15. August 2019, 21:02 Uhr

Können wir das schaffen?

15. August 2019, 21:02 Uhr
IHK-Geschäftsführerin Elke Ehlen steht Thomas Reimann Rede und Antwort. Kameramann Oliver Lapp hält die Worte fest. (Foto: Rinkart)

Der Fachkräftemangel macht auch vor der Bauindustrie nicht halt. Dringend suchen die Hoch- und Tiefbauer des Landes neues und fähiges Personal. Zwei Bad Vilbeler wollen nun mit einer Informationskampagne Jugendliche für eine Karriere beim Bau begeistern.

An Baustellen mangelt es Bad Vilbel eigentlich nicht, dennoch sind die Sorgenfalten auf der Stirn von Thomas Reimann (FDP) nicht zu übersehen. Der Kämpfer in der vordersten Reihe der Bauindustrie hat zu einem kleinen Filmdreh in den Quellenpark geladen. Zwischen Baggern und Erdhaufen will er dort ein kurzes Video drehen, das in Zukunft Bad Vilbeler Schüler zu einer Laufbahn in der Baubranche motivieren soll.

»Initiative Zukunft Fachkraft« nennt sich die Informationsoffensive die Reimann gemeinsam mit seinem FDP-Parteikollegen Erich Schleßmann ins Leben gerufen hat. »Viele Jugendliche wissen nicht, was sie nach der Schule machen wollen. Wir wollen den Schülern vermitteln, dass das Baugewerbe höchst interessant ist«, erklärt Schleßmann als Chefkoordinator der Initiative.

Werbe-Video wird gedreht

Unterstützung erhalten die beiden von Elke Ehlen, Geschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Gießen-Friedberg, Hans-Joachim Rosenbaum, Chef der IG BAU in Hessen und Rainer von Borstel, Hauptgeschäftsführer des Verbandes baugewerblicher Unternehmer in Hessen. Zu fünft wollen sie nun ein Video drehen, dass keine Fragen offen lässt, denn in einem anderen Bereich als in der Baubranche zu arbeiten, erscheint den Praktikern nahezu absurd und waghalsig: »Wir bieten berufliche Tätigkeiten, die krisensicher und sehr gut bezahlt sind«, betont von Borstel mit einer ordentlichen Portion Enthusiasmus.

Wer sich nach der Schulzeit frage wo er gutes Geld verdient, müsse eines wissen, so von Borstel: »Unsere Poliere verdienen mehr Geld als 90 Prozent der Geisteswissenschaftler.« Bisher scheint sich das allerdings noch nicht allzu weit rumgesprochen zu haben: »Wir stellen fest, dass im Vergleich zu anderen Handwerksberufen, bei uns die Bewerber fehlen«, berichtet von Borstel und Elke Ehlen ergänzt: »50 Prozent der Jugendlichen, wählen nur einen aus 15 Berufen, gerade die Baubranche sucht Auszubildende.«

So heißt es also Werbung machen. Und nicht nur Sinnsuchende sind die Zielgruppe der Bauunternehmer. Auch Studienabbrecher sollen angesprochen werden. »Wir kämpfen in den Gymnasien gegen Windmühlen«, klagt von Borstel. So werde der Bau von vielen Gymnasiasten gar nicht erst in Betracht gezogen. »Aber auf ein Gerät, das einen siebenstelligen Betrag kostet, kann ich nicht irgendwen setzen«, erklärt der Verbandschef. Und da die Jobs krisensicher seien, ist er optimistisch zumindest den Eltern die Bauberufe schmackhaft machen zu können.

Berufsinfotag in Hanau

Ende September will Schleßmann das Video bei einem Berufsinformationstag an der Hohen Landesschule in Hanau präsentieren. Auch in Bad Vilbel hofft er Teil von Berufsinformationsabenden werden zu können. Zudem plant er Baustellenbesichtigungen für Schüler zu organisieren, um dem Nachwuchs vor Ort zeigen zu können, in welch spannenden Berufen sie auf einer Baustelle arbeiten könnten. Denn eines sei für ihn das überzeugene Argument: »Ich sehe täglich was ich geleistet habe.«

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