18. November 2017, 06:00 Uhr

Vorlesetag

Geschichten begeistern U3-Kinder

Wenn bunte Luftballons platzen, ein Tiger, der Geburtstag hat, aufgeweckt wird, sind schon die unter Dreijährigen der Petterweiler Spielgruppe fasziniert von der Vorlese-Geschichte.
18. November 2017, 06:00 Uhr
Je kleiner die Vorlesegruppe ist, desto besser hören die Kinder zu. Heike Anusic präsentiert den zweijährigen die Geschichte vom schlafenden Tiger, der von einem platzenden Luftballon aufwacht. (Foto: jsl)

Im Idealfall greifen Kinder irgendwann selbst zu Büchern und Zeitungen, um darin zu lesen. Dadurch schaffen sie für sich eine Wissensgrundlage. Um Interesse für das geschriebene und erzählte Wort zu wecken, gibt es den bundesweiten Vorlesetag. Zum 14. Mal wurde am Freitag in Schulen, Kindergärten, Bücherein und anderen Orten vorgelesen. Das Konzept ist ebenso einfach wie effektiv: Jeder liest dem anderen etwas vor. Prominente und Bücherfreunde engagieren sich als Lesepaten. Diesmal hat auch die Petterweiler Spielgruppe, einer von Eltern selbst organisierten Kita, mitgemacht.

Mutter als Vorlesepatin

Hier hatten am Freitag die ganz Kleinen großen Spaß. Heike Anusic aus dem Vorstand der Elterninitiative war als Vorlesepatin gekommen. Mitgebracht hatte sie kein reines Vorlesebuch, sondern ein Werk mit großen Bildern, das die U3-Kinder zum Mitmachen eingeladen hat. Es gehe in diesem Alter zuerst um die visuelle Wahrnehmung und ums Geschichtenerzählen, erklärt die Betriebswirtschaftlerin. Mit den gedruckten Buchstaben könnten die Kleinen noch nicht viel anfangen. Trotzdem sei es wichtig, dass die Kinder im digitalen Zeitalter so früh wie möglich die Bedeutung von Büchern als Medien begreifen.

»Handys wirken auch schon auf die U3-Kinder anziehend«, erzählt Heike Anusic. »Doch es gibt so viel mehr als flimmernde Bildschirme. Der Vorlesetag ist die perfekte Gelegenheit, um allen Kindern aufzuzeigen, wie wichtig Lesen ist.«

"Weck bloß den Tiger nicht auf"

Bei ihrem Vorlesebesuch machen es sich die Kinder vor Anusic bequem. Sie schauen das große Buch »Weck bloß den Tiger nicht auf« an. Um zuhören zu können, heißt es für sie zuerst, leise zu sein. Ganz schön schwierig in der Spielecke, aber es klappt. Gespannt lauschen die Zweijährigen, was Heike Anusic berichtet. Sie liest und erzählt aus der Geschichte vom schlafenden Tiger, für den seine Freunde eine Geburtstagsparty vorbereiten. Luftballons dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Aber wie hängt man die auf, ohne den Tiger zu wecken? Die Kinder machten begeistert mit. Zwischendurch durften auch sie mit bunten Ballons experimentieren. Am Ende fand es auch niemand schlimm, dass der Storch mit seinem Schnabel einen Ballon zum Platzen brachte. So konnten alle dem aufgewachten Geburtstagskind wenigstens ein Ständchen bringen. Charly gefiel das so gut, dass er die Geschichte am liebsten direkt noch einmal gehört hätte.

Gemeinsam im Team hatten Kita-Leitung und Betreuerinnen zuvor überlegt, wie man die Kinder am besten zum Zuhören bringen könne. Bettina Müller-Schönbrodt, die pädagogische Leiterin der Petterweiler Spielgruppe, hatte die Idee, zwei Vierergruppen zu bilden. Sie kennt die Kleinen aus der täglichen Arbeit. »Je kleiner die Gruppe, desto besser klappt es mit dem Zuhören«, erklärt sie.

Buchidee und Gestaltung kamen von Heike Anusic. Als Mutter, deren Tochter selbst die Spielgruppe besucht, ist sie dem Kindergarten auch über ihre geschäftsführende Tätigkeit hinaus verbunden. Kein Wunder also, dass sie »Weck bloß den Tiger nicht auf« im Anschluss der Kita überließ. Eine Urkunde fürs Zuhören stiftete sie den Mädchen und Jungen der Spielegruppe außerdem.

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