14. Mai 2019, 21:21 Uhr

Dirk Nowitzki und der Turnverein

Wer den Namen Dirk Nowitzki hört, denkt sicher an den weltbekannten, in den USA lebenden und spielenden Basketballstar. Dass der Weltklassespieler auch eine indirekte Verbindung zum Turnverein Okarben hat, dürfte vielen gar nicht bekannt sein. Beim TV, der seit mittlerweile 125 Jahren besteht, ist Nowitzki zwar nie persönlich anwesend, aber durchaus immer präsent.
14. Mai 2019, 21:21 Uhr

Wer mit dem Vorsitzenden des TV Okarben, Sebastian Wollny, einmal in den Keller des Bürgerhauses und dort in die Räume des Vereins geht, kann an den Wänden so manches entdecken. Zum Beispiel ein quittegelbes Basketballtrikot mit der Nummer 7 darauf. Rechts daneben steht in schwarzer Filzstiftschrift eine Unterschrift. Zu entziffern ist sie kaum, dennoch gehört sie dem Mann, der auf einem ebenfalls auf dem Trikot befindlichen Foto abgebildet ist. Dirk Nowitzki. Der weltberühmte Basketballspieler hat die Signatur anlässlich einer Werbereise nach Deutschland auf das Trikot geschrieben. Und darauf ist man beim Turnverein Okarben ganz stolz.

Schon lange gibt es eine, wenn auch indirekte Verbindung zu dem 2,13 Meter großen Topspieler der NBA, der jüngst seine Karriere beendet hat. Und zwar über zwei Vereinsmitglieder. Der eine heißt Holger Geschwindner und ist Personalcoach und enger Vertrauter des Basketball-Stars. Der andere ist Markus Marburg, auf dem Trikotfoto mit Dirk Nowitzki zu sehen. Geschwindner ist ehemaliger Profibasketballer und war Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. In der Bundesliga warf er für den MTV Gießen die Körbe. Er hat Dirk Nowitzki damals entdeckt und gefördert. Nur wenige wüssten, dass es Holger Geschwindner zu verdanken sei, dass es beim TV Okarben überhaupt eine Basketballabteilung gebe, heißt es in der Festschrift, die in Kürze in einer Auflage von 3000 Stück an alle Haushalte im Stadtteil verteilt werden soll.

188 Seiten Festschrift

Dort ist die Geschichte um Nowitzki ebenso nachzulesen wie der Name Markus Marburg. Er hat in der Jugend des Turvereins begonnen, führte später die zweite Herrenmannschaft als Trainer zum Aufstieg. Markus und sein Bruder Matthias haben es beispielsweise ermöglicht, dass der TV in seinem Vereinslokal über das gelbe Trikot und einige andere Schmuckstücke, die persönlich von dem Ausnahmebasketballer unterzeichnet wurden, verfügt.

Im Keller des Bürgerhauses findet sich hinter Glas auch noch die alte Fahne des Traditionsvereins. Sie ist in der Festschrift ebenso zu sehen wie Daten und Fakten zum TVO. Auf 188 Seiten hat der Verein zusammengetragen, was alles von Interesse sein könnte. Ein achtköpfiges Festkomitee hat alle möglichen Text- und Bilddokumente gesammelt, hat kleine Anekdoten geschrieben und somit eine abwechslungsreiche Festschrift zusammengetragen.

Acht Trommler

Aus ihr erfährt man auch, dass der Verein von 34 turnbegeisterten jungen Männern gegründet wurde, aber auch, dass es bald einen Spielmannszug gab. So wurde schon am 2. Februar 1895 in der Generalversammlung die Gründung eines Spielmannszuges als Abteilung des Turnvereins beschlossen. Acht Trommler und vier Pfeiffer hatten sich gemeldet. 1974 wurde diese Gruppe wegen mangelndem Interesse allerdings wieder aufgelöst. Im Laufe der Geschichte kamen weitere Abteilungen hinzu, denn der Verein wurde vielfältiger: Tischtennis wird seit 1969 gespielt, im Verein wurde in den Siebzigerjahren eine Jazztanzgruppe gegründet, die aber später geschlossen zur SKG wechselte. Und Badminton wurde ebenfalls gespielt. Die Basketballer gibt es seit 1971. Diese Abteilung ist ausweislich der Festschrift übrigens die kleinste im Verein mit 80 Mitgliedern. Tischtennis bringt es auf fünf Mitglieder mehr, und das Turnen ist mit 223 Mitgliedern die größte Abteilung.

Der Verein hat gerade unter dem Dach des Turnens sein Angebot breit ausgebaut: So werden unter anderem Bodystyling, Wirbelsäulengymnastik, Zumba oder etwa Sitzgymnastik angeboten. All das und noch mehr ist in der umfangreichen Festschrift nachzulesen. Aber auch, dass es mit Josephina Neumann einen neuen Jungstar im Tischtennis gibt. Der Neunjährigen, die zur Saison 2018/2019 zur SG Rodheim wechselte, ist ein ausführliches Kapitel gewidmet. »Kürzlich hat sie das Hessische Fernsehen groß porträtiert«, erinnert sich Vorsitzender Wollny. Man darf also gespannt sein, ob sie mal so berühmt wird wie das große Vereinsvorbild Dirk Nowitzki.

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