25. September 2019, 17:00 Uhr

Frauenförderplan

Frauen sind an der Spitze

Die Überraschung war groß bei den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses. Denn sie haben jetzt erfahren, dass bei der Stadt deutlich mehr Frauen als Männer arbeiten.
25. September 2019, 17:00 Uhr
Christina Quenzel ist Chefin im männerdominierten Karbener Bauhof. (Archivfoto: pe)

Seit zwei Jahrzehnten gibt es in Hessen das Gesetz über die Gleichberechtigung von Frauen und Männern und zum Abbau von Diskriminierungen von Frauen in der öffentlichen Verwaltung. Die Landesregierung sieht dies als »wichtigen Baustein für das Anliegen der Hessischen Landesregierung, die Chancengleichheit von Frauen und Männern auf allen politischen und beruflichen Ebenen und in allen gesellschaftlichen Bereichen voranzubringen und durchzusetzen«, so eine offizielle Broschüre des Landes dazu.

Das Gesetz sieht zwingend die Aufstellung von sogenannten Frauenförder- und Gleichstellungsplänen vor. Die Stadt Karben arbeitet gerade daran. Zur jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses konnte Bürgermeister Guido Rahn (CDU) bereits die ersten Grundzüge dieses Planwerks vorstellen, das in vollständiger Form mit allen Details den Mandatsträgern im Januar zugeleitet werden soll.

37 Prozent Männner

In einem Power-Point-Vortrag nannte das Stadtoberhaupt aber schon einige Eckdaten. Und dabei sieht die Stadt in Sachen Frauenförderung ziemlich gut aus, wie er betonte und anhand einiger Zahlen auch belegen konnte.

Zunächst teilte er mit, dass von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die bei der Stadt und ihren Eigenbetrieben 63 Prozent Frauen und 37 Prozent Männer beschäftigt seien. Naturgemäß gebe es im Sozialbereich einen hohen Frauenüberschuss. Grund ist, dass hier die Erzieherinnen in den Kindertagesstäten auftauchen. 103 Frauen stehen nur elf Männer gegenüber. »Immerhin gibt es einige Männer, die als Erzieher bei der Stadt arbeiten wollen«, informierte Rahn. Nehme man die anderen Fachbereiche betrage das Verhältnis 96 Männer zu 82 Frauen.

Frage nach Religion

Die Stadt muss laut Gesetz auch ausweisen, wie viele Frauen denn in leitender Funktion dort beschäftigt sind. Nehme man die erste und die zweite Leitungsebene zusammen, so gebe es dort 20 Frauen und 17 Männer. Auch bei den Kindergärten seien die Leitungsstellen fast ausschließlich mit Frauen besetzt. Aber es gebe auch in einem typischen männerdominierten Sektor eine Frau als Leiterin, sprach der Bürgermeister Christina Quenzel als Bauhofleiterin an.

Für den Bürgermeister zeigen diese Daten, »dass sich in den vergangenen zehn Jahren einiges bewegt hat«. Der Anteil der Frauen insgesamt sei ebenso gestiegen wie der in Führungspositionen.

FDP-Stadtverordneter Oliver Feyl fragte danach, warum in der bisherigen Statistik nicht nach »divers« aufgeschlüsselt sei. Rahn dazu: »Wir schreiben die Stelle neutral aus und fragen gar nicht danach.« Zudem empfänden sich nur 0,2 Prozent der deutschen Bevölkerung als divers, also weder als weiblich noch als männlich. Feyl wies jedoch darauf hin, dass in den Stellenausschreibungen divers anzugeben sei. Der Grüne Rainer Knak wollte wissen, ob denn ausgewiesen werde, wie viel Prozent der städtischen Mitarbeiter eine bestimmte Religion oder eine bestimmte Nationalität hätten. Dazu sagte der Bürgermeister, dass dies in Karben kein Einstellungskriterium sei und deshalb auch nicht erfasst werde.

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