01. April 2019, 21:36 Uhr

Jeder Lauf ein kleines Finale

Bei den 20. Karbener Grundschulmeisterschaften der Leichtathletik traten am Samstag wieder Dritt- und Viertklässler gegeneinander an, um herauszufinden: Wer ist der Schnellste auf 30 Meter, auf der Langstrecke oder im Hindernislauf?
01. April 2019, 21:36 Uhr
Einfach rennen und nicht denken, verrät einer der Grundschüler, wie er den 60-Meter-Lauf gemeistert hat. (Foto: Seipp)

Joshua macht sich bereit. Der Viertklässler mit dem gelben Trikot scheint selbstsicher, die Läufer in den grünen, blauen oder roten Trikots schlagen zu können. »Fertig«, kommt die Ansage der Schiedsrichterin. Sie hebt das Signal und die Jungs gehen zur Startlinie. Alle wollen den Sieg für ihre Schule nach Hause holen. Es geht nicht nur um den eigenen Sieg, sondern auch darum den anderen zu zeigen, wer die beste Schule ist.

»Klack.« Die zwei Teile des Holzsignals knallen zusammen. Der Startschuss für das 30-Meter-Finale. Kopf an Kopf schießen die Jungs nach vorne. Vom Seitenrand schallen die Rufe ihrer Mitschüler, Lehrer und Eltern zu ihnen. Fast im gleichen Augenblick erreichen sie die Ziellinie und krachen in die an der Wand aufgestellte Matte.

Alle sind überzeugt, der Schnellste gewesen zu sein. Am Ende werden Millisekunden den Ausschlag geben. Den Jungs ist das in diesem Moment egal, sie alle sind zufrieden mit dem Lauf. Und während sie zurück zur Tribüne gehen, begleitet vom Schulterklopfen ihrer Klassenkameraden, spurten die vier mit Messgeräten bewaffneten Schiedsrichter zum Tisch. Dort werden direkt die Bestzeiten eingegeben.

Randsportart fördern

Bereits zum 20. Mal finden an diesem Samstag die Karbener Grundschulmeisterschaften der Leichtathletik statt. Was anfangs eine kleine Aktion war, ist mittlerweile zu einer festen Institution geworden. »Das Ziel war zunächst nur, die Leichtathletik an den Grundschulen zu fördern«, erklärt Beate Spruck vom TV Rendel. Sie ist von Anfang an mit dabei.

Indem die Grundschulen untereinander die Besten bestimmen entsteht nicht nur ein tolles Event, sondern auch, und das ist für den Verein sehr wichtig, eine Bühne für neue Talente. »Leichtathletik ist anders als Fußball eine Randsportart«, weiß Spruck. So ist der Verein immer auf der Suche nach Nachwuchs, denn auch Quereinsteiger gibt es bei der Leichtathletik kaum. Zudem bekommt der Sport auch durch das wachsende Angebot in anderen Sportarten und durch zunehmenden Nachmittagsunterricht an den Schulen Konkurrenz. Daher sind Veranstaltungen wie diese überlebenswichtig.

»Die besten Vier in jeder der Disziplinen bekommen eine Einladung für kostenlose Trainings und über die Jahre hat sich gezeigt, dass das ein überaus erfolgreiches Konzept ist«, erklärt Spruck. Denn von den Siegern bleiben 30 Prozent tatsächlich aktiv, eine überaus hohe Quote.

Jedes Jahr werden außerdem so Talente entdeckt, die sonst vielleicht durch das System gerutscht wären. »Sie sind nicht in einem Verein aktiv, beispielsweise weil die Eltern keinen Bezug zur Sportart haben«, erklärt Spruck. »Ohne die Grundschulmeisterschaften wären sie wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, dass sie überhaupt gut in Leichtathletik sein könnten.«

Und so schickt jede Klasse der Karbener Grundschulen die besten drei Jungs und drei Mädchen, um sich in den Disziplinen 30 Meter, Langlauf und Hindernislauf zu messen. Zu Gast sind in diesem Jahr erstmals auch Schüler von der benachbarten Niederdorfelder Struwwelpeter-Schule.

In Vorläufen geht’s um die Finalteilnahme. Im Finale werden die Sieger gekürt. Die Disziplinen sind so ausgewählt, dass Schnelligkeit und Ausdauer der jungen Athleten gefordert werden und so auch eingeschätzt werden kann, wie sie sich in anderen Disziplinen schlagen würden.

Mittlerweile wird es unruhig in der Halle. Seit dem Finale auf 30 Meter der vierten Klassen sind einige Minuten vergangen. Jeder der Jungen weiß seine Zeit, doch wie die anderen gelaufen sind, das weiß bisher niemand. Auch Joshua ist aufgeregt. Mit seinen Klassenkameraden steht er vor der Wand, an der gleich die Ergebnisse ausgehängt werden sollen.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Die Anspannung ist groß: Hat es gereicht, um den Sieg für die Selzerbachschule nach Hause zu holen? Dann sind die Ergebnisse da: Joshua hat das Kopf-an-Kopf-Rennen für sich entschieden, der Schnellste in seiner Klasse ist auch Schnellster am heutigen Nachmittag. »Ich hatte Angst zu verlieren, doch dann bin ich einfach nur noch gelaufen und habe an gar nichts mehr gedacht«, sagt er. Er hat seinen Teil erfüllt. Nun liegt es an seinem Kumpel Philip auch auf der Langstrecke den Sieg für die 4b zu holen. Und eines ist klar: Die ganze Klasse wird ihn anfeuern.

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