04. August 2019, 20:08 Uhr

Erst zur Sperrstunde endet die Party

Jahr um Jahr findet der Büdesheimer Laternenumzug Anfang August statt. Und das nun schon seit 68 Jahren. Doch noch immer ist keine Routine eingekehrt, keine Müdigkeit unter den Akteuren festzustellen.
04. August 2019, 20:08 Uhr
Laternenkönigin Karina I. eröffnet mit ihren beiden Hofdamen Sabrina und Karina das 68. Büdesheimer Laternenfest. Am Festumzug haben viele Gruppen und Vereine auch aus den Nachbarorten teilgenommen. (Fotos: Jürgen W. Niehoff)

Nein, Routine ist das wirklich nicht. Denn dann würde das Büdesheimer Laternenfest schon längst der Vergangenheit angehören. Nein, wir lassen uns wirklich jedes Jahr immer wieder was Neues einfallen«, wehrt sich Platz- und Zugmeister Stefan Gitler gegen aufkommende Gerüchte eines absehbaren Endes dieses Traditionsfestes. Vor allem die 1200-Jahr-Feier von Büdesheim vor zwei Jahren hat dem Laternenfest einen Energieschub verpasst. Und in der Tat gibt es auch dieses Mal am Festzug viel zu bewundern. Dazu beigetragen haben sicherlich auch die Gruppen aus den Nachbargemeinden, die dieses Mal wieder zahlreich vertreten waren.

Königlicher Segen

Das Festwochenende startete am Freitagabend mit einem Rekordbesuch im Festzelt. »Mit Anbruch des Gewitters waren plötzlich über 1600 Leute im Zelt. Das hat der Stimmung rund um die FFH Hit Arena-Party richtig gut getan«, berichtet Martina Rexterroth, die Vorsitzende des Krönungsausschusses. Laternenkönigin Karina I. hatte gegen 20.30 Uhr dem 68. Laternenfest ihren Segen gegeben und die Party eröffnet. Die Stimmung war dann anschließend so gut, dass die Party bestimmt bis in die Morgenstunden angehalten hätte, wenn nicht die Sperrstunde kurz nach 1 Uhr dem einen Riegel vorgeschoben hätte.

Am Samstag ging es munter weiter. Den ganzen Tag über wurde letzte Hand an die an den Festwagen angelegt, die dann gegen 20 Uhr in der Trübauer Straße Aufstellung nahmen. 14 Motivwagen, neun Fußgruppen, sieben Kapellen und vier Königinnen aus den benachbarten Kommunen ordnete die Zugleitung zu einem bunten und abwechslungsreichen Festzug zusammen. »Die Motivwagen sind erst vergangenen Woche vom TÜV einer nach dem anderen abgenommen worden. Dabei ging es nicht nur um die Verkehrssicherheit der einzelnen Wagen, sondern vor allem um die jeweilige Unfallverhütungsvorkehrung, damit kein Kind beim Aufsammeln von Kamellen womöglich unter die Räder kommt«, berichtet Zugmeister Gitler. Weil es dazu in der Vergangenheit oftmals Probleme gab, hat die Arge Büdesheimer Laternenfest einen Großteil der Wagen nun gekauft und instandgesetzt. »Das ist einer meiner Freizeitjobs das ganze Jahr über«, lacht Gitler, der ansonsten auf dem Bauhof der Gemeinde arbeitet.

Prominenz am Start

Gegen 21 Uhr war es dann soweit. Die Dämmerung hatte begonnen. Die Laternen an den schon gutbesuchten Straßen gingen an, und auch die an den Festwagen. Zugleiter Gitler ließ den ersten Donnerschuss ertönen. Er bedeutete: Achtung an alle Festzugsteilnehmer fertigmachen. Zehn Minuten später ertönte der zweite Schuss und dann ging es los. Angeführt von viel Prominenz mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Katja Leickert, dem CDU-Landtagsabgeordneten Max Schad und Landrat Thorsten Stolz (SPD) Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) und Altbürgermeister Ludger Stüve zog der Festumzug an Tausenden von Besuchern vorbei.

Die Stimmung auf den Wagen war dabei teilweise so gut, dass eine ältere Besucherin einen Schritt von der Straßenkante mit den Worten zurücktrat: »Wenn die weiter auf den Wagen so rumtoben, dann schaffen die es nicht bis zum Ziel.« Das betraf vor allem zwei Wagen, nämlich den Westernsaloon-Wagen eines Büdesheimer Sportvereins und den der Usthemer Kerbburschen aus dem benachbarten Ostheim. Doch es ging alles gut und die Wagen haben so auch den zweiten Umzug am Sonntag überstanden. Nach dem circa einstündigen Umzug ging es dann wieder ins Festzelt, denn auch am Samstag war dort wieder Party angesagt. Übrigens genau wie am Sonntag, wenn nach dem Zug die berühmte und unter Jugendlichen so beliebte Mallorca Party stattfindet.

Beendet wird das Festwochenende am heutigen Montag auf jeden Fall mit einem Höhenfeuerwerk. »Hierfür wurden wegen der anhaltenden Trockenheit aber besondere Sicherungsvorkehrungen getroffen«, freute sich Gitler schon am Samstag auf dieses Highlight.

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