14. März 2018, 17:00 Uhr

Flohmarkt-Saison

Geschäfte laufen besser als im Internet

Flohmärkte für Kindersachen sind ein Muss für Eltern. Vom Handel mit T-Shirts und Computerspielen profitieren die Kindergärten, wie am Wochenende in Petterweil.
14. März 2018, 17:00 Uhr
Bunt geht es zu bei den Kindersachenflohmärkten. Die Petterweiler Organisatoren setzen auf den Direktverkauf, bei dem jeder Anbieter seine Sachen an Tischen selbst anbietet. Da kommen Verkäufer und Käufer schnell ins Gespräch. (Foto: jsl)

Das Erfolgsrezept hinter dem Phänomen Flohmarkt ist weitaus mehr als nur einstellige Preise. Es geht auch um den Kontakt mit anderen Menschen, um Handeln und zwangloses Kaufen und Verkaufen. Das kann derzeit fast jedes Wochenende erlebt werden. Am Samstag wurde unter anderem in Petterweil ausrangierte Sachen vom Nachwuchs angeboten. Schon seit Jahren organisieren Eltern der Petterweiler Kita in der Übergangszeit vom Winter zum Frühjahr, wenige Wochen vor Ostern den Verkauf im Albert-Schäfer-Haus. Neben Hosen, T-Shirts udn Jacken werden fast an jedem Tisch Videospiele und andere Spielsachen angeboten. Klar, dass diejenigen für die eingekauft wird, mit von der Partie sind. Auf diese Weise entsteht ein buntes Gewusel, ein gegenseitiges Geben und Nehmen für kleines Geld. Käufer und Verkäufer kennen sich aus der Nachbarschaft oder dem Kindergarten.

Im Herbst beginnen die Vorbereitungen

Bereits im Herbst starteten die Vorbereitungen für den Markt. Termine und Uhrzeiten mussten festgelegt, Werbung und elektronische Anmeldeformulare geschaltet werden. Alle Formalitäten konnten die Verkäufer per E-Mail erledigen.

»Es gab eine Warteliste mit 20 Personen, die keinen Verkaufstisch bekommen haben«, sagt Anja Brüßler vom Kita-Elternbeirat. »Die Resonanz ist sowohl bei den Verkäufern wie auch beim Publikum sehr groß. Es gibt insgesamt 55 Tische. Verkauft werden Kinderbekleidung, Spielzeug, Bücher, Kindersitze fürs Auto, Fahrräder und Kinderzimmer-Mobiliar.« Markensachen gehören auch zum Angebot, sind aber eher seltener vertreten. Der Markt öffnet um elf Uhr, die ersten Besucher kommen aber schon vorher. Schwangere dürfen eine halbe Stunde früher hinein.

 

Besseres als im Internet

 

Das Organisationsteam arbeite Hand in Hand, erzählt Rainer Hegger. Parallel zum Markt ist eine Kinderbetreuung im Kindergarten eingerichtet worden. So könnten die Erwachsenen in Ruhe schauen, während der Nachwuchs spielen kann. Zusammen mit einigen Helferinnen verkauft der Elternbeirat selbst gemachte Salate, Kuchen und Waffeln.

Der Run auf die Tische nimmt zur Mittagszeit noch einmal zu. Beinahe hat man den Eindruck, man sei bei einem Schlussverkauf im Warenhaus. »Das ist doch noch gar nichts«, ruft ein Besucher, der es aus den vergangenen Jahren wohl nicht anders kennt.

Stefanie Beseler und Janine Becker sind guter Dinge. Sie möchten, wie die meisten Verkäufer, Kinderklamotten loswerden, die sich bei ihnen zu Hause angesammelt haben. Interessenten gibt es dafür in Hülle und Fülle. »Viele Leute kommen an den Tisch und schauen erst mal nur, was man zu bieten hat oder wie der Tisch aufgebaut ist«, erzählen sie. »Wenn ihnen nichts ins Auge fällt, gehen sie zum nächsten. Einige fragen aber auch gezielt nach der passenden Größe«, erzählen die beiden. »Hinsichtlich der Teilnahme muss man sich beeilen. Die Plätze sind begehrt und meistens schnell weg.«

Flohmarkt als Treffpunkt

Dem stimmt Andrea Bobek-Kayser zu. Weil sich Flohmärkte einfach mehr lohnen würden als Internetverkäufe. Sie selbst habe auf Plattformen wie Ebay oder Mamikreisel schon Sachen verkauft. »Aber man darf nicht vergessen, dass dort noch Versand- und Verpackungskosten dazukommen«, sagt sie. »Außerdem muss man die Sachen zur Post tragen. Auf dem Flohmarkt trifft man Leute, die man aus dem Kindergarten kennt. Das ist nett und macht mehr Spaß.«

 

Infokasten

Drei Fragen anAnja Brüßler

Flohmärkte erfreuen sich großer Beliebtheit. Woran liegt das? Anja Brüßler: Schnäppchen machen, auch was Markensachen angeht, ist ein Grund. Oft ist es aber auch das ungezwungene Stöbern und Einkaufen. Bei uns in Petterweil herrscht zudem eine fast familiäre Atmosphäre. Man kennt sich. Wie profitiert die Kita von dem Flohmarkt? Brüßler: Eltern und Elternbeirat helfen sich gegenseitig beim Küchen- und Thekendienst. Der Aufbau geht Hand in Hand. Das stärkt den Zusammenhalt. Der Erlös vom Buffet kommt vollständig der Kindertagesstätte zugute. Wie geht es mit den Flohmärkten weiter? Brüßler: Der nächster Flohmarkt ist am 15. September. Wer einen Tisch reservieren möchte, meldet sich per E-Mail unter: Kita-Petterweil-Flohmarkt@gmx.de. (jsl/Foto: jsl) * Anja Brüßler engagiert sich im Elternbeirat der Kita Petterweil.

 

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