28. November 2017, 14:00 Uhr

Lichtinstallation

Diese Kirche wird zum Kunstwerk

Zauberhaft, spirituell wirkt die Kirche in St. Bardo am Wochenende. Gelbe, grüne, blaue, tiefrote Spots lassen das Petterweiler Gotteshaus in einem völlig neuen Licht erstrahlen.
28. November 2017, 14:00 Uhr

Schon von Weitem fällt der Turm ins Auge. In hellem Gelb und kühlem Violett strahlt er im Dunkeln. Die Kirche leuchtet in Rot und Grün, Licht fällt durch die Buntglasfenster. Wer die katholische Kirche St. Bardo in Petterweil betritt, wird von weiteren Lichtinstallationen überrascht. Der Altarraum ist in ein helles Blau getaucht, Kunstnebel wabert. Während sich die Bänke füllen, erklingt leise sanfte Musik.

Bewegung des Lichts

»St. Bardo im Licht« diesen Titel hat die Kirchengemeinde der Abschlussaktion ihres 50-jährigen Weihejubiläums gegeben. Im Fokus stehen die Gegenstände, die in der Kirche wichtig sind, und ihre Bedeutung. »Durch die Bewegung des Lichts, die Farben, die Musik und deutende Texte wollen wir die Elemente lebendig werden lassen«, erklärt Gemeindereferentin Ursula Rettinghaus, die das Konzept gemeinsam mit Pfarrer Bernd Schirmer erarbeitet hat.

Lichtstrahlen lenken die Aufmerksamkeit in verschiedenen Stationen auf das Kreuz, den Altar, den Tabernakel. Die Taufe als Anfang des Lebens wird genauso thematisiert wie der Kreuzweg, der die Leidensgeschichte Jesu beschreibt. »Jesus trägt das Leid der Menschen, unsere Schuld.« Niemand ist zu sehen: Die Sprecher (Gaby Witzel, Gertrud Schonk, Mark Reuter und Pfarrer Bernd Schirmer) lesen die Texte aus dem Off. Ruhige Klänge, Chormusik, Glockenläuten ergänzen die Worte. Organist Thomas Schrage entlockt der Orgel warme Töne, während sie in vielen bunten Farben leuchtet.

Nachwuchs inszeniert

Währenddessen herrscht auf der Empore volle Konzentration. Dort haben Jannis Keikert, Marie Henrich, Henry Hühn und Steven Glab mehrere Monitore im Blick. Die Auszubildenden des Karbener Unternehmens satis & fy kümmern sich um Licht und Ton. Gemeinsam mit den Vertretern der Kirchengemeinde haben sie ein Konzept erarbeitet. »Es war interessant und anspruchsvoll, das Licht zu diesem Programm zu machen. Zum Beispiel war es schwierig, eine ausdrucksvolle Beleuchtung für das Marienlied zu entwickeln«, erzählen die vier. Während das Lied gespielt wird, leuchtet die Marienfigur in Hellblau und blaue Lichtmuster ziehen über Wände und Decke der Kirche. 40 Scheinwerfer haben die Auszubildenden, die im ersten Lehrjahr sind, in der Kirche installiert, damit diese Effekte möglich werden.
 

In ein intensives Grün hüllen die Lampen das Lesepult, um die Bedeutung der Bibel als Wurzel des Glaubens deutlich zu machen. Während die Worte des letzten Abendmahls gelesen werden, leuchtet der Altar tiefrot. Es riecht nach Weihrauch. Licht und Farbe, Musik und gesprochene Texte verschmelzen zu einer Einheit. »Das war super umgesetzt. Die Gedanken zu Kirche mit Licht darzustellen, war echt toll«, sagt Irmtraud Beczkowiak. Auch Dorothe Hoheisen lobt: »Das Programm war sehr schön, etwas ganz Besonderes.« Eine Art von Gottesdienst zu gestalten, der eine besondere, andere Form hat und dennoch den Menschen ins Gespräch mit Gott bringt, war ihr wichtig, erzählt Rettinghaus. »Wir haben die Gegenstände aus sich selbst sprechen lassen.«

Gelbes Licht für St. Bardo

Bevor zum Schluss noch einmal alle Elemente in verschiedenen Farben erstrahlen, fällt dunkelgelbes Licht auf eine Holzstatue von St. Bardo. Der Bischof von Mainz, der aus der Wetterau stammte, ist der Namenspatron der Kirche. Eine Botschaft wolle man transportieren, erklärt Rettinghof: »Wir haben den Auftrag, uns um Arme und Heimatlose zu kümmern, genauso wie St. Bardo.« Diese Botschaft nehmen die Gläubigen mit nach Hause, hinzu ist ein völlig neuer Blick auf ihre Kirche gekommen.

 

Infokasten

Geschenk von Satis&fy

40 Scheinwerfer innen, neun rund um die Kirche. Damit nahm die Lichtshow größere Ausmaße an als geplant. »Ursprünglich hatten wir für den Transport einen Sprinter geplant, es ist ein 12-Tonner geworden«, erzählt Jannis Keikert. Für die Auszubildenden galt es, die Scheinwerfer aufzustellen und zu verkabeln, die Farben der Lampen wurden programmiert und exakt auf die richtigen Stellen eingestellt. Einige Nachtschichten später war das Konzept fertig. »Es lief alles super«, freuen sich die Auszubildenden nach der Veranstaltung. Für sie war es bisher das größte Projekt, das sie mit einem erfahrenen Ausbilder betreut haben. Der Clou für die Gemeinde: Die Licht- und Toninstallation ist ein Geschenk des Eventdienstleister Satis & fy. (fkl)

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