17. August 2018, 09:00 Uhr

Dauerärgernis Feuerwehrhaus

In Dortelweil: Muffige Dusche, Dellen und Unkraut

Schon vor Monaten beklagte Wehrführer Karlheinz Schäfer den schlechten Zustand des Feuerwehrgerätehauses in Dortelweil und nahm die Stadt in die Pflicht. Passiert ist seitdem kaum etwas.
17. August 2018, 09:00 Uhr
NMA
Wehrführer Karlheinz Schäfer zeigt eine der Einbuchtungen im Hof des Feuerwehrhauses, die im Winter zu Rutschfallen werden. (Foto: nma)

Nicht mal das wuchernde Unkraut durften die Dortelweiler Feuerwehrleute jäten. Vor den Toren der Fahrzeughalle des Feuerwehrgerätehauses in Dortelweil steht Karlheinz Schäfer und betrachtet eine Vertiefung im Boden. »Der Untergrund gibt hier nach«, erklärt er. Als das Dortelweiler Feuerwehrhaus gebaut wurde, sei man noch mit Acht-Tonnen-Autos gefahren, heute wiegen die Fahrzeuge der Brandbekämpfer teilweise das Doppelte. »In den Kuhlen sammelt sich bei Regen das Wasser und im Winter wird dieses zu Eis-Pfützen«, sagte der Wehrführer.

Ähnliche Probleme mit dem alten Gebäude beklagte Schäfer bereits in der Jahreshauptversammlung der Stadtteilwehr im April. In seiner Rede zeigte er sich damals wenig begeistert vom Umgang der Stadt mit der Feuerwache. Und heute?

 

Boden in Fahrzeughalle defekt

 

Lediglich Flickschusterei sei im Hof des Feuerwehrhauses bisher betrieben worden, sagt er, das eigentliche Problem habe man aber nie effektiv angegangen. Die Vertiefungen sähen nicht nur schlecht aus, sondern stellten eine gewisse Gefahr für die Feuerwehrleute dar. Nachweislich sei auch der Boden in der Fahrzeughalle beschädigt und das seit Jahren. »Wir werden seit langer Zeit immer wieder vertröstet von der Stadt. Man sei bei der Auftragseinholung und würde Angebote abwarten«, moniert Schäfer. Ihm sei bewusst, dass Fachfirmen momentan häufig ausgelastet seien, dennoch sei die jahrelange Wartezeit vor allem eines – zu lang.

Unkraut wuchert, doch die Feuerwehr darf sich nicht mehr selbst um die Grünpflege kümmern.	(Foto: Mag)
Unkraut wuchert, doch die Feuerwehr darf sich nicht mehr selbst um die Grünpflege kümmern....

Inzwischen stören ihn und seine Kameraden vor allem die kleinen Dinge, die in der Feuerwache ausgebessert werden müssen. »Die Grünpflege dürfen wir nicht mehr selbst machen. Das war der Stadt zu teuer.« Früher hätten die Kameraden sich für einen gewissen Stundenlohn selbst um das Unkraut an ihrem Feuerwehrgerätehaus gekümmert. Neuerdings müsse dafür extra eine Firma beauftragt werden, was recht umständlich sei. »Es ist einfach schade, wenn gerade vor dem Vatertagsfest oder dem Tag der offenen Tür das Gestrüpp wuchert«, sagt der Wehrführer. Auch derzeit wächst außen am Feuerwehrgerätehaus Unkraut. Es ist bereits gut einen halben Meter hoch.

 

Aufgesprungene Fugen, schmutzige Au´ßenwand

 

Die Außenwand des Gebäudes sehe schmutzig aus, sei teilweise von einer dunklen Flechte befallen. »Es sind viele Kleinigkeiten, die uns in ihrer Gesamtheit aber einfach sehr stören«, bedauert Schäfer. So auch zahlreiche aufgesprungene Fugen, die mit Silikon erneut abgedichtet werden müssen. Als Zumutung bezeichnet Karlheinz Schäfer den Geruch in einer Dusche. Leicht modrig mutet dieser an, die Kameraden verdächtigen die alte, teils defekte Lüftung. »Was uns am meisten stört, ist, dass wir mittlerweile darauf angesprochen werden, wie denn das Haus aussehe. Das ist uns peinlich«, sagt der Wehrführer. Ein Feuerwehrgerätehaus sei schließlich auch ein Aushängeschild. Deshalb hofft er, dass die Stadt bald reagiert.

Info

Und in anderen Stadtteilen?

Auch auf dem Heilsberg und in Gronau kämpften die Feuerwehrleute mit alten Gerätehäusern, die ihnen Schwierigkeiten bescherten. 3,2 Millionen Euro ließ sich die Stadt die neue Feuerwache mit Büros und Fahrzeughallen kosten. In Gronau soll der Neubau bald beginnen und im Oktober 2019 fertig sein. Bis dahin hat die Gronauer Feuerwehr in einem ehemaligen Speditionsgebäude ein Übergangsquartier gefunden. (nma)

Ein erster Schritt ist getan: »Ich freue mich sehr, dass die Stadt uns vor ein paar Wochen jemanden geschickt hat, der unsere Gruppenräume innen neu gestrichen hat.« Doch von den übrigen angesprochenen Punkten wisse man im Rathaus seit Jahren, doch effektiv passiere nichts, klagt Schäfer.

Das soll sich jetzt aber ändern, glaubt man Stadtsprecher Yannick Schwander. Auf Anfrage sagt dieser: »Das Bauamt ist dran.« Die Probleme des Feuerwehrhauses seien in Bearbeitung. In den Nachtragshaushalt habe man einige geplante Verbesserungen einbringen können, weitere sollen 2019 folgen.

Grundsätzlich könne er sagen, dass das Liegenschaftsmanagement der Stadt Bad Vilbel mit der neuen Bauamtsleitern Gudrun Pache (diese Zeitung berichtete) erweitert würde. »Die Gerätehäuser sind sehr wichtig für die Stadt«, betont Schwander.

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