29. September 2019, 20:32 Uhr

Mehr Belastung als gedacht?

29. September 2019, 20:32 Uhr
Mallmann

Wie wirkt sich die Eröffnung der Wund-Therme auf die Luftqualität entlang der Homburger Straße aus? Diese Frage schien bis vor kurzem eigentlich geklärt. Jetzt meldet sich jedoch der Grünen-Stadtverordnete Christopher Mallmann, der auch im Ortsbeirat der Kernstadt sitzt, zu Wort. Er sagt, eine neue Untersuchung müsse her. »Die Ergebnisse des alten Gutachtens sind zu unsicher«, klagt Mallmann an. Die Schadstoffprognosen basierten auf einem überholten Rechenmodell und veralteten Annahmen. Per Antrag will er im Ortsbeirat Ende Oktober eine Nacharbeitung anregen.

Das aktuelle Gutachten entstand 2014 im Zuge des Bebauungsplanverfahrens für die Therme und wurde im Juni 2019 in einer Stellungnahme aktualisiert. Es bescheinigt, dass die Stickoxid-Werte auf der Homburger Straße selbst mit dem zu erwartenden Besucherverkehr des Badeparadieses unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter bleiben. Mallmann glaubt, die Ergebnisse der Untersuchungen seien zu konservativ. Er weist darauf hin, dass die Verkehrsprognosen für die Homburger Straße vor allem wegen der Quellenpark-Erschließung nach oben korrigiert worden seien: Von 17 600 zu erwartenden werktäglichen Fahrten auf 20 600. Es sei nicht berücksichtigt worden, dass es mit diesem Zuwachs häufig nur noch im Stop-and-Go-Verkehr vorangehe, wodurch sich die Luftbelastung deutlich steigere.

Als weiteres Argument für ein neues Gutachten sieht Mallmann, dass 2014 der Dieselskandal noch nicht bekannt gewesen sei. Die tatsächlichen Emissionen von Diesel-Fahrzeugen mit Euro-Norm 5 und 6 fielen durch die Manipulationen höher aus. Mallmann fordert deshalb, dass ein neues Gutachten erstellt wird. Das Alte fuße auf der Version 3.2, die Teile des Dieselskandals außer Acht lasse und Stop-and-Go ungenauer betrachte. »Mir geht es darum, einen realistischen Ausblick der Gesundheitsbelastung zu erhalten«, sagt Mallmann.

Welche formalen Auswirkungen eine Überschreitung des 40-Mikrogrammgrenzwerts auf das Bebauungsplanverfahren habe, wisse er nicht. Er selbst stehte auch im Fall der Fälle hinter dem Projekt Therme. »Ich will keinen Alarmismus betreiben«, sagt der Grüne. »Ich will nur, dass alle Beteiligten wissen, worauf sie sich einlassen.«

Auf die Frage hin, was von der Idee eines neuen Luftschadstoffgutachtens zu halten sei, verweist die Stadt Bad Vilbel auf die Stellungnahme aus dem Juni. Diese sei rechtlich sicher. Ortsbeiratsmitglied Mallmann ist derweil zuversichtlich. Hat er seinen Antrag erst eingebracht, erwartet er lediglich formale Einwände vonseiten des Bad Vilbeler Magistrats. (Foto: pv)

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