhr

Dann heißt es: »Wasser marsch!«

27. Oktober 2019, 19:56 Uhr
Löscharbeiten: Der Bad Vilbeler Feuerwehrnachwuchs probt einen Einsatz unter realen Bedingungen. (Fotos: Mag)

Am Wochenende kamen sämtliche Jugendfeuerwehren Bad Vilbels zusammen, um eine gemeinsame Jahresabschlussübung auf dem Betriebshof der Stadt in Dortelweil auszuführen. Diese dient verschiedenen Zwecken, doch der Spaß sollte im Vordergrund stehen. Und für den Feuerwehrnachwuchs gab es einiges zu erleben

»Das Szenario heute ist, dass es beim Betanken von Fahrzeugen in dieser großen Halle einen Unfall gegeben hat«, erklärt Jugendwart Stefan Schmidt. Er hat mit seinen Kollegen das große Event für die Feuerwehrjugend organisiert und schaut immer wieder nervös auf die Uhr. Denn in wenigen Minuten sollen die Kids alarmiert werden - wie bei einem richtigen Einsatz. »Sie wissen, es gibt Verletzte in dem Gebäude. Diese werden von der Kinderfeuerwehr gespielt, »und es ist ein Feuer ausgebrochen«, fährt Schmidt fort. Mit einer Nebelmaschine habe man die Halle zuvor in dichten Rauch gehüllt.

»Diese Abschlussübung ist eigentlich jedes Jahr das Highlight für die Jugendwehren. Eine Übung unter realen Bedingungen und die Eltern, Geschwister und Freunde dürfen zuschauen«, so Schmidt und deutet auf die zahlreichen Gäste, die es kaum erwarten können, dass ihre Kinder mit Blaulicht und in voller Montur auf das Gelände gefahren kommen. Dann ertönt die laute Sirene von den Dächern des Betriebshofs. Die Jugendwehren werden auf diese Weise alarmiert, da sie noch über keine Melder verfügen, wie die Einsatzabteilungen.

Erste Blaulichter sind bereits nach einer Minute auf dem Betriebshof zu sehen. Der stellvertetende Stadtbrandinspektor Josef Achmann, wartet gespannt auf die ankommenden Autos. »Der Tag soll den Kindern natürlich im Gedächtnis bleiben. Sie können praktisch anwenden, was sie in der Theorie jede Woche lernen. Und natürlich geht es uns dabei auch um die Nachwuchsgewinnung«, so Achmann. Denn nach wie vor rekrutieren sich die Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren fast vollständig aus ehemaligen Mitgliedern der Kinder- und Jugendfeuerwehren.

Erwachsene helfen

Dann treffen die Autos ein, die zahlreichen Eltern zücken die Smartphone-Kameras und die Kinder und Jugendlichen beginnen konzentriert mit ihrer Arbeit. Klappt etwas nicht, stehen die erwachsenen Feuerwehrleute zur Hilfe bereit. Einer davon ist Christian Becker, Karbens Stadtbrandinspektor. »Bei unseren Jahresabschlussübungen ist auch immer eine Vilbeler Feuerwehr dabei, genauso macht dann heute unsere Jugendfeuerwehr Karben Mitte hier in Bad Vilbel mit«, berichtet er. Für 21 der Kinder, die die Schläuche fertig machen und beginnen, das verrauchte Gebäude zu erkunden, ist die Übung der Abschluss eines langen Tages und einer langen Nacht. So erklärt der stellvertretende Dortelweiler Jugendwart Lukas Röhr: »Wir stellen der Übung alle zwei Jahre das Berufsfeuerwehr-Wochenende voran. Im Prinzip geht es darum, dass die Kinder 24 Stunden auf der Wache verbringen«, so Röhr. Man habe gemeinsam dort übernachtet, gekocht, Filme geschaut, Spiele gespielt und Theoriestunden abgehalten. »Außerdem hatten wir vier verschiedene Einsätze vorbereitet, zu denen die Kinder alarmiert wurden.«

Monatelange Vorbereitungszeit haben Röhr und seine Kameraden in den Tag investiert. Alles ehrenamtlich. »Aber das lohnt sich, denn die Kinder fragen uns ständig, wann endlich wieder der Berufsfeuerwehr-Tag stattfindet«, sagt er. Nach etwa 45 Minuten ist die Übung beendet. Der Rauch ist verzogen, die »Verletzten« sind allesamt gefunden worden und gerettet. Für die Kinder und Jugendlichen geht damit ein aufregender Tag zu Ende.

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