07. Juni 2019, 20:36 Uhr

»Kompass unnötig«

07. Juni 2019, 20:36 Uhr
Eine Videoüberwachung am Bahnhof Groß-Karben gibt es schon. Auch deshalb sieht der Bürgermeister keine Notwendigkeit, am Landesprogramm »Kompass« teilzunehmen. (Foto: Pegelow)

Der FDP-Stadtverordnete Oliver Feyl hatte eine Idee. Nachdem er die neue Führung der Polizeistation in Bad Vilbel besucht hatte, brachte er zur jüngsten Sitzungsrunde der Gremien einen Antrag ein. Die Stadt solle doch an der Sicherheitsinitiative »Kompass« des Landes Hessen teilnehmen. Der Magistrat solle mit dem Land konkrete Verhandlungen mit dem Ziel aufnehmen, dass die Stadt »alsbald vollumfänglich in das Projekt des Landes Hessen zur Kriminalprävention in Kommunen, Kompass (Kommunalprogramm Sicherheitssiegel), aufgenommen wird«.

In der Begründung heißt es, dass die Stadt in den letzten Jahren einige Maßnahmen wie den freiwilligen Polizeidienst, den Schutzmann vor Ort und die Videoüberwachung am Bahnhof auf den Weg gebracht habe. Allerdings seien dies Einzelmaßnahmen gewesen, »welche ohne ein dahinterstehendes umfassendes Konzept umgesetzt wurden«. Feyl verlangte nun von der Stadt eine Analyse der Sicherheitsprobleme vor Ort. Wichtig sei, dass die Bürger mitgenommen würden. Zudem regte er eine Veranstaltung mit dem neuen Leiter der für Karben zuständigen Polizeistation, Holger Götzmann, an.

Bürgermeister Guido Rahn (CDU) fragte namens des Magistrats, was denn die Teilnahme an »Kompass« bringen würde. Er habe einmal in das Programm des Landes geschaut. Darin stehe, was finanziell vom Land gefördert werden würde. »Die Videoanlage am Bahnhof ist schon da.« Diese sei ohnehin schwer zu kriegen gewesen. Den freiwilligen Polizeidienst habe man in der Stadt gleichfalls schon. Bliebe die Förderung einer Sicherheitsanlayse für die Stadt. »Für solche Sonderaufgaben haben wir aber keine Zeit«, betonte Rahn in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Die Stadtpolizei sei wegen der vielen Baustellen und den dazu zu treffenden verkehrsregelnden Maßnahmen »bereits Oberkante Unterlippe mit Arbeit eingedeckt«. Zudem weise die Sicherheitsstatistik der Wetterauer Polizei Karben als relativ sichere Kommune aus. Es gebe hier und da etwas zu tun, aber die Kommunikation funktioniere gut. »Entweder rufen die Bürger die Stadtpolizisten direkt an oder sie schicken mir eine SMS, die ich dann weiterleite.« In Karben habe man »kaum Kriminalität, aber unzählige Alltagsprobleme«. Eine solche Analyse, wie sie das Land Hessen bezuschusse, müsste umfassend sein und binde Kraft.

Auch CDU-Fraktionschef Mario Beck lehnte die Feyl-Initiative ab. »Es ist wohl weit und breit einmalig, dass Stadtpolizei und der Schutzmann vor Ort unter einem Dach sind. Da tauschen sich die Polizisten auf kurzem Dienstweg aus.« Beck regte an, dass der neue Polizeichef die Tradition seines Vorgängers fortsetzen und den Ortsbeiräten immer wieder über die Sicherheitslage in der Stadt einen Bericht geben solle. Feyl zog seinen Antrag daraufhin zurück.

Schlagworte in diesem Artikel

  • CDU
  • Gremien
  • Guido Rahn
  • Ideen
  • Kompasse
  • Polizei
  • Polizeidirektion Wetterau
  • Polizeistationen
  • Sicherheitskonzepte
  • Stadtpolizei
  • Verhandlungen
  • Karben
  • Holger Pegelow
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen