02. Juli 2019, 19:08 Uhr

Große Aufregung um wenig Müll

Wenn es in den beiden großen Bad Vilbeler Parks am Wochenende dunkel wird, werden diese vor allem noch von Jugendlichen bevölkert. Immer wieder werden danach Stimmen laut, die Parks seien am nächsten Tag völlig verdreckt. Vor wenigen Tagen entbrannte eine Diskussion auf Facebook zu dem Thema. Doch so schlimm ist die Lage gar nicht.
02. Juli 2019, 19:08 Uhr
Auf Müllberge deutet auch diese halb im Boden versunkene Flasche nicht hin.

Also mir ist noch nichts aufgefallen auf dem Weg hierher«, erklärt die ältere Dame grinsend, die sich an einem Tisch im Bad Vilbeler Kurpark direkt am Niddaradweg niedergelassen hat. Etwas verwundert hatte sie den Reporter dieser Zeitung zuvor angeschaut, denn er durchsuchte das nahe Gebüsch und den staubigen Boden rund um den Tisch nach Glasscherben. Bei genauerem Hinsehen werden einige ersichtlich. Festgetreten im Boden. Doch großflächig liegt kein Müll verteilt.

Dasselbe gilt für einen weiteren Hotspot der feierfreudigen Jugend. Viele zieht es abends an die Mulde auf der Wiese am Vilbeler Festplatz. Hier sind die Mülleimer ebenfalls sauber. Auffällig ist an dieser Stelle nur, dass viele Zigarettenkippen auf dem Boden verteilt liegen. Ganz so dramatisch ist die Lage an diesem Dienstagnachmittag nicht, wie sie am Sonntagmorgen vor einer Woche auf Facebook geschildert wurde.

Diskussion in Facebook

In einer Gruppe, in der über 2000 Vilbeler Themen und Probleme ihrer Stadt erörtern, machte ein User seinem Ärger Luft: »Heute Morgen im Kurpark: zersplitterte Wodkaflaschen, Plastikbecher vor den Sitzbänken am Weiher, zerstörte Bierflaschen, Plastikmüll und Essensreste auf dem Boden rund um den Sitztisch in Höhe Schützenhofsteg verteilt«, schrieb er. Und fährt weniger sachlich fort: »Wann wird von der Stadt aus endlich einmal etwas gegen dieses Gesocks unternommen? Die Spreu lässt sich sehr gut vom Weizen trennen, denn Gott sei Dank verhalten sich nicht alle Jugendlichen so asozial und zerstörerisch. Langsam reicht es!«.

Beobachtungen, die Harald Möcker vom Bad Vilbeler Betriebshof nicht bestätigen kann. Sein Team ist für die Sauberkeit der Innenstadt und des Niddaradwegs zuständig: »Ich habe keine Informationen von den Kollegen bekommen, dass sie momentan mit besonders viel Dreck konfrontiert wären«, teilt er mit. »Ich kann die exakten Beobachtungen bezogen auf den Kurpark nicht direkt beantworten. Aber es kommt im Sommer schon mal vor, dass die Jugendlichen etwas mehr feiern. Das ist aber eine normale Sache und war vor 60 Jahren genauso«, meint er gelassen.

Auch der Erste Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) hat die wilde Diskussion auf Facebook mitbekommen: »Ich habe mich auch dort geäußert.« Die Problematik der Verschmutzung nach Feiern von Jugendlichen betreffe natürlich nicht nur den Kurpark, sondern auch die Mulde im Burgpark. Doch auch er sieht keine Verschlimmerung des Problems. »Momentan ist eine Zeit, in der die Ferien beginnen, die Abiturienten frei haben und sich viele Jugendliche täglich an diesen Orten aufhalten«, weiß er. »Die Kollegen wissen das und sind vermehrt unterwegs.« Für die Sauberkeit innerhalb der Parks sei das Grünflächenamt zuständig. »Mit den Kollegen habe ich im Zuge dieser Sache gesprochen, und auch sie haben mir bestätigt, dass die Verschmutzungen auf lange Sicht nicht schlimmer geworden sind.« Sonntags könne es passieren, dass Spaziergänger auf deutlich mehr Verschmutzungen treffen, denn die Jugendlichen feiern samstags, doch erst montags werde wieder sauber gemacht.

Mittlerweile haben sich fast 30 weitere User zu dem Post auf Facebook geäußert. Einige brechen Lanzen für die Jugendlichen, andere kritisieren die Stadt. Schließlich gebe es keine Jugendzentren, in die die Jugendlichen gehen könnten. Doch das würde das Problem ohnehin nicht lösen, meint Wysocki: »Erstens wollen die Jugendlichen, die den Müll hinterlassen, abgeschieden sitzen, und zweitens hätten Jugendzentren um diese Zeiten ohnehin bereits geschlossen.«

Zudem seien es nicht nur Jugendliche, die Müll hinterlassen. Auch Vögel und Nutrias würden liebend gerne Müllbeutel zerreißen und auf diese Weise nach Nahrung suchen. »Was die Jugendlichen angeht, ist es natürlich auch eine Frage, was sie von zu Hause aus mitbekommen, wie mit der Umwelt umzugehen ist.«

Generell sehe er die Problematik aber als Begleiterscheinung des Erwachsenwerdens. »Wir beobachten das und haben diese Woche noch ein internes Gespräch dazu. Wir planen allerdings nicht, eine 24-Stunden-Patrouille einzurichten, die die Jugendlichen kontrolliert.«

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