14. April 2019, 18:06 Uhr

Großbrände und ein vermeintlicher Gasaustritt

14. April 2019, 18:06 Uhr
Ehrung für 50-jährige Zugehörigkeit (von links): Christoph Häusle, Matthias Meffert, Rainer Kristen, Hans-Michael Moscherosch, Uwe Wächtershäuser, Christian Becker und Guido Rahn. (Foto: Niehoff)

2018 stieg die Zahl der Einsätze um rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Zu den spektakulärsten Einsätzen im Stadtgebiet zählte Stadtbrandinspektor Christian Becker während der Jahreshauptversammlung des Karbener Freiwilligen Feuerwehr am Freitagabend im Bürgerhaus Petterweil die beiden Gefahrguteinsätze im Juli bei der Firma Rewe Fuchs, bei denen es um Gasaustritte ging und für die spezielle Anzüge und Gefahrengut-Gerätewagen im Einsatz waren. Unvergessen sind auch die Großbrände zum einen in Kloppenheim, bei dem für 5000 Hühner jede Hilfe zu spät kam und zum anderen eine Woche später in Okarben in einer Werkstatt, bei dem das Feuer auf einen Schweinestall überzugreifen drohte. Beide Brände waren so groß, dass Hilfe von benachbarten Kommunen angefordert werden musste.

»Es gab aber auch Einsätze, über die man zumindest schmunzeln kann«, erinnerte sich Becker. Einer war am Karfreitag, als der Osterspaziergang Passanten an einem Kindergarten vorbeiführte. Die stellten dabei in einem von außen einsehbaren Aquarium Wassermangel fest und die dazu gehörenden Fische auf dem Fußboden. Die Feuerwehr konnte in einem Blitzeinsatz die Tiere retten und auch das ausgelaufene Wasser auf dem Fußboden beseitigen. Der andere galt einem vermeintlichen Gasaustritt im Industriegebiet. Vor Ort stellte sich dann heraus, dass der Gasgeruch aus einer Großküche kam, in der große Mengen Sauerkraut zubereitet wurden. Für Becker sind die seit Jahren ansteigenden Einsatzzahlen und die damit zusammenhängenden immer größer werdenden Herausforderungen ein deutlicher Beweis für die Bedeutung des Ehrenamtes Feuerwehr. »Nur durch euch kann der Brandschutz in Karben sichergestellt werden«, so Becker zu seiner inzwischen auf 179 Einsatzkräfte angewachsene Mannschaft, darunter übrigens 22 Frauen.

Keine große Sorgen

Becker bedankte sich auch bei Bürgermeister Guido Rahn (CDU) für dessen fortwährende Unterstützung, denn im vergangenen Jahr konnte neben vielen kleineren Anschaffung auch ein Löschfahrzeug für rund 300000 Euro in Dienst gestellt werden. Dass sich der Stadtbrandinspektor um die Zukunft seiner Feuerwehr zurzeit keine allzu großen Sorgen machen muss, das geht hervor aus den Zahlen, die Stadtjugendfeuerwehrwart Torsten Bipp vorstellte. Auf 57 Jugendliche ist seine Mannschaft im Alter von zwölf bis 17 Jahren angewachsen. Und zwar 41 Jungen und 16 Mädchen. Fünf von ihnen wechseln in diesem Jahr in die Einsatzabteilung. Und auch die Kinderfeuerwehr unter Leitung von Maria Emmerich erfreut sich immer größere Beliebtheit. Ihr gehören mittlerweile sogar schon 64 Kinder an.

Klare Worte erhob Bürgermeister Rahn in Richtung Landesregierung. Dort werde überlegt, ob Lebensgefährtinnen von Feuerwehrleuten zukünftig keinen Anspruch mehr auf Unterstützung mehr erhalten sollten, obwohl ihre Partner bei einem Feuerwehreinsatz ums Leben gekommen sind. Er habe sideswegen beim zuständigen Innenministerium Protest eingelegt, sagte er und warnte: »Wenn das Ehrenamt so Schritt für Schritt immer mehr an Unterstützung verliert, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn es bald keine Freiwilligen mehr gibt.«

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