09. Juli 2019, 11:00 Uhr

Bauschutt-Affäre

Fahrtenschreiber von Lastwagen ausgewertet

Umfangreiche Nachforschungen hat der neuerliche Zeitungsartikel über die illegale Bauschuttdeponie an der Brunnenstraße neben der Rapp’s-Halle ausgelöst.
09. Juli 2019, 11:00 Uhr
Ohne Rücksicht auf die Umwelt: Das ist der Bauschutt, der illegal neben der Nordumgehung Groß-Karben abgekippt wurde. (Foto: Pegelow)

Umfangreiche Nachforschungen hat der neuerliche Zeitungsartikel über die illegale Bauschuttdeponie an der Brunnenstraße neben der Rapp’s-Halle ausgelöst. Darin hatte ein Karbener behauptet, die Spur führe zum Taunusbrunnen. Doch Recherchen des Schutzmannes vor Ort und ein vom Bauunternehmen in Auftrag gegebenes Gutachten belegen: Der Bauschutt stammt nicht vom Taunusbrunnen.

Mit solch einer Reaktion hätten die Inhaber des bekannten Karbener Bauunternehmens nicht gerechnet. »Uns haben zig Leute angesprochen«, sagt einer von beiden, die namentlich nicht erwähnt werden möchten. Dennoch wussten wohl die meisten Leser, wer damit gemeint war, als diese Zeitung am Donnerstag vergangener Woche titelte »Die Spur führt zum Taunusbrunnen«.

Brunnen zugeordnet

Bei der Redaktion hatte sich ein Bürger gemeldet, der mittels eines Fotos zu beweisen versuchte, dass die illegale Bauschuttdeponie an der Brunnenstraße nahe der Nordumgehung vom nahen Taunusbrunnen stammt. Auslöser des Ganzen: Hans-Otto Dressler, der in dem Waldstück lebt, das direkt an die Deponie grenzt.

In erregten Worten berichtete er vor einigen Tagen, wie er die Holzteile mit der Aufschrift »Eigentum des Taunusbrunnens Gross Karben« gefunden habe und warum er die Fliesen, die sich in den Schutthaufen befinden, dem historischen Taunusbrunnen zuordnet. Der Zeitungsartikel hat umfangreiche Recherchen ausgelöst. Der Schutzmann vor Ort, Bodo Zeifang, stellte nach eigenen Angaben eigene Nachforschungen an, außerdem beauftragten die Inhaber des Bauunternehmens einen Bautechniker, also einen Sachverständigen, die Haufen der Bauschuttdeponie näher zu untersuchen.

Schutt nicht vom Taunusbrunnen

Beide kommen »eindeutig« zu dem Ergebnis: »Der Bauschutt stammt nicht vom Taunusbrunnen.« Der Schutzmann vor Ort fand beispielsweise heraus, dass die Fliesen mit Kleber befestigt waren. Zu der Zeit, als der historische Taunusbrunnen entstand, seien Fliesen aber mit Speis an den Wänden befestigt worden.

Des Weiteren hätten die damaligen Gebäude aus Backsteinen bestanden, die sich auf der illegalen Deponie aber nicht finden. Vor Ort sind auch Reifenspuren genommen und fotografiert worden. Einer der Inhaber des Bauunternehmens sagt: »Unsere Lastwagen haben ganz andere Reifen.« Das sei so auch von der Polizei bestätigt worden.

Außerdem habe man auch die Fahrtenschreiber der eigenen Lastwagen ausgewertet. Zu den fraglichen Zeitpunkten seien die Lastwagen gar nicht unterwegs gewesen. Schließlich weisen die Inhaber des Unternehmens erneut darauf hin, dass es »absurd gewesen wäre, wenn wir 30 000 Euro für die Entsorgung des Bauschutts vom Taunusbrunnen ausgeben und dann Teile davon nur ein paar Hundert Meter weiter illegal abkippen würden.«

Wie berichtet, musste sich auch die Kommune einschalten, weil bei der Stadtpolizei die Holzlatten mit der entsprechenden Aufschrift abgegeben worden waren. Bürgermeister Guido Rahn (CDU) hatte sich vom Unternehmen die Nachweise über die Entsorgung des Taunusbrunnen-Bauschutts vorlegen lassen und bei den beiden Entsorgungsunternehmen nachgefragt. Laut Bürgermeister Rahn handelt sich um Firmen aus dem Wetteraukreis, die die Zulassung und Zertifikate zur Entsorgung von Bauschutt haben. »Soweit ist dies alles ordnungsgemäß gelaufen.«

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