07. Juli 2017, 18:33 Uhr

Landesehrenbrief für Bastian

07. Juli 2017, 18:33 Uhr
Kreisbeigeordneter Matthias Zach (l.). und Bürgermeister Gerhard Schultheiß (r.) zeichnen Robert Bastian aus. (Foto: jwn)

27 Jahre leitete der heute 78-jährige Heldenberger Robert Bastian den Geschichtsverein Heldenbergen. Es war sein Baby, das er 1989 aus der Taufe hob und zu einem Verein von 300 Mitgliedern wachsen ließ.

Im April legte der Geschichtsbegeisterte Robert Bastian aus Altersgründen sein Amt als Vorsitzender nieder. Der Schritt sei ihm nicht leichtgefallen, denn er liebe nun mal seine Heimat und deren Geschichte. »Aber das Gehen fällt mir immer schwerer, und da muss man denn auch mal Platz für Jüngere machen«, sagt er.

Während der jüngsten Stadtverordnetensitzung gab’s für ihn eine Überraschung. Bürgermeister Gerhard Schultheiß hatte ihn für den Ehrenbrief des Landes Hessens vorgeschlagen. Denn bei Bastian lagen nach Auffassung des Bürgermeisters nicht nur die üblichen Voraussetzungen für diese Auszeichnung vor, wie eine mindestens zwölf-jährige aktive ehrenamtliche Tätigkeit in kommunalen Einrichtungen oder in einem kulturellen Verein, sondern Bastian war in den vergangenen Jahrzehnten mit all seinem Engagement für den Geschichtsverein ein Teil Heldenbergens.

Als Vierjähriger zog er 1942 von Raunheim am Main nach Heldenbergen mit seiner überwiegend landwirtschaftlichen Struktur. Deshalb musste er für seine Ausbildung als Maschinenschlosser nach Frankfurt. Später bildete er sich zum Stahlbaukonstrukteur weiter und arbeitete bis 1995 in Frankfurt. Schon früh entwickelte Bastian ein positives Verhältnis zur Landwirtschaft und zu Tieren. Bei den Landwirten holte er frische Milch und erlebte Hausschlachtungen.

Heldenbergen, das war und ist für Robert Bastian ein Stück seiner selbst, ein großes Stück Erinnerung an seine Kindheit. Mit Heldenbergen ist er eng verwurzelt, und deshalb schweifen seine Gedanken auch immer zurück in seine unbeschwerte Kindheit. Seine ersten eigenen gefertigten Bildbände »Unser Heldenbergen« (2004) und »Heldenbergen – einst uns jetzt« (2009) beschäftigen sich deshalb auch mit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart. Es sind Erinnerungen an den Wandel im Zentrum des Ortes, an den Abbruch des Alten Schulhauses, an das Hauptgebäude der ehemaligen Mittelburg und das Haus des Schuldieners. An Gebäude also, die im Heldenberger Ortskern nach und nach verschwanden, obwohl sie für viele Einheimische ein Stück altes Heldenbergen waren.

Der Kreisbeigeordnete Matthias Zach (Grüne), der die Preisverleihung im Namen des Landrats Thorsten Stolz (SPD) vornahm, lobte das ehrenamtliche Engagement Bastians. Er habe die lokalgeschichtliche Forschung und Heimatpflege für Heldenbergen gefördert und geprägt. »Sein Wirken bietet gerade jungen Menschen pädagogisch sinnvolle Orientierung, weil er ein Stück verloren geglaubter Identität und Geborgenheit zurückgibt.« In den vergangenen fast drei Jahrzehnten habe Bastian unentgeltlich rund 50 individuelle Lichtbildvorträge über heimatgeschichtliche Themen gehalten. Eine große Hilfe sei ihm dabei seine Ehefrau Klara. Sie war es auch, die ihn dazu überredete, gemeinsam die Stadtverordnetenversammlung besuchen zu wollen. Denn seine Ehrung war bis zuletzt geheim gehalten worden – auch ihm gegenüber. Denn es sollte eine Überraschung sein. Die war es. Vom Bürgermeister erhielt er eine zusätzliche Auszeichnung der Stadt für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit.

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