17. Dezember 2018, 20:11 Uhr

Gut gehütete Schätze aus Holz

17. Dezember 2018, 20:11 Uhr
Gertrud Schonk steht neben der Krippe ihrer Familie aus dem Jahr 1982, die sie in Petterweil ausstellt. (Foto: Fauerbach)

Maria und Josef mit dem Jesuskind im Stall. Die figürliche Darstellung der Weihnachtsgeschichte ist mit schönen Erinnerungen verbunden. Gepflegt wurde dieser Brauch einige Jahre lang in der katholischen Kirchengemeinde Sankt Bardo in Petterweil. In diesem Jahr lud die Gemeinde nach einer mehrjährigen Pause wieder zur Krippenausstellung ein. Und bot damit eine besinnliche Einkehr in der Vorweihnachtszeit.

Dank der Unterstützung von Petterweiler Familien und der Massenheimer Krippenbauer konnte ein Team um Gertrud Schonk 62 Krippen im Gemeindehaus präsentieren. Die Vielfalt der Stile, Materialien und Figuren ist groß. Die Bandbreite reicht von Krippen aus Papier, in einer Schneekugel oder in einem ausgehöhlten Ei über afrikanische und amerikanische Krippen bis zur im Allgäu gekauften Kirchenkrippe der Gemeinde. Viele Weihnachtskrippen werden von einer an die nächste Generation weitergeben. Oft sind damit ganze Familiengeschichten verknüpft.

So wie bei Gabriele Witzel, die gleich drei Krippen für die Ausstellung beisteuerte. »Die älteste Krippe stammt aus dem Jahr 1895. Mein Großvater hat als Junge fünf Jahre Frankfurter Hausfrauen ihre Körbe mit Einkäufen vom Markt am Römer nach Hause getragen. Für das als Dankeschön erhaltene Geld hat er sich jedes Jahr auf dem Frankfurter Christkindlmarkt Krippenfiguren gekauft.«

Die Krippe sei ein gut gehüteter Schatz, sie habe zwei Weltkriege überstanden, die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen.

Die zweite Krippe hat sie vor neun Jahren in Assisi gekauft. »Die heilige Familie ist aus einem Stück Olivenholz geschnitzt. Gekauft habe ich sie, weil auch die dritte Generation eine eigene Krippe weitervererben sollte.« Bei der dritten Krippe ihrer Familie handelt es sich um eine aus Wachs. Ihre Mutter hat sie 1975 in der Frauengruppe von Sankt Bardo in einer Wachswerkstatt selbst gegossen.

Zu viel Rummel um Weihnachten

Die Krippe von Rita Felbinger wurde in einem Guss aus Ton 1972 in Sankt Meinrad in Indiana hergestellt. Geschenkt hat sie ihr eine Freundin nach einem USA-Besuch. »Wir haben bis heute Kontakt, sie lebt inzwischen wieder in Amerika«, sagt die 70-jährige Petterweilerin. Die Krippe von Gertrud Schonk stammt aus dem Jahr 1982. »Wir haben den Stall aus gesammeltem Holz selbst gebaut und dann nach und nach die Figuren bei Künstlerin Lotte Sievers Hahn gekauft.

Aufgebaut wird sie am Heiligen Abend, abgebaut am Dreikönigstag.«

Verurteilt wird von allen Besuchern der Rummel und Kommerz an Weihnachten. »Es wird alles beleuchtet, doch der Grund und Sinn von Weihnachten ist verloren gegangen«, bedauerte Gabriele Witzel.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Holz
  • Petterweil
  • Vorweihnachtszeit
  • Weihnachtsgeschichten
  • Karben-Petterweil
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 - 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.