20. Juli 2018, 20:26 Uhr

Leben mit unheimlicher Dynamik

20. Juli 2018, 20:26 Uhr
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Aus der Redaktion
Wolfhart Goethe erklärt den Exkursionsteilnehmern den Lebenszyklus einer roten Waldameise. (Foto: pv)

Der örtliche Naturschutzbund (NABU) hatte zu einem Ausflug mit dem Fahrrad zu den Waldameisen eingeladen. Wolfhart Goethe begrüßte die Teilnehmer, insbesondere die vielen Jugendlichen. Vor rund 200 Jahren sei der Wald in Karben angelegt und die roten Waldameisen seien erst unter der Leitung des Försters Hans Fleischhauer angesiedelt worden. Weil der Mensch den Ameisenhügeln zu häufig Schaden zufügte, hat man jahrelang versucht, die Hügel durch Gitter zu schützen. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass ein Schutz der Hügel nur dort notwendig ist, wo die Ameisenhügel direkt am Weg liegen. Außerdem dienen die Ameisen als Lebensgrundlage in der Winterzeit für den Grau- und den Grünspecht, dann graben auch Wildschweine, Mäuse und Eichelhäher nach den Ameisen.

Goethe legte gleich zu Anfang ein Taschentuch auf einen sehr aktiven Ameisenhügel, um den Teilnehmern eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie die Ameisensäure riecht. Die Ameisensäue ist desinfizierend, deshalb berichteten mehrere Teilnehmer davon, dass sie Vögel mit ausgebreiteten Flügeln auf Ameisenhügeln beobachtet hätten, um die desinfizierende Wirkung der Ameisensäure auszunutzen. Die zahlreichen Königinnen eines polygynen Volkes legen in der Sommerzeit etwa 30 Eier pro Tag.

Mit der steigenden Aktivität im Frühjahr werden die Schäden, die Tier und Mensch einem Ameisenhügel im Winter zugefügt haben, wieder repariert. Goethe war noch nicht fertig mit dem Bericht über den Lebenszyklus der Waldameise, da krachte es vom Himmel herunter. Ein heraufziehendes Gewitter ließ die Wanderer kurz erstarren, aber dann ging es weiter zum nächsten Ameisenhügel. Goethe zeigte viele Ameisenhügel, die neu entstanden sind, und andere, die verlassen wurden: Es ist eine unheimliche Dynamik im Ameisenleben. Man konnte beobachten, wie Ameisen Eier von einem Hügel zum anderen transportierten. Offensichtlich sollte ein älteres kleines Nest aufgegeben und dafür ein jüngeres neu belebt werden.

Der Ausflug zu den Ameisen war sehr interessant und hat den Teilnehmern viele Einblicke in einen Ameisenstaat vermittelt.



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