10. April 2019, 19:21 Uhr

Jetzt sind die Vereine gefragt

Die Ausstellung »Natur auf der Spur« richtet das hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf jedem Hessentag aus. Dazu sind die Verantwortlichen auf die Aktionsbereitschaft der örtlichen Vereine und Institutionen angewiesen. An diesen mangelt es in Bad Vilbel bekanntlich nicht, doch nannte das Ministerium bei der ersten Informationsveranstaltung einige Vorgaben, die die Vereine erstmal schlucken müssen.
10. April 2019, 19:21 Uhr

Die Stuhlreihen im Dortelweiler Kultur- und Sportforum sind nicht ganz gefüllt, und doch sind zahlreiche Vertreter von Bad Vilbeler und Wetterauer Vereinen und Institutionen gekommen. Der Hessentagsbeauftragte, Claus-Günther Kunzmann, ergreift zuerst das Wort und gibt einen kurzen Überblick: »Natur auf der Spur ist ein zentraler Bestandteil des Hessentages«, sagt er. Es solle eine interessante und informative Ausstellung werden.

Rund 2,5 Hektar benötigt das Umweltministerium als Fläche, in Bad Vilbel gibt es nur eine Wiese entlang der Hessentagsroute, die das tragen könnte. So soll die Ausstellung auf der großen Grasfläche zwischen der Nidda und den Hallen der Firma Hassia im Gewerbegebiet »Im Rosengarten« stattfinden. »Hier wird sich auch die Bundeswehr präsentieren und wir sprechen momentan mit dem Senckenberg-Institut über eine Zusammenarbeit am Römerbrunnen«, erläutert Kunzmann.

Gemeinsam mit Bundeswehr

Erfahrungsgemäß würden der Bundeswehr-Stand und Natur auf der Spur viel besucht werden, weshalb die Fläche ein Hauptanziehungspunkt für den Hessentag werden könnte. Doch fungiert das Umweltministerium bei Natur auf der Spur vor allem als Organisator. Die lokalen Vereine, Verbände und Institutionen sollen die Stände bestücken.

Susanne Conrad, Ressortbeauftragte für den Hessentag im Umweltministerium, weiß mehr: »Besucher sollen Informationen über Umwelt und Natur, Schutz und Nutzung erhalten. Es geht um Klimaschutz, das Kennenlernen der Land- und Forstwirtschaft und natürlich dem Entdecken der Region«, führt sie aus.

Direktvermarkter sollen zudem die Möglichkeit haben, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern, was ebenso für die Vereine und Institutionen gelte. Für die Direktvermarkter soll ein Bauernmarkt auf dem Natur auf der Spur-Gelände entstehen, in einem großen Hauptzelt wird ein Diorama der Region aufgebaut und das »Grüne Restaurant«, für das Betreiber sich bewerben können, hungrige Gäste versorgen. »Vereine bestücken Hütten und Info-Stände. Besonders wichtig ist uns dabei, dass es an den Ständen Interaktionsmöglichkeiten gibt. Zum Anfassen, Ausprobieren und Mitmachen. Natur soll erlebbar werden«, schildert Conrad das Konzept.

Die Stände und Hütten werden den Vereinen vom Ministerium gestellt, Vermarktungs- und Präsentationsmöglichkeiten seien komplett kostenfrei. Lediglich bei Strom- und Wassernutzung fällt ein geringer Betrag von 25 Euro oder 75 Euro für Direktvermarkter an. Das Ministerium stellt weiterhin auch einen Sicherheitsdienst und unterstützt beim Aufbau und natürlich der gesamten Organisation.

Doch auch die Vereine müssen etwas anbieten: »Direktvermarkter müssen mindestens ein selbst produziertes Produkt vor Ort vorstellen. Kunsthandwerk darf nicht rein gewerblich sein«, zählt Susanne Conrad auf. Die Stände müssen naturnah aussehen und lebendige Mitmach-Angebote bieten. Statische Präsentationen seien nicht erwünscht.

Ein Raunen geht durch den Saal, als Conrad die Bedingung nennt, die für viele Vereine wohl am schwierigsten umzusetzen ist: »Wir erwarten die tägliche Präsenz am Stand von 9 Uhr bis 19 Uhr. Die Stände müssen immer besetzt sein, da sind wir relativ strikt«, sagt sie. Doch möchte sie den Vereinen auch die Furcht vor dieser Bedingung nehmen: »Wir wissen natürlich, dass das für manche Vereine schwierig ist. Da lassen sich aber immer Lösungen finden«, relativiert sie. Beispielsweise könnten Vereine sich eine Fläche teilen und diese abwechselnd besetzen. »Viele Schulklassen werden zu Führungen kommen, und da gibt es kaum etwas Unschöneres, als wenn die Hälfte der Hütten geschlossen ist«, erklärt Conrad.

Eine große Hürde

Die anschließende Fragerunde lässt auf das Interesse der regionalen Vereine schließen, auch Klaus Schermelleh von den Naturfreunden Bad Vilbel kann sich eine Teilnahme gut vorstellen: »Wir sind ein sehr aktiver Verein und von der thematischen Ausrichtung ist Natur auf der Spur natürlich perfekt für uns geeignet«, sagt er. »Es war ja heute nur die erste Informationsveranstaltung und ich werde unserem Vorstand das als nächstes so vorstellen.« Doch sehe er in der täglichen Präsenz am Stand eine große Hürde: »Ich weiß nicht, ob uns das nicht überfordert. Mal sehen, wie das im Vorstand aufgenommen wird. Doch von der Grundidee her, finde ich diese Möglichkeit super.«

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