22. Mai 2019, 21:48 Uhr

Keine kurzfristigen Lösungen

22. Mai 2019, 21:48 Uhr
Die Niddertalbahn - hier am Bahnhof Kilianstädten - ist zu den Stoßzeiten überfüllt. Daran wird sich vorerst wenig ändern. (Foto: Niehoff)

Kurzfristig werden auf der Strecke des »Stockheimer Lieschens« zwischen Bad Vilbel und Glauburg keine weiteren Züge eingesetzt. Das teilten Vertreter von Bahn und RMV bei der zweiten Niddertalbahnkonferenz mit, die der Main-Kinzig-Kreis einberufen hatte. Gleichwohl wurde das Vorgehen für eine langfristige Aufwertung der Gleisstrecke mittels Elektrifizierung besprochen.

Bei der zweiten Niddertalbahnkonferenz im Main-Kinzig-Forum haben Anrainerkommunen und -kreise erneut ein Plädoyer für einen qualitativen und quantitativen Ausbau der Strecke gehalten. Gemeinsam mit dem RMV und der Deutschen Bahn diskutierten sie die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für die Elektrifizierung der Niddertalbahn. Zwischen der ersten und dieser zweiten Konferenz lagen vier Jahre. »In dieser Zeit hat sich aber auch der Verkehr noch einmal verdichtet, im Umland um Frankfurt sind neue Wohngebiete bebaut worden und die starke wirtschaftliche Entwicklung im Rhein-Main-Gebiet hat sich fortgesetzt«, führte Verkehrsdezernent Winfried Ottmann in das Thema ein.

RMV für Elektrifizierung

Es bestehe daher erheblicher Handlungsbedarf. Den sehen auch RMV-Geschäftsführer Dr. André Kavai und Verkehrsplaner Thomas Busch. »Heute fahren 788 Millionen Fahrgäste im Jahr auf den Linien des RMV. Die Nachfrage steigt. In den letzten 15 Jahren gab es aber keine nennenswerten Inbetriebnahmen neuer Gleisstrecken. Wir fahren mit deutlich mehr Fahrgästen auf der Infrastruktur von gestern«, so Kavai. Busch schloss sich mit ersten Ergebnissen aus einer Machbarkeitsstudie an, die im Sommer in der Schlussfassung vorliegen soll. Er verwies auf die nachgewiesene hohe Auslastung in den Hauptverkehrszeiten. Der RMV empfehle auf Basis dieser Studie, die Planung für eine Elektrifizierung weiterzuverfolgen. Auch wenn der Verkehrsvertrag für die Strecke erst 2027 auslaufe, müsse eine Elektrifizierung bis etwa 2023 geplant sein. Welche Schritte dafür nötig sind, stellte Anke Münker-Tiedge vom Hessischen Wirtschaftsministerium vor. Die Machbarkeitsstudie müsse zunächst im Ministerium geprüft werden. Das Land wiederum melde dann den Förderbedarf beim Bund an. Zudem müsse ein Planungsvertrag zwischen dem Land mit der DB Netz AG geschlossen werden.

Aufgrund dieses Zeitdrucks schlugen einige Teilnehmer vor, nicht alleine die Elektrifizierung in den Blick zu nehmen, sondern auch kurzfristige Verbesserungen und Kapazitätserhöhungen. Dafür sprächen die Rückmeldungen und Beschlüsse aus den Kommunen, um die Attraktivität der Bahnverbindung zu erhalten, wie einige Bürgermeister äußerten. Dagegen argumentierten die Verkehrsverbünde, die ohne Elektrifizierung keine Chancen sehen, ausreichend mehr Züge auf die Strecke zu bringen.

Kurzfristigen Änderungen auf der Strecke, um Kapazitäten zu erhöhen, gaben der RMV und das Verkehrsunternehmen DB Regio Mitte um Regionalleiter Frank Klingenhöfer wenig Aussichten auf Umsetzbarkeit: Der am stärksten nachgefragte Zug fahre bereits mit der maximalen Zahl an Doppelstockwagen, die an die Bahnsteige passen. Zudem sei es nicht einfach möglich, die einstöckigen Triebwagen auf anderen Fahrten durch Doppelstockzüge zu ersetzen, weil dafür mehr angeschafft werden müssten. Diese seien jedoch weder schnell zu beschaffen, noch finanzierbar. »Gerne würden wir mehr tun, aber leider setzt die Infrastruktur uns Grenzen«, sagte Kavai. Gleichwohl habe die Konferenz einige Ideen angestoßen, um den Service und alternative Antriebstechnologien auch in kurzer Zeit zu verbessern.

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