28. Juli 2019, 18:17 Uhr

Mit dem Fahrrad zu den Nachbarn

28. Juli 2019, 18:17 Uhr
Das ist der offizielle Moment: Vertreter der beiden Städte, der Baufirma, des Planungsbüros durchschneiden das Band und eröffnen damit den Radweg von Burg-Gräfenrode nach Ilbenstadt. (Foto: pv)

Ein langgehegter Wunsch der beiden Nachbarstädte Karben und Niddatal ist nun in Erfüllung gegangen. Am Freitagnachmittag ist der Radweg zwischen Ilbenstadt und Burg-Gräfenrode offiziell in Betrieb gegangen.

Der straßenbegleitende, gemeinsame Fuß- und Radweg beginnt an der Fußgängerampel am Einsiedelweg in Burg-Gräfenrode, führt entlang der L3351 bis zur Marie-Curie-Straße in Ilbenstadt. Er hat eine Länge von exakt 1630 Metern und ist 2,50 Meter breit.

Zur Realisierung des gemeinsamen Fuß- und Radwegs wurden zwei Ingenieurbauwerke erforderlich. Entlang des Busbetriebshofes musste in den Hang eingegriffen und eine Stützwand errichtet werden. Zur Querung des Lohgrabens wurde die Errichtung eines Durchlassbauwerkes erforderlich.

Die reinen Baukosten betragen nach öffentlicher Ausschreibung 482.000 Euro, die zu 65 Prozent vom Land Hessen aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) bezuschusst werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 550.000 Euro. Abzüglich der Fördermittel zu den Baukosten bleiben für die Städte Niddatal und Karben noch Restkosten in Höhe von rund 236.000 Euro, die sie sich zu je 50 Prozent teilen.

Langwieriger Planungsweg

Der Errichtung des langersehnten Fuß- und Radweges zwischen beiden Städten ging ein langjähriges Prozedere voraus. Zunächst war der Fuß- und Radweg Bestandteil des Radwegebauprogramms des Landes Hessen. Die Errichtung des Weges wurde bereits seit Anfang der 2000er Jahre gefordert. Im Januar 2011 forderten beide Städte in einem Schreiben erneut die Errichtung des Radweges. Sie selbst konnten zunächst nicht tätig werden, da die Maßnahme im Programm des Landes stand und somit keine Fördermittel bereitgestellt werden konnten. Denn das Projekt rangierte im Landesprogramm auf einem hinteren Rang.

In 2013 wurde auf Antrag der beiden Städte beim Hessischen Verkehrsministerium das Projekt aus der hessenweiten Landesliste herausgenommen. Jetzt konnten beide Städte selbst tätig werden und Fördermittel beantragen. Ortsvorsteher Karlfred Heidelbach erinnert sich noch ganz genau. »Wir wussten jetzt, dass der Radweg endlich kommen wird. Er ist wichtig für die Verbindung beider Stadtteile«.

Noch in 2013 wurde der Planungsauftrag an das Planungsbüro IMB-Plan vergeben. Im November 2014 unterzeichneten beide Städte die Verwaltungsvereinbarung zur Durchführung und Finanzierung des gemeinsamen Bauprojekts. In den weiteren Jahren wurde der Planungsprozess durchgeführt und die Fördermittel beantragt. Das Baurecht wurde im April 2018 erteilt, Anfang Mai 2018 lag der Fördermittelbescheid vor. Dem schloss sich das öffentliche Ausschreibungs- und Vergabeverfahren an. Die Baumaßnahme wurde im Juli an die Baufirma vergeben, die im Januar 2019 mit der Baudurchführung begann.

Wichtige Verbindung für Schüler

Für beide Bürgermeister geht nun eine wichtige Fuß- und Radwegeverbindung zwischen beiden Städten in Betrieb. »Für Burg-Gräfenrode ist es wichtig, dass die Geschäfte in Ilbenstadt auch mit dem Fahrrad erreichbar sind«, hob Bürgermeister Guido Rahn hervor. »Wir können damit auch den Radverkehr im Alltagsverkehr auf dem Weg von und zur Arbeit sowie in die Geschäfte fördern, was unsere Klimaschutzbemühungen unterstützt«. Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel verwies auch auf den Schülerverkehr. »Zu den Schulen in Assenheim und Karben gelangt man nun über sichere Radwegeverbindungen, nicht nur was die Verkehrssicherheit betrifft, sondern auch in Bezug auf die soziale Kontrolle. Damit fördern wir den Radverkehr auch bei den Schülern«, so Dr. Hertel. »Als nächstes werden wir den Radweg innerhalb Ilbenstadts bauen«, hob der Niddataler Bürgermeister hervor. Beide Stadtoberhäupter betonten die gute Zusammenarbeit zwischen beiden Städten.

Dass beide Städte nun enger zusammenrücken, wurde ausdrucksvoll von den beiden Gesangsvereinen »Heimatliebe Burg-Gräfenrode« und »Heimatliebe Ilbenstadt« vorgetragen, bevor beide Bürgermeister das Band zur offiziellen Eröffnung durchschnitten.

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