03. April 2019, 20:21 Uhr

Größeres Baugebiet in Petterweil

03. April 2019, 20:21 Uhr

Ein neuer Name, eine deutlich vergrößerte Fläche. Vor den Toren Petterweils, an der Kreisstraße 9, soll ein neues Baugebiet entstehen. Die Opposition will noch draufsatteln und ein größeres Gebiet bebaut wissen. Das könnte durchaus kommen, wie die Diskussion im Ausschuss für Stadtplanung gezeigt haben.

Die Nachfrage nach Bauland ist hoch. Immer wenn die Stadt auch nur andeutet, dass sie ein neues Baugebiet ausweisen will, stehen die Interessenten schon Schlange. Anfangs war von einem zwei Hektar großen Areal die Rede, aus 50 wurden 100 Bewerbungen. Also hat man weitere Grundstücke dazugekauft, und ist nun mit einem knapp vier Hektar großen Baugebiet in die parlamentarischen Gremien gegangen.

»Diese Fläche ist zu klein, um einen wohnungsbaupolitischen Effekt zu erzielen«, rüffelt Rainer Knak, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Zusammen mit Thomas Görlich, Fraktionschef der Sozialdemokraten, hat er sich zusammengesetzt und einen gemeinsamen Antrag für ein noch größeres Baugebiet ausgearbeitet (die WZ berichtete). Die Intention ist klar: »Mit ein paar Einfamilienhäusern in dem Gebiet des Magistrats haben wir noch nichts für bezahlbaren Wohnraum getan«, betont Knak. Und deshalb fordert die Opposition weitere rund vier Hektar auf der anderen Seite der K 9 bis zum Eselsweg.

In der Verwaltung haben die Fachleute zur jüngsten Sitzung rot eingefärbt, wo grob das geforderte Gebiet verlaufen sollte. Als es an die Wand projiziert wurde, fragte Bürgermeister Guido Rahn (CDU) die Oppositionsfraktionen, wo denn der Eselsweg verlaufe. Christel Zobeley (SPD) zeigte einen Weg auf der Karte, aber den falschen. Rahn forderte SPD und Grüne deshalb auf, ihren Antrag umzuformulieren und etwa eine südliche Erweiterung zu definieren.

Kita neben die Feuerwehr?

Das Stadtoberhaupt gab ebenfalls zu bedenken, dass eine etwaige Ergänzung das jetzt angestoßene Verfahren verzögern würde. Die Verwaltung wolle jetzt den Bebauungsplan mit dem neuen Namen »Nördlich der Fuchslöcher« ins Verfahren bringen. »Denn die Feuerwehr steht schon in den Startlöchern. Die wollen und müssen aus der Schlossstraße dringend heraus.«

Auch über andere Forderungen der Opposition gab es Debatten. So fordern SPD und Grüne, die städtische Kita dort zu belassen, wo sie derzeit ist. Vielmehr solle eine Erweiterung an der Holtzmannstraße vorgesehen werden. Rahn lehnt das ab. Es gebe organisatorische Probleme, wenn eine Kita auf zwei Standorte verteilt sei. »Das erleben wir gerade in Rendel. Das wird vom Personal als unglücklich empfunden.« Die Stadt möchte stattdessen eine Kita neben das Feuerwehrgerätehaus ins Neubaugebiet setzen. »Das Gelände dort ist so groß, dass wir sogar für die Kita Erweiterungsmöglichkeiten haben.«

Prompt kam die Nachfrage, was denn mit dem gerade erst für viel Geld renovierten jetzigen Kita-Gebäude passieren werde. Hierzu kündigte Rahn an, dass er demnächst einen Plan für eine Senioreneinrichtung dort vorstellen wolle. Ansonsten deutete Rahn an, dass er den Vorstoß der Opposition durchaus begrüßt, in Details aber anderer Auffassung ist. Das machte auch CDU-Fraktionsvorsitzender Mario Beck deutlich, der für die Mehrheitsfraktion einen Änderungsantrag einbrachte. Allerdings könne die CDU auch einige Punkte von SPD und Grünen mittragen. So etwa den Bau eines Kreisels am Ortseingang, die Forderung, Bauen über Erbpachtverträge zu ermöglichen, oder etwa die Wohnungsbaugesellschaft Karben und andere Wohnungsbaugesellschaften in öffentlicher Trägerschaft zum Zuge kommen sollten.

Abgelehnt wird von der CDU eine Gestaltungssatzung für das Petterweiler Neubaugebiet ebenso wie die Forderung, dass in den geplanten Mehrfamilienhäusern 20 Prozent der Wohneinheiten förderfähige Sozialwohnungen sein müssten. Hier will die CDU lediglich zehn Prozent ausweisen.

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