09. September 2017, 06:00 Uhr

Demo gegen AfD

Gellendes Pfeiffkonzert gegen rechts

Gut 150 Demonstranten haben am Donnerstag vor dem Kurhaus Bad Vilbel gegen die AfD protestiert.
09. September 2017, 06:00 Uhr
Rund 150 Bürger protestieren vor dem Kurhaus Bad Vilbel gegen die AfD, die am Donnerstag ihre Bundestagskandidaten vorgestellt hat. (Fotos: cf)

»Rassismus ist keine Alternative«, »Kein Bock auf Nazis«, »Kein Mensch ist illegal« oder »Bad Vilbel ist zu bunt für braunes Gedankengut« steht auf den Flyern, Schildern, Fahnen und Transparenten. Hochgehalten werden sie von 120 bis 150 Demonstranten vor dem Kurhaus. Ihrem Protest verleihen die Bürger mit Trillerpfeifen, Pfiffen und Rufen Nachdruck. Gerichtet ist er gegen eine AfD-Wahlveranstaltung im großen Café des Kurhauses. Dort stellt die AfD Karben und Bad Vilbel die vier Direktkandidaten Klaus Herrmann, Andreas Lichert, Doris Daubertshäuser und Michael Kluger für den Bundestag und ihr Parteiprogramm vor.

Auschwitz hat nicht mit Auschwitz angefangen, Auschwitz hat mit dem Hass auf den Straßen angefangen

Hans Hirschmann

»Nazis raus« ruft die Menge, als Michael Kluger einen Besucher auf der Kurhaustreppe begrüßt. Begleitet wird die Veranstaltung von zehn Polizeibeamten aus Bad Vilbel und zwei städtischen Ordnungspolizisten. Vor dem Kurhaus versammelt haben sich Vorstand und Mitglieder des Flüchtlingshilfevereins »Willkommen in Bad Vilbel«, die die Bevölkerung zur gewaltfreien Demonstration »gegen die geistigen Brandstifter der AfD« und für den Erhalt »eines weltoffenen und bunten Bad Vilbel« aufgerufen haben. Vorsitzende Angelika Ungerer sagt: »120 Demonstranten haben wir angemeldet, mit 50 gerechnet.«

Der Aufruf lief kurzfristig über Mundpropaganda und E-Mails. Mitglieder der Initaive »Aufstehen gegen Rassismus« verteilen Flyer, auf denen sie beschreiben, warum die AfD keine Alternative ist. »Sie sind rassistisch, frauenfeindlich, unsozial und undemokratisch.« Viele Privatleute, Vereine und Politiker sind gekommen. »Der Hass ist zurück. Auschwitz hat nicht mit Auschwitz angefangen, Ausschwitz hat mit dem Hass auf den Straßen angefangen. Dem Hass gegen die Juden, der aggressiven Verachtung und der Zerstörung der Demokratie«, sagt Hans Hirschmann vom Freundeskreis der Auschwitzer.

Panikmache und Denunziation

Die AfD stehe für Panikmache, Denunziation aller anderen politischen Kräfte und die Abkehr von den kulturellen Bindewerten der Republik wie ihre Reden belegen. Es werde wieder an die niederen Instinkte der Menschen appelliert, um die Gesellschaft scharf zu machen. Die örtliche, stellvertretende SPD-Vorsitzende Mirjam Fuhrmann ist mit ihrer Familie gekommen. Sie sagt: »Bad Vilbel ist zu bunt für braunes Gedankengut.«

Die Botschaft ist klar: Die Bürger haben »Kein Bock auf Nazis«.
Die Botschaft ist klar: Die Bürger haben »Kein Bock auf Nazis«.

»Faschismus und Rassismus sind das Gesicht der AfD. Für mich ist die AfD eine grundgesetzwidrige Partei«, sagt der Massenheimer Werner Krieg. Der Kernstädter Martin Stöhr sagt: »Ich habe als Kind noch das Ende der Nazizeit erlebt. Ich will nicht, dass sich hier noch einmal der Geist von Nationalismus, Rassismus und Fremdenhass breitmacht.«

Julius Kasberger, Mitglied der Jugend in der St.-Nikolaus-Gemeinde und der KJG-Diözese Mainz erklärt im Namen seiner Gruppe: »Wir wollen als junge Christen unsere Werte gegen die Politik der AfD verteidigen.«

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